Telefonat der Staatschefs Trump und Putin sprechen über Krise in Venezuela

Kim Jong Un, die Ukraine und der Mueller-Bericht - in einem Telefongespräch zwischen Donald Trump und Wladimir Putin kamen viele Themen zur Sprache. Im Mittelpunkt: der Machtkampf zwischen Maduro und Guaidó in Venezeula.

Trump und Putin bei einem Gipfeltreffen in Helsinki im Juli 2016
AP

Trump und Putin bei einem Gipfeltreffen in Helsinki im Juli 2016


In einem Telefonat haben US-Präsident Donald Trump und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin über eine Reihe geopolitischer Themen gesprochen. Das Gespräch sei gut verlaufen und habe etwas mehr als eine Stunde gedauert, sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders vor Journalisten. Der Kreml bestätigte das Gespräch, das nach Moskauer Angaben rund anderthalb Stunden dauerte. Es sei auf Initiative der USA zustande gekommen, hieß es.

Dabei hätten die beiden Staatschefs vor allem über die Krise in Venezuela gesprochen. Putin habe betont, dass die Venezolaner die Zukunft ihres Landes selbst bestimmen sollten und eine Einmischung von außen dies untergraben würde.

Regierungsvertreter beider Länder hatten sich zuletzt gegenseitig beschuldigt, zu einer Eskalation in dem südamerikanischen Krisenland beizutragen. Russland gehört zu den Staaten, die die Regierung von Nicolás Maduro stützen. Die USA, Deutschland, viele EU-Staaten und mehrere lateinamerikanische Länder haben dagegen den Oppositionsführer und Parlamentspräsidenten Juan Guaidó als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt.

Sanders sagte, Trumps Fokus in dem Telefonat mit Putin habe darauf gelegen, klarzumachen, dass die USA an der Seite des venezolanischen Volkes stünden, und dass Hilfslieferungen in das Land gelangen müssten. Nach Darstellung beider Seiten soll es in der kommenden Woche wahrscheinlich ein Treffen zwischen US-Außenminister Mike Pompeo und seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Finnland geben.

Sanders sagte auf Nachfrage, Trump und Putin hätten auch kurz über die Erkenntnisse von Sonderermittler Robert Mueller zur Russland-Untersuchung gesprochen. Es sei darum gegangen, dass die Ermittlungen nun vorbei seien und es keine geheimen Absprachen zwischen Trumps Wahlkampflager und Russland gegeben habe, was beide Staatschefs auch schon vor dem Telefonat gewusst hätten. Mueller und sein Team waren auf "zahlreiche" Kontakte zwischen Trumps Wahlkampflager und Vertretern Russlands gestoßen. Beweise für eine Straftat fanden sie aber nicht.

Zudem habe Putin Trump über sein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in der vergangenen Woche informiert, auch die Lage in der Ukraine nach der Präsidentenwahl sei besprochen worden.

Trump selbst äußerte sich auf Twitter zu dem Gespräch. Er nannte es "sehr produktiv". Man habe über Handel, Venezuela, die Ukraine, Atomwaffenkontrolle ebenso gesprochen wie über die Mueller Ermittlungen, die Trump erneut als "Hexenjagd" bezeichnete.

asa/dpa



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ulrich-lr. 04.05.2019
1. Neuer Beweis
Trump hatte erneut Kontakt zu Russland. Na, da werden die üblichen Verdächtigen Zeter und Mordio schreien: Ein neuer Beweis für die Collusion. Dieser Tatbestand muss unbedingt als Nachtrag zum Mueller-Bericht festgehalten werden. Damit hat sich die Zahl der Kontakte des Trump-Lagers zu Russland erhöht.
bertholdalfredrosswag 04.05.2019
2. Meine Meinung
Hoffen und abwarten. Es ist schon positiv wenn die Beiden diese Themen auf Augenhöhe geführt haben, wie es den Anschein hat. Putin kann man glauben was er sagt, was bei Trump nicht so zutrifft. Doch vielleicht erkennt er ja, dass er mit Makler Methoden nicht soviel erreichen kann als wenn er sich durch verlässliche Politik Akzeptanz erwirbt.
Marvin__ 04.05.2019
3. Wurde auch über die Ukraine gesprochen?
Im Westen scheint Einigkeit zu bestehen, dass die USA mit ihrer "Monroe-Doktrin" das Recht haben, auf ihrem Kontinent, oder zumindest in ein paar Tausend Kilometer Umkreis, alle nicht genehmen Regierungen notfalls auch mit Gewalt weg zu räumen. Zumindest gab es an diesem Vorgehen bisher nicht etwa Kritik, sondern volle Unterstützung etwa durch die Bundesregierung und die EU. Da wäre es nur logisch, wenn man Russland ebenfalls erlaubt, einen "Sicherheitskorridor" ein zu richten - nach Lesart der Monroe-Doktrin dürfte der im Westen mindestens bis an die deutsche Grenze reichen. Und diesen mit allen Mitteln, auch militärischen, ein zu richten und zu verteidigen. Entweder, wir gestehen Herrn Putin dieses Recht zu. Oder wir verlangen von Herrn Trump, jede Einmischung in Ländern Mittel- und Südamerikas und Kubas sofort ein zu stellen. Notfalls auch mit Sanktionen.
clint east wood 04.05.2019
4. Die Russen bestätigen: es gab ein Gespräch und...
...und das soll 90! Minuten gedauert haben. Das wäre länger als bei den meisten persönlichen Treffen. Zum INHALT des Gesprächs gibt's als Quelle nur Trump und seine Sprechpuppen, der Hinweis dass trumpfen auch noch Putin mit seinem no collusion Gerede belegt macht seine Aussagen nicht wirklich glaubwürdiger. Fazit: Wir können davon ausgehen, dass beide den Eindruck erzeugen wollen, man rede aufeinander- vermutlich über Venezuela, Syrien scheint keine Rolle mehr zu spielen . Mehr wissen wir nicht.
PeaceNow 04.05.2019
5. Miteinander reden ist ein guter Anfang
Und eine politische Lösung muss schnell her um eine Eskalation zu verhindern und die Sanktionen zu beenden, die das Land und die Bevölkerung aushungern. Allerdings mehr als lächerlich und dreist das ausgerechnet die USA den Russen Einmischung vorwerfen, während sie die Putschisten unterstützen, das Land mit umfassenden Sanktionen in Hunger, Armut und Chaos stürzen und mit Militärintervention drohen. Während die Russen legal und legitim ein kleines Kontinent an Militärausbildern im Land haben, da sie im Gegensatz zu den USA, mit Venezuela Militär- und Wirtschaftsabkommen haben und neben China derzeit der größte Lieferant von humanitärer Hilfe ist. Und noch blamabler das der Artikel, wenngleich von den transatlantiknahen Agenturen asa/dpa übernommen, zu suggerieren versuch das Guaido angeblich viel Unterstützung im Ausland hat, indem nur Russland als Unterstützer Maduros genannt wird, OBWOHL Guaido von 3/4 der UN nicht anerkannt wurde und obwohl neben Russland auch China, Iran, Syrien, Irak, Türkei, Ägypten, Kuba, Nordkorea, Weißrussland und nahezu alle der 120 Blockfreien Staaten der Erde zu Maduro stehen. Für jeden mit mehr als einer toten Fliege im Oberstübchen auch ersichtlich das Guaido gescheitert ist und keine Chance mehr auf Umsturz hat. Warum? Weil neben den Maduro Anhängern auch viele Maduro Gegner und Oppositionelle, vor allem aber das Militär, Polizei und Geheindienste, in Guaido einen Verräter und eine US Marionette sehen und nur sehr wenige zu Maduro übergelaufen sind. Warum trotz dieser Offensichtlichkeit die USA und NATO/EU Staaten weiter Guaido unterstützen und somit das Leid und Chaos weiter verlängern, ist Logisch kaum erklärbar, auch wenn man sich mit Guaidos einseitiger Unterstützung weit aus dem Fenster gelehnt hat und nun dessen Scheitern offenbar nicht wahrnehmen oder hinnehmen will.
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