Nach Absage an Nordkorea Gipfeltreffen könnte laut Trump doch noch stattfinden

Erst sagte Donald Trump das Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ab, jetzt kommen ganz andere Signale vom US-Präsidenten: Der Gipfel könnte möglicherweise doch wie geplant am 12. Juni stattfinden.
Donald Trump

Donald Trump

Foto: NICHOLAS KAMM/ AFP

US-Präsident Donald Trump schließt nicht aus, dass es am 12. Juni doch noch zu einem Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un kommt. "Wir werden sehen, was geschieht", sagte Trump vor Reportern in Washington. "Wir sprechen mit ihnen gerade. Es könnte sogar noch der 12. sein", sagte Trump mit Blick auf das ursprünglich in Singapur geplante Treffen, das der US-Präsident selbst erst am Donnerstag abgesagt hatte. "Wir würden das gerne machen."

Trump hatte das für den 12. Juni in Singapur geplante Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim am Donnerstag abgesagt und stattdessen eine Fortsetzung seiner Politik des "maximalen Drucks" und der Sanktionen gegen Pjöngjang angekündigt. Trump begründete den Schritt in einem Brief an Kim mit der "offenen Feindseligkeit", die Pjöngjang jüngst zum Ausdruck gebracht habe. Er halte den Gipfel deshalb gegenwärtig für "unangemessen".

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Trump sagt Nordkorea-Gipfel ab: Ein Schritt vor, zwei zurück

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Bereits Stunden zuvor hatte sich Trump beinahe milde gezeigt. Er dankte für das "warme und produktive Statement" aus Nordkorea, hoffentlich führe es zu langem und anhaltendem Wachstum und Frieden. Schon der Brief mit der Absage war trotz einer markigen Erwähnung der atomaren US-Fähigkeiten im Ton ungewöhnlich höflich gehalten. Kurz nach der Veröffentlichung des Briefes sagte Trump, er halte ein Treffen mit Kim weiter für möglich.

US-Verteidigungsminister James Mattis sagte am Freitag ebenfalls, dass die Chancen für "gute Nachrichten" hinsichtlich des Gipfels gut stünden. Details nannte er aber nicht. Den Wirrwarr um das Treffen bezeichnete Mattis als das übliche "Geben und Nehmen."

Das Weiße Haus hatte am Donnerstag die nordkoreanische Seite für die Absage verantwortlich gemacht. Gleich eine ganze Reihe von Zusagen seien nicht eingehalten worden. So sei etwa eine US-Delegation zur Vorbereitung des Gipfels in Singapur von den Nordkoreanern schlicht sitzengelassen worden. "Sie warteten und warteten, aber die Nordkoreaner kamen einfach nicht", sagte ein US-Regierungsbeamter.

Die Absage per Brief kam nur wenige Stunden nachdem Nordkorea Berichten zufolge sein umstrittenes Atomtestgelände Punggye-ri unbrauchbar gemacht hatte. Die Schließung des in einer Bergregion liegenden Testkomplexes war als ein symbolischer Schritt gewertet worden, mit dem das abgeschottete Land seine Bereitschaft zur Denuklearisierung demonstrieren wollte.

Im Video: Trip nach Nordkorea - Videotagebuch aus einem abgeschotteten Land

dbate
mho/Reuters
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