Telefonat zwischen Washington und Riad Donald Trump und Mohammed bin Salman führen "produktives Gespräch"

Der US-Präsident Donald Trump hat mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman telefoniert. Ob sie über den Mordfall Khashoggi gesprochen haben, ist aber nicht bekannt.

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und US-Präsident Donald Trump auf dem G20-Gipfel in Argentinien am 30. November 2018
REUTERS

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und US-Präsident Donald Trump auf dem G20-Gipfel in Argentinien am 30. November 2018


Das Weiße Haus teilte mit, dass US-Präsident Donald Trump und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (auch MbS genannt) telefoniert hätten - den Fall des getöteten Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi erwähnte das Weiße Haus in der Stellungnahme nicht.

Das Gespräch sei produktiv gewesen. Sie hätten über die entscheidende Rolle Saudi-Arabiens für die Stabilität im Nahen Osten gesprochen, ebenso wie über den anhaltenden Druck auf Iran sowie die Bedeutung von Menschenrechtsfragen, hieß es.

Im Zusammenhang mit der Tötung hatte die US-Regierung am Montag Einreiseverbote für 16 ehemalige saudische Regierungsmitarbeiter verhängt. Trump steht wegen des Falles und seiner Haltung gegenüber Saudi-Arabien seit Längerem in der Kritik. Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul umgebracht worden. Erst unter immensem internationalen Druck gab Saudi-Arabien die Tötung zu und leitete Ermittlungen ein.

Senat will die US-Unterstützung für die Militäroperation im Jemen beenden

Es gibt Hinweise, dass höchste Kreise Saudi-Arabiens um Thronfolger MbS den Mord Khashoggis veranlasst haben könnten oder zumindest davon wussten. Trump und seine Regierung hielten in der Debatte dennoch eisern zur saudischen Führung und dem Kronprinzen - was in den USA wie international auf viel Kritik stieß. Auch in den Reihen von Trumps Republikanern gab es einigen Unmut.

Zuletzt war aus dem US-Kongress - auch aus dem von den Republikanern dominierten Senat - ein klares politisches Signal gegen Trumps Unterstützung für Saudi-Arabien gekommen: Beide Kammern des Kongresses stimmten mehrheitlich für eine Resolution, mit der die US-Unterstützung für die von Saudi-Arabien geführte Militäroperation im Jemen beendet werden soll. Trump kann dagegen ein Veto einlegen - es wäre das zweite seiner Amtszeit.

höh/dpa

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