Luxus-Domizil Mar-a-Lago US-Außenministerium preist Trumps Privatklub an

Regelmäßig reist Donald Trump in seinen exklusiven Klub Mar-a-Lago. Das US-Außenministerium äußerte sich sehr wohlwollend über das Anwesen. Kritiker werfen dem US-Präsidenten nun vor, sich persönlich bereichern zu wollen.
Anwesen Mar-a-Lago (Archivbild)

Anwesen Mar-a-Lago (Archivbild)

Foto: Joe Skipper/ REUTERS

Auf einer Website des US-Außenministeriums ist Donald Trumps privates Luxus-Resort Mar-a-Lago angepriesen worden. Zwar erschien der Artikel bereits am 4. April, doch erst am Montag wurde er auf sozialen Netzwerken geteilt. Nach heftiger Kritik und Vorwürfen, der US-Präsident wolle sich persönlich bereichern, wurde der Artikel gelöscht.

In dem Artikel, der auf der Website "Share" veröffentlicht wurde, wird Mar-a-Lago als "Winter White House" bezeichnet. Es sei "Präsident Trumps Anwesen in Florida". Dort hatte er unter anderem den japanischen Premierminister Shinzo Abe und den chinesischen Präsidenten Xi Jinping empfangen. In dem Artikel heißt es weiter, dass Trump mit seinem Besuch den Traum von Mar-a-Lagos erster Besitzerin verwirklicht. Marjorie Merriweather Post hatte das Anwesen 1927 erbauen lassen und nach ihrem Tod 1973 der US-Regierung vermacht, damit dort Präsidenten residieren können.

Tatsächlich nutzte vor Trump aber kein Präsident das Domizil. 1985 erwarb Trump Mar-a-Lago und machte es zu einem exklusiven Klub mit Privatstrand, Pool und Spa, mit Tennisplätzen und Golfanlagen sowie zwei Ballsälen. Derzeit kann man sich dort für 200.000 Dollar Gebühr aufgenommen werden, die Jahresgebühr beträgt 14.000 Dollar. Das steht allerdings nicht in dem Artikel, auch wird nicht erwähnt, dass es sich um Trumps Privatbesitz handelt.

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Der demokratische Senator Ron Wyden fragte auf Twitter, warum mit dem Geld der Steuerzahler der "private Country Club des Präsidenten" beworben wird. Für ihn sei das "kleptokratisch".

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Für Norman Eisen, der Barack Obamas Chef-Ethik-Anwalt während dessen Amtszeit war, war der Artikel "Ausnutzung". Er verglich den Vorfall mit dem, als Trump-Beraterin Kellyanne Conway für das Modelabel von Ivanka Trump warb. "Die Vorstellung, die Regierung zu nutzen, um sich persönlich zu bereichern, ist metastasierend", sagte Eisen. "Es muss aufhören." Richard Painter, der unter Präsident George W. Bush Ethikaufgaben übernommen hatte, äußerte sich ähnlich. Mit dem Artikel werde "schlicht und einfach ein öffentliches Amt für persönliche Bereicherung genutzt".

Ein Anwalt der Nichtregierungsorganisation "Project on Government Oversight", die sich mit Korruption und anderem Fehlverhalten beschäftigt, sagte, der Artikel sei keine klare Werbung für Mar-a-Lago, aber "jemand in der Regierung hätte ihn verhindern müssen".

Weißes Haus dementiert Kenntnis über Artikel

Die "Share"-Webseite ist ein Projekt des Außenministeriums. Dort sollen "fesselnde Geschichten und Bilder veröffentlicht werden, die Diskussionen und Gespräche über wichtige Themen wie Demokratie, Meinungsfreiheit, Innovation, Unternehmergeist, Bildung und die Rolle der Zivilgesellschaft anregen". Der Artikel wurde auf Webseiten und den Profilen von verschiedenen US-Botschaften - unter anderem den in Großbritannien, Portugal und Albanien - geteilt.

Auf "Share" wurde der Artikel am Montagabend schließlich gelöscht. Stattdessen stand an gleicher Stelle eine kurze Erklärung . Demnach sollte die Öffentlichkeit mit dem Artikel darüber informiert werden, wo Trump ausländische Staats- und Regierungschefs empfängt. "Wir bedauern jegliche falsche Wahrnehmung und haben den Artikel zurückgezogen."

Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses sagte, die Regierung habe vorab nicht von dem Artikel gewusst. Mehr wolle er nicht sagen.

Trump war schon mehrfach für die häufigen Besuchen von Mar-a-Lago kritisiert worden. Unter anderem weil dadurch hohe Kosten entstehen. Aber auch für seinen Umgang mit Geheiminformationen. So soll er ein Sicherheitsbriefing beim Abendessen bekommen haben.

Zudem gibt es Vorwürfe, der US-Präsident würde sich mit seinem Amt persönlich bereichern. Trump hatte sich nicht wie üblich vollständig von seinem Firmenimperium getrennt und es in die Hände seiner Söhne Eric und Donald Jr. gegeben. Die Ethikbehörde hatte ihn daraufhin dazu aufgefordert, sein Geschäftsvermögen an einen unabhängigen Treuhänder abzugeben. Das hat Trump aber abgelehnt.

max/Reuters/AP