SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

18. September 2018, 00:29 Uhr

Vorwurf der versuchten Vergewaltigung

Trump verteidigt seinen Richter-Kandidaten

Brett Kavanaugh wird der versuchten Vergewaltigung beschuldigt. Der US-Präsident nimmt seinen Kandidaten für den Supreme Court in Schutz: Er sei sicher, dass es am Ende wie geplant zur Bestätigung des Richters kommen werde.

US-Präsident Donald Trump hat seinen Wunschkandidaten für den Supreme Court, Brett Kavanaugh, gegen den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung verteidigt. Kavanaugh sei ein herausragender Richter und ein untadeliger Mensch, sagte Trump am Montag in Washington. Es habe in Kavanaughs Werdegang nie einen Makel gegeben. Auch das FBI habe diesen mehrfach durchleuchtet.

Er sei sicher, dass es am Ende wie geplant zu Kavanaughs Bestätigung für den obersten Gerichtshof der USA kommen werde, sagte Trump. "Wenn sich das etwas verzögert, dann verzögert es sich eben etwas." Er erwarte aber keine besonders große Verzögerung. Er selbst habe nicht mit Kavanaugh über die Vorwürfe gesprochen. Die Nachfrage, ob dieser seinen Rückzug angeboten habe, nannte Trump "lächerlich".

Trump sagte auch, ihm sei daran gelegen, dass das Prozedere vollständig sei und alle Beteiligten angehört würden. Den Demokraten warf er vor, dass sie die Vorwürfe nicht früher an die Öffentlichkeit gebracht, sondern damit bis zur letzten Minute gewartet hätten.

Bisher war geplant, dass der Justizausschuss des Senats am kommenden Donnerstag über Kavanaugh abstimmen wird. In dem Votum geht es darum, ob das Gremium die Personalie für die endgültige Abstimmung an das Plenum weiterreicht. Nun gibt es allerdings Forderungen - auch vonseiten der Republikaner - das weitere Prozedere bis zur Klärung der Vorwürfe zu unterbrechen.

Kavanaugh und Ford sollen am Montag aussagen

Die Professorin Christine Blasey Ford behauptet, Kavanaugh habe nach einer Party Anfang der Achtzigerjahre versucht, sie zu vergewaltigen. Den Vorfall hatte sie am Sonntag in der "Washington Post" geschildert. Bereits in der vergangenen Woche waren erste Berichte über die Vorwürfe veröffentlicht geworden, dabei war Ford allerdings namentlich noch nicht genannt worden.

Kavanaugh bestreitet die Vorwürfe energisch. Sowohl er als auch Ford haben inzwischen angeboten, vor dem US-Kongress in der Sache Stellung zu nehmen. Kavanaugh sagte laut einer Erklärung des Weißen Hauses, er wolle vor dem Ausschuss die "völlig falsche Anschuldigung" zurückweisen und seine "Integrität verteidigen". Kavanaugh und Ford sollen am kommenden Montag vor dem Justizausschuss des Senats aussagen. Das bestätigte inzwischen der Vorsitzende des Gremiums, Senator Chuck Grassley. Um genügend Transparenz zu gewährleisten, werde die Anhörung öffentlich sein.

Trumps Beraterin Kellyanne Conway hatte zuvor dem TV-Sender Fox News gesagt, der Präsident sei mit einer Befragung der Professorin durch den Justizausschuss einverstanden. "Diese Frau sollte nicht beleidigt werden, und sie sollte nicht ignoriert werden."

Video: Tumulte bei Kavanaugh-Anhörung im Senat

aar/dpa/AFP

URL:

Verwandte Artikel:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung