Gouverneur gegen Trumps Mauer "Sie erinnert mich zu sehr an die Berliner Mauer"

Neun Meter hoch, 21 Milliarden Dollar teuer: Mit einer Mauer will US-Präsident Trump die USA gegen Mexiko abschotten. Der Gouverneur von Kalifornien kündigt jetzt entschiedenen Widerstand dagegen an.

Ein Mann spricht mit einer Verwandten durch den Grenzzaun im "Freundschaftspark", San Diego, Kalifornien
SZENES/EPA/REX/Shutterstock

Ein Mann spricht mit einer Verwandten durch den Grenzzaun im "Freundschaftspark", San Diego, Kalifornien


Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown hat angekündigt, "sehr entschieden" gegen die von US-Präsident Donald Trump geplante, neun Meter hohe Grenzmauer zu Mexiko kämpfen zu wollen.

Die Mauer erinnere ihn an berüchtigte Bauwerke in der Menschheitsgeschichte, sagte der 79-jährige Demokrat. "Für mich ist diese Mauer unheilvoll. Sie erinnert mich zu sehr an die Berliner Mauer", sagte Brown dem US-Sender NBC. Das Ziel der Grenzanlage sei es, "einige drinnen, einige draußen zu halten". So könne man Menschen nicht behandeln. Darum werde man in Kalifornien, wo ein Viertel der Bürger Einwanderer sind, strategisch gegen die Mauer vorgehen, auch wenn man nicht "reflexartig Klagen einreichen" werde, so Brown in dem Interview.

Jerry Brown, Gouverneur von Kalifornien und Mauerkritiker
AP

Jerry Brown, Gouverneur von Kalifornien und Mauerkritiker

Für US-Präsident Trump ist die Grenzmauer im Süden der USA eines der zentralen Wahlversprechen. Die Mauer soll auf die gesamte Ausdehnung der Grenze zu Mexiko, also auf gut 3200 Kilometer, verlängert werden. Sie soll tief genug in den Boden reichen, um auch Untertunnelung zu verhindern. Auf der US-Seite soll die Mauer optisch ansprechend gestaltet werden.

Laut Berechnungen des US-Heimatschutzministeriums wird der Bau rund 21 Milliarden US-Dollar kosten, bis zur Fertigstellung werde es länger als drei Jahre dauern, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters Anfang Februar aus einem internen Papier der Behörde.

Mexiko kritisiert "zutiefst unfreundlichen Akt"

Unklar ist weiterhin, wie genau die Mauer finanziert wird. Im Wahlkampf hatte Trump versprochen, Mexiko werde den Bau bezahlen. Mexiko lehnt das ab. Später hieß es, die USA würden mit Steuergeld in Vorleistung gehen, anschließend werde man sich das Geld von den Mexikanern zurückholen.

Mitte März hatte die mexikanische Regierung Unternehmen dazu aufgerufen, sich nicht länger an der Projekt-Ausschreibung für den Bau der Mauer an der Grenze zu den USA zu beteiligen.

Mexikos Außenminister Luis Videgaray appellierte an die Unternehmen seines Landes, ihre Entscheidungen zu überdenken. "Alle Unternehmen, die hier eine wirtschaftliche Chance sehen, sollten ihr Gewissen überprüfen. Wir sprechen beim Bau der Mauer nicht über Ökonomie, sondern über einen zutiefst unfreundlichen Akt zwischen zwei Nationen", sagte Videgaray.

cht/AP



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