Nordkorea USA haben laut Trump nichts für Freilassung von Warmbier bezahlt

Nordkorea soll für die Freilassung des Studenten Otto Warmbier eine Entschädigung in Millionenhöhe gefordert haben. Nun reagiert US-Präsident Trump auf den Bericht: Eine Zahlung habe es nicht gegeben.

US-Student Otto Warmbier vor dem Verfassungsgericht in Nordkorea im März 2016
AP

US-Student Otto Warmbier vor dem Verfassungsgericht in Nordkorea im März 2016


Hat Nordkorea einem Unterhändler von US-Präsident Donald Trump im Fall des in dem Land festgehaltenen US-Studenten Otto Warmbier eine Rechnung von zwei Millionen Dollar gestellt?

Trump hat jetzt auf einen entsprechenden "Washington-Post"-Bericht reagiert. Zu der mutmaßlichen Forderung nahm er zwar nicht Stellung. Er erklärte in seinem Tweet aber, die USA hätten für die Freilassung Warmbiers nichts bezahlt. "Es wurde kein Geld an Nordkorea für Otto Warmbier gezahlt, keine zwei Millionen, und auch nicht sonst irgendetwas", schrieb der US-Präsident.

Laut "Washington Post" hatte Nordkorea die Summe für die medizinische Versorgung des dort festgehaltenen und später gestorbenen US-Studenten verlangt. Ob das Geld später je gezahlt worden sei, ist laut der US-Zeitung aber unklar. Das Weiße Haus äußerte sich auf Anfrage der Zeitung nicht zu dem Fall.

Anfang 2016 war der damals 21-Jährige nach einer Gruppenreise in Nordkorea bei der Ausreise festgenommen und wegen "feindlicher Handlungen gegen den Staat" in einem Schauprozess zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Angeblich hatte er ein Plakat gestohlen. Im Juni 2017 wurde er aus "humanitären Gründen" aus der Haft entlassen und zurück in die USA gebracht. Dort starb er wenige Tage später. Er hatte zum Zeitpunkt seiner Rückkehr bereits 15 Monate im Koma gelegen.

Nordkorea soll 500 Millionen Dollar an Warmbiers Familie zahlen

Die mutmaßliche Forderung stellt die "Washington Post" so dar: Als der Sondergesandte Joseph Yun und ein Arzt aus den USA nach Nordkorea geflogen seien, um Warmbier aus einem Krankenhaus abzuholen und zurück in die USA zu bringen, sei ihnen die Rechnung präsentiert worden - als Voraussetzung für eine Ausreise, schrieb die US-Zeitung.

Auf Anweisung von Trump habe Yun eine Vereinbarung zur Zahlung der Summe unterschrieben. Yun sagte dem Fernsehsender CNN, er sei instruiert worden, alles dafür zu tun, um Warmbier zurückzuholen. Er habe damals eng mit dem damaligen Außenminister Rex Tillerson zusammengearbeitet.

Warmbiers Familie wirft der Führung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un vor, sie habe Warmbier als Geisel genommen, als politischen Gefangenen gehalten und brutal misshandelt. Die Familie verklagte Nordkorea wegen "brutaler Folter und Mord".

Ein US-Bundesgericht entschied, dass der nordkoreanische Staat mehr als 500 Millionen Dollar an die Familie zahlen solle, und erklärte, Nordkorea sei verantwortlich für Warmbiers Folter, Geiselnahme und Tötung und für die Verletzungen, die seine Familie so erlitten habe. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass die Familie das Geld je bekommt.

cht/Reuters

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