Atomkonflikt Trump will Iran-Sanktionen erheblich verschärfen

Im Streit um die erhöhte Urananreicherung durch Iran hat US-Präsident Donald Trump dem Land weitere Konsequenzen angedroht. Diese solle Teheran schon bald zu spüren bekommen.

Donald Trump
Saul Loeb / AFP

Donald Trump


US-Präsident Donald Trump hat Iran auf Twitter mit einer Verschärfung der Sanktionen gedroht. Das Land habe "seit Langem heimlich angereichert" und gegen das Atomabkommen verstoßen, schrieb er. Die Vereinbarung sei "furchtbar" gewesen. Weiter schrieb Trump: "Die Sanktionen werden bald verschärft, erheblich!"

Die USA waren vor einem Jahr aus dem internationalen Atomabkommen mit Iran ausgestiegen und haben seither scharfe Wirtschaftssanktionen gegen Teheran wieder in Kraft gesetzt. Iran wiederum verstieß in den vergangenen zehn Tagen demonstrativ gegen zwei zentrale Auflagen des Abkommens von 2015. Die Islamische Republik überschritt die Menge an erlaubtem Uran und die Obergrenze bei dessen Anreicherung.

"Iran sollte die amerikanische Zurückhaltung nicht mit einem Mangel an amerikanischer Entschlossenheit verwechseln", hatte US-Vizepräsident Mike Pence am Montag dazu gesagt. Man hoffe auf das Beste - aber das Militär sei bereit, amerikanische Interessen und US-Bürger in der Region zu schützen.

Mit den Verletzungen der Auflagen will Teheran nun die verbliebenen Partner des Abkommens dazu drängen, auf seine Wünsche nach wirtschaftlicher Zusammenarbeit einzugehen. Dieses Ziel ist durch die US-Sanktionen unter anderem gegen den Ölexport Irans kaum noch zu erreichen.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China wollen zwar an dem Abkommen festhalten. Doch sie konnten nicht verhindern, dass die meisten Firmen ihrer Länder sich aus Angst vor den US-Sanktionen aus Iran zurückzogen. In der Folge brach die dortige Wirtschaft stark ein.

kko/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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testuser2 10.07.2019
1. Das wird vielen Deutschen nicht gefallen
Das wird vielen Deutschen nicht gefallen. Denen nicht, die aus kapitalistischer Sicht wie früher Geschäfte mit dem Iran machen wollen, und die eine Einmischung von außen, in dem Fall durch die USA, ablehnen. Und denen nicht, die aus progressiver Sicht Trump als Feind ansehen und daher die Pro-Iranische Seite einnehmen (der Feind meines Feindes ist mein Freund). Ich sehe es so, dass Israel zwar eine harte Politik betreibt, die durchaus hinterfragt und kritisiert werden darf (auch ohne einen Vorwurf des Antisemitismus zu bekommen). Allerdings sehe ich das Regime im Iran so wenig vertrauenswürdig an, dass Sanktionen sinnvoll sind. Eine Eskalation von Seiten der USA befürworte ich aber ausdrücklich nicht.
birdie 11.07.2019
2. Herr Trump will unter allen Umständen SEINEN PRIVATKRIEG
gegen den Iran in Gang setzen, um seine Macht zu demonstrieren. Dabei übersieht er, dass Russland und China im Fall eines Krieges gegen den Ian nicht tatenlos zusehen werden. Und dann? Weltkrieg Nr. 3 am Ende mit Atombombeneinsatz? Unser letzter Kaiser hätte dazu angemerkt: "Herrlichen Zicken jehn mer entjejen"!
madmorty 11.07.2019
3. Was denn noch?
Trump weis das er einen Militäreinsatz nicht gewinnen kann und übt sich nun in großen harschen Drohgebärden. Sollte er jedoch einen Krieg lostreten wird es durch die iranische asymmetrische Kriegsführung einen riesigen Flächenbrand geben und die USA und seine Verbündeten haben mehr zu verlieren als der Iran. Der Iran lebt seit 40 Jahren mit Sanktionen und wird auch Trump überstehen.
gerhard38 11.07.2019
4. Trump ist aus dem Atomvertrag mit dem Iran ausgestiegen,
nacho umgekehrt und nun trompeted er haltlos über die bösen Mullahs und droht weitere Strafen an. was übrigens sind die Interessen der Amis im arabischen Meer. und der Strasse von Hormuz? Der Rüpel aus Washington und seine schmutzigen Helfer gehen inzwischen der ganzen Welt auf die Nerven. Wann revanchieren sich al die betroffenen und verärgerten Staaten und pissen dem orangen clown auch einmal an das Bein? Ich Magie Mullahs zwar auch nicht; aber ich verstehe ihre derzeitige Enttäuschung und wer glaubt, dass Trump erfolgversprechende Strategien hat, wird sicher über kurz oder lang bitter enttäuscht sein. Wann wacht Amerika auf und wie lange wollen die vernünftigen Amerikaner weiter zusehen, wie der GröpaZ das letzte Ansehen der USA verspielt?
claus7447 11.07.2019
5. Warum verklausulieren und verdrehen sie....
Zitat von testuser2Das wird vielen Deutschen nicht gefallen. Denen nicht, die aus kapitalistischer Sicht wie früher Geschäfte mit dem Iran machen wollen, und die eine Einmischung von außen, in dem Fall durch die USA, ablehnen. Und denen nicht, die aus progressiver Sicht Trump als Feind ansehen und daher die Pro-Iranische Seite einnehmen (der Feind meines Feindes ist mein Freund). Ich sehe es so, dass Israel zwar eine harte Politik betreibt, die durchaus hinterfragt und kritisiert werden darf (auch ohne einen Vorwurf des Antisemitismus zu bekommen). Allerdings sehe ich das Regime im Iran so wenig vertrauenswürdig an, dass Sanktionen sinnvoll sind. Eine Eskalation von Seiten der USA befürworte ich aber ausdrücklich nicht.
Zum einen - es gefällt den meisten Deutschen nicht, wenn wieder ein Krieg im nahen Osten angezettelt wird durch die USA. Und wieder wie bei Irak 2 werden Argumente herangezogen die nicht richtig sind. Trump geht auf Konfrontation weil ihn Netanjahu und S.A. hierfür anstacheln. Und ich nutze ihre Worte: man muss doch den Feind meiner Freunde angreifen! - das Argument der Feind meines Feindes ist mein Freund ist schlicht billig. Zum einen steht die Mehrheit der Bevölkerung extrem kritisch den Ayatollahs gegenüber. Und Trump ist kein Feind, er ist schlicht dumm. - Die deutsche Wirtschaft wird es überleben, nur ob die Provokationen die Trump durchführt mit der einseitigen Kündigung wird auf den Schultern in Europa ausgetragen, dort kommen dann die neuen Flüchtlingsströme an, nicht bei Trump.
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