Sanktionen USA gehen gegen Nordkoreas Handelspartner vor

Unternehmen, die Geschäfte mit Nordkorea machen, sollen dafür bestraft werden: Das sehen neue Sanktionen vor, die US-Präsident Trump unterschrieben hat. Betroffen sind demnach Einzelpersonen, Firmen und Institutionen.

Südkoreas Präsident Moon Jae In und US-Präsident Trump
AFP

Südkoreas Präsident Moon Jae In und US-Präsident Trump


US-Präsident Donald Trump versucht weiter, das nordkoreanische Regime mit Sanktionen unter Druck zu setzen. Am Donnerstag unterzeichnete er einen neuen Maßnahmenkatalog, wonach vor allem die Handelspartner Pjöngjangs abgestraft werden sollen.

"Ausländische Banken werden eine klare Wahl haben, ob sie mit uns Handel treiben wollen oder mit Nordkorea", sagte Trump. Die von ihm angeordneten neuen Sanktionen zielten auf Einzelpersonen, Firmen und Institutionen, die unter anderem in den Branchen Textil, Fischerei, Handwerk und Informationstechnologie Handel mit Nordkorea trieben.

Die neuen Sanktionen hatte der US-Präsident bereits angekündigt. Zwei Tage zuvor hatte er in einer Rede vor der Uno gedroht, Nordkorea notfalls mit militärischen Mitteln "völlig zu zerstören", wenn es sich nicht zu einem Einlenken im Streit um sein Atomprogramm entscheidet.

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Auch EU will Sanktionen ausweiten

Auch die Europäische Union greift zu neuen Sanktionen. Diese Grundsatzentscheidung trafen die für Sicherheitsfragen zuständigen EU-Botschafter am Donnerstagabend, wie es aus EU-Diplomatenkreisen hieß. Die EU-Außenminister sollen die neuen Sanktionen demnach im Oktober verabschieden.

Im Detail soll es dabei um ein Verbot von Investitionen in Nordkorea gehen. Dieses soll für sämtliche Wirtschaftszweige gelten. Auch Ölausfuhren in das Land sollen künftig untersagt werden. Zudem sollen Einreiseverbote und Kontosperren für weitere nordkoreanische Personen, Organisationen und Unternehmen verhängt werden.

Pjöngjang setzte seine Tests und sein Atomprogramm, das weltweit als ernste Bedrohung angesehen wird, bislang trotz aller Warnungen fort. Das isolierte Regime testete in diesem Jahr bereits mehrere Raketen. Am 3. September zündete es nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Erst am Montag vergangener Woche hatte der Uno-Sicherheitsrat deshalb seine Sanktionen erweitert. Diese umfassen jetzt auch eine Deckelung der Öllieferungen an das Land und ein Verbot von Textilexporten.

Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho, der am Freitag vor dem Uno-Plenum sprechen will, bezeichnete Trumps Äußerungen als "Hundegebell" und sagte, Trumps Berater täten ihm leid. "Wenn er wirklich dachte, er könne uns mit dem Geräusch von Hundegebell Angst einjagen, ist das der Traum eines Hundes", sagte Ri laut CNN.

vks/AFP/dpa



insgesamt 72 Beiträge
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darthmax 21.09.2017
1. Massnahmenkatalog
Es wäre wünschenswert, wenn dieser auch umgesetzt werden könnte, allein es fehlt der Glaube.
frenchie3 21.09.2017
2. Das dünkt mir vernünftig
Wer business,mit den USA machen will muß halt Federn wo anders lassen (und jetzt nur nicht mit illegaler Erpressung kommen, ich laß auch keinen ins Haus der mit dem fiesen Nachbarn kungelt). Und letztlich, selbst wenn das Erpressun WÄRE, ist mir allemal lieber als der wunderbarste aller Atomkriege. Reine Mathematik
viceman 21.09.2017
3. wer mit solchen sanktionen, eigentlich
solchem wirtschaftskrieg dieses biterarme land erdrosseln will, der ist keinen deut besser! noch dazu, wenn der anführer der gegner das einzigste land auf der welt war, welches je diese mörderischen waffen gegen zivilisten eingesetzt hat! dazu noch trumpel, das passt schon . mal sehen , wie die deutsche wackeldackelregierung da mitmacht...
Rot2010 21.09.2017
4. Unterhaltsamer Schwachsinn
Jeder will den anderen rethorisch übertreffen. Ein richtiger Krieg wird wohl Beide erheblich schädigen und all die Staaten herum. Nach Vietnam geht den Amis die Muffe da dieser Gegner nicht einfach von deren tollen Piloten die feige ihre Bomben auf ungeschützte Menschen werfen, in Grund und Boden gebomt werden kann. Der Sieg der USA ist keineswegs sicher da sich vorher auch noch China und Russland questellen. Beide werden verhindern dass der Süden gewinnt und damit die Amis an der chinesischen uund russichen Grenze stehen.
casa123 21.09.2017
5. Massnahmenkatalog
Wann kommt eigentlich endlich mal der Massnahmenkatalog gegen Amerika? Deren Illegale Kriege machen mir weit mehr Sorgen als NK. Nicht das ich die geschätzten 50 A-Bomben von NK befürworten würde, aber man muss sich schon Fragen, wer eigentlich die anderen 15000 Bomben weltweit besitzt.
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