"Zeitverschwendung" Nordkorea-Sondierungen - Trump brüskiert seinen Außenminister

"Er verschwendet seine Zeit": Mit harschen Worten hat US-Präsident Trump auf die Verhandlungsversuche seines Außenministers Tillerson mit Nordkorea reagiert. Per Twitter mahnte Trump, der Minister solle "unsere Energie sparen".

Donald Trump mit Außenminister Tillerson (Archivbild)
AP

Donald Trump mit Außenminister Tillerson (Archivbild)


Kündigt sich hier etwa der nächste Minister-Rauswurf in der Trump-Regierung an? Mit heftiger Kritik hat der US-Präsident auf die Verhandlungsversuche seines Außenministers Rex Tillerson geantwortet.

"Ich habe Rex Tillerson, unserem wunderbaren Außenminister, gesagt, dass er seine Zeit verschwendet, wenn er versucht, mit dem kleinen Raketenmann zu verhandeln", twitterte Trump am Sonntag. "Kleiner Raketenmann" ist Trumps Bezeichnung für den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un.

Tillerson hatte am Tag zuvor erklärt, dass man im Streit über das nordkoreanische Atom-und Raketenprogramm das Gespräch mit der Führung in Pjöngjang suche. "Wir können mit ihnen reden. Wir reden mit ihnen", zitierte ihn die "New York Times". Allerdings ist die US-Regierungbisher damit abgeblitzt. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die nordkoreanische Führung an Gesprächen über eine Denuklearisierung interessiert sei, teilte Ministeriumssprecherin Heather Nauert mit.

Trump jedenfalls gefällt der Kommunikationsversuch offenbar gar nicht. "Spare unsere Energie, Rex", schob er in einem zweiten Tweet hinterher. "Wir tun, was getan werden muss!"

Nordkorea hatte am 3. September seinen bislang stärksten Atomwaffentest vorgenommen. Zudem testet das ostasiatische Land regelmäßig Raketen und verletzt damit Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Die US-Regierung hat wiederholt erklärt, dass eine "militärische Option" auf dem Tisch bleibe. Trump selbst drohte Nordkorea vergangene Woche sogar mit "vollständiger Vernichtung". Doch in Washington sind ranghohe Regierungsmitarbeiter davon überzeugt, dass ein militärisches Eingreifen auf der koreanischen Halbinsel kompliziert und gefährlich wäre - auch weil die dicht besiedelte südkoreanische Hauptstadt Seoul in Reichweite der nordkoreanischen Artillerie liegt.

stk/dpa/AFP



insgesamt 124 Beiträge
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hausfeen 01.10.2017
1. Die ungewohnt diplomatischen Töne Tillersons überraschten.
Trumps Trampeltweet rückt jedoch alles wieder ins Gewohnte.
die-metapha 01.10.2017
2.
Was für ein Irrsinn - fällt seinem eigenen Außenminister via Twitter derart in den Rücken und zeigt der gesamten Welt, was für ein unfähiger und unsensibler Präsident er doch ist. Wann wachen die Wähler dieses Schwachmaten eigentlich auf und wie lange lässt man diesen senilen Tölpel noch so agieren.
neurieder 01.10.2017
3. Was für ein Schwachkopf!
Nehmt ihm endlich das Zepter aus der Hand, bevor es zu spät dafür ist.
ernsst-august 01.10.2017
4.
Wenn es bei diesem Streit nur um N.Korea ginge waere mir diese Geschichte langsam egal,denn die Amis haben seit 1945 immer wieder irgendwo Krieg gespielt.Da aber auch China und Russland beteiligt sein koennten waere kein land auf der Welt mehr sicher.Erhebt sich nur die Frage-wie koennte man Deutschland wieder die Schuld zuschieben??
Sissy.Voss 01.10.2017
5. Man kann Trump verstehen...
Man kann Trump verstehen. Er durfte jetzt schon alles tun, worauf er Lust hatte: Verträge einseitig kündigen, seine Nazis öffentlich bevorzugen, ausländische Politiker beleidigen, Schmiergelder von den Saudis einstreichen und Twitter unrechtmäßig für Morddrohungen verwenden. Jetzt will er endlich mal sehen, was das für ein komischer roter Knopf ist, bei dem immer alle schreien: Finger weg. Dieser Rex von der Tankstelle bringt´s einfach nicht knackig genug rüber zu dem bockigen Kim.
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