Medienbericht Whistleblower in Ukraine-Affäre soll CIA-Mitarbeiter sein

Der Informant, der die Ukraine-Affäre ins Rollen gebracht hat, soll laut Berichten mehrerer US-Medien für den Auslandsgeheimdienst arbeiten. Die Anwälte des Whistleblowers warnen vor einer Enttarnung.

Laut "New York Times" gilt der mögliche Whistleblower als Ukraine-Experte
Mark Wilson/ AFP

Laut "New York Times" gilt der mögliche Whistleblower als Ukraine-Experte


Bei dem anonymen US-Informanten in der Ukraine-Affäre um Präsident Donald Trump handelt es sich nach Informationen mehrerer US-Medien um einen Analysten des Auslandsgeheimdienstes CIA.

Zuerst hatte die "New York Times" darüber berichtet. Die Zeitung berief sich auf drei verschiedene Quellen, welchen die Identität des Informanten bekannt sei. Der Mann sei zeitweise ins Weiße Haus abgestellt gewesen, dann aber zur CIA zurückgekehrt. Er habe demnach nicht in einem Team gearbeitet, das die Kommunikation des US-Präsidenten mit anderen Regierungsoberhäuptern betreut.

Anwälte des Informanten wollten laut "New York Times" nicht bestätigen, dass ihr Mandant für die CIA arbeitet. Sie warnten, die Veröffentlichung von Informationen, die zu dessen Identifizierung führen könnten, sei "höchst besorgniserregend und rücksichtslos". Ihr Mandant könne dadurch "in Gefahr gebracht werden", sagte Anwalt Andrew Bakaj.

US-Geheimdienstkoordinator Joseph Maguire hatte den Whistleblower zuvor verteidigt. Er denke, dass dieser das Richtige getan habe und "durchweg in gutem Glauben" gehandelt habe, so Maguire.

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Zum Schutz der Identität des Informanten sagte Maguire: "Wir müssen die schützen, die den Mut haben, über Fehlverhalten zu berichten - ob auf dem Schlachtfeld oder am Arbeitsplatz." Die Identität des Mannes ist geschützt durch US-Gesetze, die Regierungsmitarbeiter dazu ermutigen sollen, über schweres Fehlverhalten ihrer Vorgesetzten zu berichten. (Welche Auswirkungen der Fall für US-Präsident Trump haben könnte, lesen Sie hier)

Aus dem Beschwerdetext, den der Whistleblower über das Verhalten des US-Präsidenten verfasst hat, lässt sich laut "New York Times" ableiten, dass der Informant über weitreichende und detaillierte Kenntnisse der US-Europapolitik verfügt.

fek/AFP



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