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Countdown zum Weltuntergang Trump hat an der Uhr gedreht

Die "Doomsday Clock" tickt. Seit Jahrzehnten zeigen Atomforscher symbolisch, wie nah die Welt am Abgrund steht - durch Trump so nah wie seit 1953 nicht. Doch wie leicht könnte er Atomwaffen einsetzen? Antworten im Video.

Die Apokalypse war lange nicht mehr so nah wie jetzt - so zumindest sehen es US-Atomforscher. Seit 70 Jahren analysiert eine Gruppe von Wissenschaftlern die globale Sicherheitslage und gibt regelmäßig Einschätzungen heraus, wie groß die Gefahren für die Menschheit sind. Ihr Urteil wird symbolhaft auf einer Weltuntergangsuhr gezeigt - der sogenannten Doomsday Clock.

Mit der Wahl von US-Präsident Donald Trump zum mächtigsten Mann der Welt stellten die Forscher die Uhr um weitere 30 Sekunden vor: Der Zeiger befindet sich damit zweieinhalb Minuten vor zwölf. Das letzte Mal befand sich die Welt aus Sicht der Wissenschaftler im Jahr 1953 derart nah am Abgrund - damals hatten die USA und die Sowjetunion gerade ihre Wasserstoffbombe getestet.

In ihrer Analyse kritisieren die Wissenschaftler - darunter 15 Nobelpreisträger - unter anderem, Trump habe eine beunruhigende Neigung gezeigt, Rat von Experten zu internationaler Sicherheit zu unterschätzen oder abzulehnen.

Auch andere Fachleute äußerten Zweifel, ob der Republikaner mit der Macht des Präsidentenamts umgehen kann. Schließlich könnte Trump mit einer einzigen Entscheidung einen Nuklearkrieg entfachen. "Sein Finger auf dem Atomkoffer macht mir Angst", sagte Nuklearexperte Bruce Blair im Interview mit dem SPIEGEL.

Doch wie einfach ist es für den US-Präsidenten tatsächlich, die amerikanischen Atomwaffen einzusetzen? Und wie würde das Weiße Haus reagieren, wenn Russland zuerst angreifen würde? Antworten darauf gibt es in diesem Video, das in Zusammenarbeit mit der Infographics Group, Berlin  entstanden ist.

Video: Die Macht Trumps über die Atomwaffen

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Der als "Uhr des Jüngsten Gerichts" oder "Atomkriegsuhr" bezeichnete Index wurde in der Nachkriegszeit von der Zeitschrift "Bulletin of the Atomic Scientists" ins Leben gerufen. Am sichersten war die Lage aus Sicht der Wissenschaftler im Jahr 1991 - kurz nach dem Fall der Mauer.

Die Forscher berücksichtigen inzwischen aber nicht mehr nur die Gefahren, die von Atomwaffen und einer möglichen militärischen Eskalation ausgehen: Auch der Klimawandel stellt für sie eine große Gefahr für die Menschheit dar. Deswegen arbeiten mittlerweile auch Wissenschaftler aus diesem Gebiet an dem Projekt mit.

Im Bereich der atomaren Waffen beunruhigen die Forscher zahlreiche Entwicklungen: der Ausbau und die Erneuerung des Atomwaffenarsenals in Russland, den USA sowie in Indien und Pakistan; darüber hinaus die Pläne Nordkoreas, Atomwaffen zu testen und die Sprengkraft ihrer Bomben auszubauen. Seit ihrer jüngsten Analyse hat sich der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA noch weiter verschärft.

Nordkorea testete in diesem Jahr bereits mehrere Raketen - einige könnten sogar das amerikanische Festland erreichen. Seitdem drohen beide Seite mit atomaren Schlägen.

Womöglich müssen die Forscher die Doomsday Clock bald wieder ein paar Sekunden vorstellen.

mho
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