Wahlkampf in den USA Trump will Bloomberg-Journalisten von seinen Auftritten ausschließen

Vor einer Woche hat Michael Bloomberg seine Präsidentschaftskandidatur erklärt. Donald Trump hält die Nachrichtenagentur des Demokraten für parteiisch - und will ihr den Zutritt zu seinen Auftritten verbieten.
Donald Trump, Präsident der USA , vor seinem Abflug zum Nato-Gipfel

Donald Trump, Präsident der USA , vor seinem Abflug zum Nato-Gipfel

Foto: SHAWN THEW/EPA-EFE/REX

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump wirft dem Medienkonzern des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Michael Bloomberg Parteilichkeit vor und will Konsequenzen ziehen. Das Team des Republikaners teilte mit, man werde Vertretern von Bloomberg News für Wahlkampfauftritte Trumps und andere Veranstaltungen keine Akkreditierungen mehr ausstellen. Ob und wie das Team mit Anfragen des Medienkonzerns oder einzelnen seiner Reporter umgehe, werde von Fall zu Fall entschieden.

Zur Begründung hieß es, das Medienunternehmen habe öffentlich erklärt, nicht unparteiisch zu sein. "Da sie ihre Befangenheit offen zum Ausdruck gebracht haben, wird die Trump-Kampagne nicht länger Repräsentanten von Bloomberg News für Kundgebungen oder andere Kampagnenveranstaltungen akkreditieren", sagte Brad Parscale, Kampagnenleiter von Trump, in einer Erklärung.

Normalerweise werden Reporter mit Presseausweisen zu Kundgebungen und anderen Kampagnenereignissen im Vorfeld der Wahlen im November 2020 zugelassen. Andere Bürger müssen Tickets bei der jeweiligen Kampagne erwerben oder in langen Schlangen warten, um an den Ereignissen teilzunehmen.

Michael Bloomberg in Phoenix, Arizona

Michael Bloomberg in Phoenix, Arizona

Foto: Rick Scuteri/ AP

Bloomberg hatte vor wenigen Tagen offiziell verkündet, dass er ins Präsidentschaftsrennen seiner Partei einsteigen will und Trump bei der Wahl 2020 herausfordern möchte. Unabhängig davon gibt er 100 Millionen Dollar seines eigenen Geldes für digitale Werbung aus, mit der er Trump angreift. Lesen Sie hier eine Analyse zur Präsidentschaftskandidatur Bloombergs.

Bloomberg will nicht zu Demokraten recherchieren - aber zu Trump

Der 77-Jährige ist Gründer des nach ihm benannten Finanz- und Medienunternehmens und gilt als einer der reichsten Männer der Welt. Er gilt als moderater Demokrat und macht damit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten vor allem dem früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden Konkurrenz.

Der Fernsehsender CNN veröffentlichte am Montag eine Stellungnahme des Chefredakteurs von Bloomberg News, John Micklethwait, in der dieser die Befangenheitsvorwürfe vehement zurückwies: "Der Vorwurf der Voreingenommenheit könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein." Man habe stets fair und unparteiisch über Trump berichtet und werde das auch weiterhin tun - trotz der vom Trump-Lager angekündigten Restriktionen.

Nachdem Bloomberg seine Kandidatur für das Weiße Haus angekündigt hatte, veröffentlichte Micklethwait ein Memo, in dem die Nachrichtenagentur erklärte, "unsere Tradition, Mike (und seine Familie und Stiftung) nicht zu untersuchen, fortzusetzen und die gleiche Politik auf seine Rivalen in den Vorwahlen der Demokraten auszudehnen". Er sagte jedoch, die wirtschaftsorientierte Nachrichtenorganisation werde weiterhin "die jeweilige Regierung, aktuell die Trump-Administration, zum Gegenstand von Berichterstattung machen".

mfh/dpa/Reuters