Macron vs. Trump Ist das noch ein Handschlag - oder schon ein Ringkampf?

Am Rande des Nato-Gipfels hat US-Präsident Donald Trump erstmals Emmanuel Macron getroffen. Der energische Händedruck des Franzosen verblüfft viele Beobachter: "Trump wollte einfach nur seine Hand wiederhaben".

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Ihr erstes Zusammentreffen wurde mit Spannung erwartet, weil beide Staatsoberhäupter so gegensätzlich erscheinen: Auf der einen Seite US-Präsident Donald Trump - Verfechter nationaler Alleingänge -, auf der anderen Frankreichs frisch gewählter Staatschef Emmanuel Macron, im Wahlkampf erfolgreich mit einem explizit europafreundlichen Kurs.

Jede ihrer Gesten stand am Rande das Nato-Gipfels also unter besonderer Beobachtung. Der erste Handschlag sorgte gleich für Schlagzeilen. "Episch" sei der gewesen, fand das britische Klatschblatt "Daily Mail".

Der "Guardian" wiederum konstatierte einen "angespannten Handshake-Battle". Nicht nur die Reporter waren überrascht, wie fest Macron zupackte. Trump war es offenbar auch: Auf Videomitschnitten ist zu sehen, wie der US-Präsident nach einigen Sekunden versucht, seine Hand von der Macrons zu lösen, dabei allerdings scheitert: Macron hält sie etwas angestrengt lächelnd fest.

Der US-Sender CNN war sich sogar sicher, der Händedruck sei so fest gewesen, dass Trumps Fingergelenke weiß hervortraten. "Sieht so aus, als wollte Trump einfach nur seine Hand zurückhaben", twitterte Steve Holland von der Nachrichtenagentur Reuters.

Trumps Handschlag steht nicht das erste Mal im Fokus. Im Februar begrüßte er Japans Premierminister Shinzo Abe im Weißen Haus und tätschelte die Hand des Japaners 19 lange Sekunden. Für Belustigung im Internet sorgte dabei Abes Gesichtsausdruck.

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Macron und Trump: Hände, ringend

Kanadas liberalem Premierminister Justin Trudeau wiederum wurde unterstellt, er habe einen Moment zu lange gezögert, als Trump ihm die Hand reichte.

Als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Trump ihre Aufwartung machte, kam es zu einem kleinen Eklat. Erst baten die Fotografen beim Pressetermin um den obligatorischen Handschlag, dann fragte Merkel Trump sogar selbst: "Sollen wir Hände schütteln?" Der US-Präsident tat dann aber so, als habe er weder das eine, noch das andere gehört.

Macron hingegen weiß offenbar, was sich gehört. Als Macron später auf die Gruppe der anderen Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten um Merkel und Trump traf, schien er zunächst auf den Amerikaner zuzusteuern. Dann aber drehte er ab - und begrüßte als erstes die Dame. Dann folgte ein fast schon freundschaftliches Shakehands mit Trump.

beb



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