Entlassung von FBI-Chef Trump warnt Comey vor Weitergabe von Informationen

Was steckt hinter diesem Tweet? US-Präsident Trump hat Ex-FBI-Chef Comey via Twitter gedroht, er dürfe keine internen Informationen an Journalisten geben.

US-Präsident Donald Trump
AFP

US-Präsident Donald Trump


US-Präsident Donald Trump hat den von ihm entlassenen FBI-Chef James Comey gewarnt, mit internen Informationen an die Medien zu gehen. Bevor er Informationen an die Medien weitergebe, solle Comey "besser hoffen, dass es keine 'Aufzeichnungen' von unseren Gesprächen gibt", schrieb Trump bei Twitter.

Der Präsident wollte offenbar andeuten, dass er über für Comey unangenehme Informationen aus seinen Gesprächen mit dem Ex-Direktor der Bundespolizei verfügt.

In einem Interview mit NBC hatte Trump bestätigt, er habe sich von Comey dreimal bestätigen lassen, dass nicht gegen ihn ermittelt werde. Hintergrund sind Ermittlungen des FBI wegen einer etwaigen russischen Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016 und möglicher Absprachen mit dem Trump-Team.

Trump drohte weiter damit, die täglichen Presseunterrichtungen des Weißen Hauses einzustellen. "Vielleicht wäre es das beste, alle künftigen 'Presse Briefings' zu canceln und statt dessen schriftliche Stellungnahmen zu verteilen, um der Sorgfalt genüge zu tun???", schrieb er bei Twitter.

Im NBC-Interview beschimpfte er Comey als "Angeber" und "Wichtigtuer" und warf ihm vor, das FBI im vergangenen Jahr in "Aufruhr" versetzt zu haben. "Als ich mich entschloss, es zu tun, habe ich mir gesagt, diese Sache mit Trump und Russland ist eine erfundene Geschichte", sagte der US-Präsident.

Damit bestärkte er die Vermutung eines Zusammenhangs zwischen Comeys Rauswurf und den FBI-Ermittlungen zu möglichen Russland-Kontakten. Trump widersprach zudem der bisherigen offiziellen Version, wonach er mit dem Rauswurf Comeys auf eine Empfehlung des Justizministeriums reagierte.

Der FBI-Chef war während des Wahlkampfs mit Informationen zur Untersuchung des regelwidrigen Umgangs der Ex-Außenministerin mit ihren dienstlichen Mails an die Öffentlichkeit gegangen. Clinton machte ihn deshalb für ihre Niederlage gegen Trump mitverantwortlich. Im Wahlkampf hatte Trump den FBI-Chef noch für die Ermittlungen zu Clintons E-Mails gelobt.

Die oppositionellen Demokraten und andere Trump-Kritiker vermuten jedoch, dass der wahre Grund für Comeys Entlassung die FBI-Ermittlungen zur Russland-Affäre sind. Darin geht es um die mutmaßlichen russischen Hackerangriffe auf Clintons Wahlkampf-Team und mögliche illegale Verbindungen von Trump-Mitarbeitern nach Moskau.

cte/AFP/dpa

insgesamt 256 Beiträge
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Seite 1
Edgard 12.05.2017
1. Mit dem Charakter dieses Mr. Trump...
.. würde ich nicht einmal den Boden wischen. Er ist die unwürdigste Person die je ein Staatsamt in einer westlichen Demokratie besetzt hat. Es ist zu hoffen daß ein Impeachment diesem Treiben baldmöglichst ein Ende macht.
ludgermoritzer 12.05.2017
2. Höre ich...
Da Ansaetze einer Nötigung, bin gespannt auf die Fortsetzung
uruetten2 12.05.2017
3. Der Mann
muss von Panik erfüllt sein. Übel.
sosume 12.05.2017
4. Behinderung der Justiz
Sollte Trump in einem persönlichen Gespräch tatsächlich Loyalität vom ehemaligen Chef des FBI gefordert haben, so wäre das ein eindeutiger Fall von Behinderung der Justiz, Englisch Obstruction of justice und ein Grund für das impeachment.
sibbi78 12.05.2017
5. Zum Thema Trump
ist doch schon alles gesagt! Die USA scheinen ein vom selbsteinsitzenden Direktor geführtes Irrenhaus zu sein. Und niemanden dort scheint es so entschieden zu stören, dass ernsthafte Konsequenzen gezogen werden. Es nutzt also überhaupt nichts, wenn wir uns dauernd echauffieren - nervt uns nur selbst...
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