Trumps Agrarreform Old Mac-Donald

Latzhose, Strohhut, Mistgabel - so posiert Donald Trump in einem Video auf Twitter. Mit dem TV-Auftritt von 2005 wirbt der US-Präsident jetzt für seine Agrarreform, kurz vor dem drohenden Regierungsstillstand.

Twitter/realDonaldTrump

Donald Trump hat wieder getwittert: Mit einem TV-Auftritt aus dem Jahr 2005 will der US-Präsident die Agrarreform bewerben, die er gerade unterzeichnet hat. Der 867 Milliarden Dollar schwere "Agriculture Improvement Act" soll Subventionen für Bauern enthalten und Unterstützung für Arme durch Essensmarken weiter gewährleisten.

In dem Video ist Trump mit Latzhosen, Strohhut und Mistgabel zu sehen. Gemeinsam mit Schauspielerin Megan Mullally performt er eine Szene aus der TV-Serie "Green Acres", die zwischen 1965 und 1971 in den USA lief. Darin spielen Eddie Albert und Eva Gabor ein Paar, das von New York auf einen Bauernhof zieht.

Der Tweet wurde veröffentlicht, nachdem Trump bekannt gegeben hatte, er werde keine Notfallfinanzierung seiner Regierung autorisieren, solange im ausgehandelten Kompromiss Gelder für den Mauerbau fehlten. Um die Grenzmauer zu Mexiko zu finanzieren, ist Trump weiter auf der Suche nach einer Finanzierungsmöglichkeit. Er besteht darauf, dass bei den Haushaltsmitteln für die Regierung Geld dafür inkludiert sein soll.

Kurz vor Weihnachten droht deshalb ein Stillstand der Regierung: Das Repräsentantenhaus in Washington stimmte zwar für einen Haushaltsentwurf, der die Mauerfinanzierung beinhaltet. Im Senat dürfte der Entwurf aber scheitern.

Ohne neues Haushaltsgesetz bis Freitag um Mitternacht kommt es in Washington zu einer Stilllegung von rund einem Viertel der Bundesbehörden. Auch die Gehaltszahlungen der Angestellten würden über Weihnachten ausgesetzt. Der als "Shutdown" bezeichnete Haushaltsnotstand könnte sich bis ins neue Jahr hinziehen.

US-Regierung versprach Bauern schon im Sommer Geld in Milliardenhöhe

Wegen des Handelsstreits mit China kämpfen viele US-Landwirte um ihre Existenz (die Details können Sie hier nachlesen).Gleichzeitig gehören die Bauern zu den wichtigsten Unterstützern von Donald Trump. Bereits im Sommer hatte die US-Regierung den Bauern deshalb Unterstützung in Milliardenhöhe zugesagt. Republikaner hatten das Programm der Essensmarken kritisiert und Kürzungen gefordert.

Die Schauspielerin Megan Mullally, die in dem Video auf Twitter zu sehen ist, hatte in einem Auftritt in der "Late Show" 2016 deutlich gemacht, dass sie Trump als Präsidenten nicht unterstütze. Sie reagierte deshalb auf Twitter erschrocken auf den Tweet des Präsidenten.

Trump nutzt Twitter immer wieder, um seine Politik zu bewerben oder Maßnahmen anzukündigen: Im November veröffentlichte er ein Foto im Stil eines Filmplakats von sich mit der Ankündigung "Die Sanktionen kommen" - in Anlehnung an die Erfolgsserie "Game of Thrones". Gemeint waren damit neue Sanktionen gegen Iran im Atomkonflikt.

mfh/AFP/AP



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
Raisti 21.12.2018
1.
Spiegel sollte wohl noch ein wenig mehr im eigenen Haus aufräumen, die DOK scheint nicht wirklich qualifiziert zu sein. " und Unterstützung für Arme durch Essensmarken weiter gewährleisten" Die Studie der "Robert Wood Johnson Foundation " kommt zu dem schluss das 1 Mio. Amerikaner mit einem Einschnitt von 50-75$ pro Monat rechnen müssen was für die Armen die von dem Programm abhängig sind natürlich heftig ist. Nun die große Quizfrage. Warum findet Ihre DOK das nicht und der Artikel wird mit der verkürzten Darstellung veröffentlicht, das die Versorgung dadurch gesichert wird.
123rumpel123 21.12.2018
2. Die Bauern werden ihn wohl trotzdem lieben
So ein Haushaltsnotstand ist natürlich immer eine unangenehme Sache. Aber in Washington nichts Neuses. Zumindest die Bauern werden zu ihrem Prädsidenten halten, denn die Sojakrise ist inzwischen Geschichte. http://www.foodbusinessafrica.com/2018/12/17/china-purchases-us-soybean-after-trade-war-truce-between-trump-and-xi/
Andre V 21.12.2018
3.
Trump macht beruflich eben irgendwas mit Medien. Ich finde es schön, dass er die Twitter- und Facebookgläubigkeit der Generation Y und der Millenials so ad absurdum führt.
hojens 21.12.2018
4.
Der alte Sack lenkt doch bloß ab von seinen kriminellen Machenschaften. Na schön wenn die Amis so blöd sind - Ich bin für eine europäischen Armee und Abschaffung der GEZ :) Ansonsten kann ich die Amis nur bedauern.
dunnhaupt 21.12.2018
5. Trump gewinnt am Ende doch immer wieder
Das ist es wohl, was die demokratische Verliererpartei am meisten ärgert. Mit der Schmutzkampagne zu seiner Absetzung hat es nicht geklappt. Seit den Midtermwahlen haben die Republikaner nun sogar eine noch größere Mehrheit im Senat. Die Demokraten sollten lieber mal versuchen, eine Wahl zu gewinnen.
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