Trump zum Streit mit Iran "Sie können sich Zeit lassen"

Noch vor zwei Tagen drohte Donald Trump Iran mit der "Auslöschung". Jetzt gab sich der US-Präsident im Konflikt über die Atompolitik gegenüber Teheran entspannt: "Es gibt keine Eile."

Entspannungssignale an Iran: Donald Trump
Bernd von Jutrczenka/ DPA

Entspannungssignale an Iran: Donald Trump


Donald Trump gibt sich bei der Lösung des Atomkonflikts mit Iran plötzlich entspannt. "Wir haben viel Zeit. Es gibt keine Eile, sie können sich Zeit lassen", sagte der US-Präsident am Rande eines bilateralen Treffens beim G20-Gipfel in Osaka mit Indiens Präsidenten Narendra Modi. "Es gibt absolut keinen Zeitdruck." Er hoffe, dass der Konflikt sich letztlich beilegen lasse.

Noch am Mittwoch hatte Trump gedroht, sollte es zu einem Krieg mit Iran kommen, dann werde dieser "nicht lange dauern". In einigen Bereichen könne dies auch die "Auslöschung" bedeuten.

Iran hatte vergangene Woche eine US-Aufklärungsdrohne abgeschossen, die seinen Luftraum über dem Golf von Oman verletzt haben soll. Der Vorfall brachte die beiden Länder an den Rand eines Krieges. Erst in letzter Minute stoppte der US-Präsident einen Vergeltungsangriff. Die Spannungen zwischen beiden Ländern haben seit dem einseitigen Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit Iran 2018 drastisch zugenommen.

Die Partner des Atomabkommens mit Iran beraten am Freitag in Wien erneut darüber, wie ein Scheitern der Vereinbarung abgewendet werden kann. Zentraler Punkt der Beratungen dürfte die Enttäuschung Teherans über die wirtschaftlichen Beziehungen und fehlende Umsetzung von Zusagen sein. Spitzendiplomaten aus Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland kommen gegen Mittag mit Irans Vizeaußenminister Abbas Araghchi zusammen.

Der frühere Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nannte das Vorgehen von Trump im Streit mit Iran riskant. Teheran im Atomkonflikt mit Nachdruck an den Verhandlungstisch bringen zu wollen, könne zwar Erfolg haben, sagte Fogh Rasmussen der Deutschen Presse-Agentur. Es bestehe aber das Risiko, dass das Ganze in einem offenen Konflikt münde. Die USA hätten auch Druck ausüben können, ohne aus dem internationalen Atomabkommen auszusteigen. Oberstes Ziel müsse bleiben, dass der Iran niemals eine Atomwaffe entwickeln könne. "Wenn der Iran eine Atomwaffe erlangt, würde das ein sehr gefährliches Wettrüsten in der Region in Gang setzen."

als/dpa/AFP



insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
iasi 28.06.2019
1. Verkürzte Wiedergabe von Trumps Aussage
Dabei sind die Twitter-Aussagen doch eh schon kurz. Im Falle eines Angriffs des Iran auf US-Amerikaner drohte er mit Auslöschung einzelner Bereiche im Iran. Bei einem Militärschlag wird das Ziel die militärische Schwächung des Iran sein - und die Zerstörung des Atomprogramms. Israel und Saudi Arabien würde dies unterstützen.
siryanow 28.06.2019
2. ohne Anstand
Es gibt in der deutschen Geschichte schlimmste Assoziationen mit Begriffen wie "Auslöschung " Wenn ein aktueller Regierungschef zu solchen Parolen sich erniedrigt , ist es dann verwunderlich wenn wir momentan Mord und Hass-Debatten zu beklagen haben ?
frankfurtbeat 28.06.2019
3. lustig ...
lustig denn wie immer fehlt die Strategie ... beim Iran verbrennen sich die USA die Finger und holen sich blutige Nasen, zündeln in der Region so das die Israelis und Saudi´s problematischer leben als bisher. Außer Sanktionen kann er nichts ... weder mit Nordkorea, noch mit dem Iran noch ... Bolto und Pompeo würden gerne reinbomben nur die Mehrheit der Amerikaner ist dagegen - wenngleich sie wahrscheinlich gar nichts über die Historie zum Iran wissen. Die USA als Weltpolizei ... finanziell noch immer gestützt auf die eigene Währung welche noch immer für sehr viele Transaktionen genutzt wird - it´s time for a currency change!
Daniel B. aus KL 28.06.2019
4. Unsinn
Rasmussens Anmerkung "Wenn der Iran eine Atomwaffe erlangt, würde das ein sehr gefährliches Wettrüsten in der Region in Gang setzen." ist mal wieder ein Beispiel für die auch in den Medien allenthalben vertretene eindimensionale Sicht der Kausalketten. Erst mit der iranischen A-Bombe kommt das Wettrüsten in der Region in Gang? Was ist mit den Zusagen an Saudi-Arabien? Was mit der nuklearen Bewaffnung Israels? Und was mit Pakistan und Indien? Keiner dieser Staaten hat den Nichtverbreitungsvertrag unterzeichnet. Keiner dieser Staaten erlaubt der IAEA auch nur von Ferne einen Blick auf das Nuklearprogramm. Von Saudi Arabien ist nicht verlangt worden, diesem Vertrag beizutreten, bevor man beliefert werden würde. Aber selbstverständlich ist der Iran schuld, wenn hier ein Wettrüsten stattfindet. Selbstverständlich ist immer wieder nur die eine zusätzliche A-Bombe entscheidend, nicht aber die jetzt schon vorhandenen ca. 2.000 nuklearen Sprengköpfe, die in der Region stationiert sind.
vulcan 28.06.2019
5.
Zitat von frankfurtbeatlustig denn wie immer fehlt die Strategie ... beim Iran verbrennen sich die USA die Finger und holen sich blutige Nasen, zündeln in der Region so das die Israelis und Saudi´s problematischer leben als bisher. Außer Sanktionen kann er nichts ... weder mit Nordkorea, noch mit dem Iran noch ... Bolto und Pompeo würden gerne reinbomben nur die Mehrheit der Amerikaner ist dagegen - wenngleich sie wahrscheinlich gar nichts über die Historie zum Iran wissen. Die USA als Weltpolizei ... finanziell noch immer gestützt auf die eigene Währung welche noch immer für sehr viele Transaktionen genutzt wird - it´s time for a currency change!
Was ist denn das für ein wirrer Beitrag? "Zündeln", "Verbrennen"? Wer zündelt denn wo? So ein Quatsch. Wenn jemand 'zündelt', dann ist es der Iran. Und Sanktionen sind genau das richtige für Länder wie Iran und Nordkorea. Eine andere Sprache verstehen die sowieso nicht.
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