Trump über Ukraine-Russland-Krise "Lasst uns Angela einbeziehen"

US-Präsident Trump mag die jüngste Krise zwischen Russland und der Ukraine nach eigener Aussage nicht. Jetzt äußert er eine Idee, die mit der deutschen Kanzlerin zu tun hat.
Donald Trump

Donald Trump

Foto: Jonathan Ernst/ REUTERS

US-Präsident Donald Trump hat sich laut einem Medienbericht dafür ausgesprochen, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine einschaltet. Die "New York Post" veröffentlichte Auszüge eines Interviews  mit dem Präsidenten, in dem Trump den jüngsten Vorfall im Asowschen Meer kritisiert.

"Wir werden sehen, wir werden herausfinden, was passiert ist. Ich mochte den Vorfall nicht und wir bekommen einen Bericht darüber, was passiert ist", zitiert die Zeitung den US-Präsidenten.

Laut dem Blatt fügte er dann hinzu: "Angela, lasst uns Angela einbeziehen!" Trump sprach sich demnach auch dafür aus, neben Merkel auch Frankreich einzubeziehen - ließ aber offen, was die beiden Regierungen genau tun sollten.

Merkel hat schon mit Putin und Poroschenko telefoniert

Was Trump offenbar nicht bedachte: Merkel hat sich bereits in den Konflikt eingeschaltet und am Montag erst mit dem ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko und dann mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert.

Am Sonntag hatte die russische Küstenwache ukrainischen Militärschiffen die Durchfahrt durch die Meerenge von Kertsch vor der von Russland annektierten Halbinsel Krim verweigert und ein Schiff gerammt. Die drei ukrainischen Schiffe wurden aufgebracht. Dabei fielen auch Schüsse. 24 Matrosen wurden festgesetzt.

Moskau und Kiew werfen sich seitdem gegenseitig vor, Schuld an der Eskalation zu sein. Putin sagte am Mittwoch bei einer Konferenz, Poroschenko nutze den Konflikt, um sich vor den Wahlen in der Ukraine im kommenden Frühjahr besser darzustellen. "Er musste irgendetwas tun, um die Situation zu verschärfen", zitiert die BBC  aus der Rede Putins (mehr dazu, wie beide Präsidenten die Situation für ihre Zwecke nutzen, erfahren Sie hier).

Videoanalyse: "Beide Seiten profitieren von der Eskalation"

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Trump hat wegen der Spannungen zwischen Moskau und Kiew ein Treffen zwischen ihm und Putin infrage gestellt. Eine offizielle Absage der Begegnung beim G20-Gipfel Ende der Woche durch die US-Regierung gab es aber bislang nicht. Bei dem Gipfel ist unter anderem auch ein Treffen zwischen Trump und Merkel geplant.

So reagiert die EU

Die EU ist wegen der jüngsten Entwicklungen zwischen Russland und der Ukraine besorgt. Es gebe eine "gefährliche Zunahme" der Spannungen erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini im Namen der 28 EU-Staaten am Mittwochabend. Der Gewalteinsatz Russlands und die zunehmende Militarisierung in der Region um die Meerenge von Kertsch seien "inakzeptabel".

Russland müsse alle Schiffe ungehindert durch die Meerenge nahe der Krim fahren lassen, hieß es weiter . Zudem müssten die festgehaltenen Schiffe und deren Crew unverzüglich freigelassen werden.

Neue Sanktionen gegen Russland, wie sie unter anderem die österreichische EU-Ratspräsidentschaft ins Spiel gebracht hatte, wurden indes nicht angekündigt. In der Erklärung heißt es lediglich, die Europäische Union werde die Situation weiter beobachten und sei "entschlossen, in enger Abstimmung mit ihren internationalen Partnern angemessen zu handeln".

kry/aar/dpa/AFP
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