Seit Anfang 2018 Trump und Kim sollen sich zwölf Briefe geschrieben haben

Die Verhandlungen über Nordkoreas Atomprogramm stocken, aber der Briefaustausch zwischen Machthaber Kim und US-Präsident Trump dauert an. Seoul will vermitteln - dagegen wehrt sich aber Pjöngjang.

Kim Jong Un und Donald Trump
Leah Millis/REUTERS

Kim Jong Un und Donald Trump


Vor vier Monaten war der zweite Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gescheitert. Das Treffen in Vietnams Hauptstadt Hanoi endete damals vorzeitig und ohne Ergebnis.

Die Verhandlungen über Pjöngjangs Atomprogramm sind seitdem nicht weiter gekommen. Der Austausch zwischen Trump und Kim aber geht weiter: Seit Anfang 2018 sollen sich die beiden insgesamt zwölf Briefe geschickt haben.

Kim habe seit Anfang 2018 acht Briefe geschrieben und Trump vier, sagte der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Kim Yeon Chul. Der "ständige" Briefwechsel zeige, dass Trump und Kim von der "Wichtigkeit" einer Wiederaufnahme des Dialogs zwischen beiden Ländern überzeugt seien.

Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hatte erst am Sonntag gemeldet, Kim habe erneut einen persönlichen Brief von Trump "von hervorragendem Inhalt" bekommen. Trump hatte Anfang Juni gesagt, er habe einen "schönen Brief" von Kim erhalten.

Nordkorea fordert Südkorea zur Zurückhaltung auf

Vor dem Hintergrund der festgefahrenen Gespräche mit Nordkorea reist Trump am Samstag nach dem G20-Gipfel im japanischen Osaka nach Seoul. Die südkoreanische Regierung versucht, eine Wiederaufnahme der Gespräche zu erreichen.

Diese Rolle Seouls gefällt Nordkorea wiederum offenbar nicht. Der im nordkoreanischen Außenministerium für US-Angelegenheiten zuständige Direktor Kwon Jong Gun forderte die südkoreanische Regierung laut KCNA auf, sich nicht in die Atomgespräche einzumischen und sich um ihre "eigenen inneren Angelegenheiten" zu kümmern.

Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte zuvor angegeben, "hinter den Kulissen" werde in Pjöngjang und Washington schon über einen dritten Gipfel gesprochen. Nordkorea aber dementiert das nun. "Das Gegenteil ist der Fall", sagte Kwon.

Bei einem historischen ersten Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim im Juni 2018 in Singapur hatte Nordkorea grundsätzlich einer Denuklearisierung zugestimmt. Konkrete Schritte wurden damals aber nicht vereinbart.

aev/AFP



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