Atomkonflikt Trump spricht sich gegen Regimewechsel in Iran aus

Im Konflikt mit Iran schlägt Donald Trump fast schon versöhnliche Töne an: Das Regime zweifle er nicht an, und zu Gesprächen sei er bereit. Er habe schließlich nur ein Ziel.

US-Präsident Donald Trump
AP

US-Präsident Donald Trump


US-Präsident Donald Trump hat betont, keinen Regimewechsel in Iran anzustreben. "Wir blicken nicht auf einen Regimewechsel, das möchte ich klarmachen", sagte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Tokio. "Ich will Iran nicht schaden." Sein Ziel sei es lediglich zu verhindern, dass Iran in den Besitz von Atomwaffen gelange.

Zuvor hatte Trump sich grundsätzlich zu Gesprächen mit Iran bereit erklärt. "Ich denke, dass Iran gerne reden würde, und wenn Iran gerne reden würde, würden wir auch gerne reden", sagte Trump. "Wir werden sehen, was passiert", fügte Trump hinzu und verwies darauf, dass Abe "sehr eng mit der Führung Irans" sei.

Japan ist bereit, in dem Konflikt zu vermitteln. "Wir möchten alles tun, was wir können", sagte Abe. Die Spannungen müssten gedämpft werden. Japan unterhält ein verhältnismäßig gutes Verhältnis zu Teheran.

Vor Kurzem hatte Trump Iran noch mit Vernichtung gedroht. Die US-Regierung warnte seit dem Ausstieg Irans aus dem Atomabkommen wiederholt vor einer akuten "Bedrohung" für ihre Truppen in der Region. Nach Angaben von Regierungsvertretern in Washington soll diese Gefahr von irakischen Milizen ausgehen, die von den iranischen Revolutionsgarden befehligt würden.

Am Freitag verkündete die US-Regierung schließlich, weitere 1500 Soldaten in das Gebiet zu entsenden. Trump warf der iranischen Führung erneut vor, "Terror auf der ganzen Welt" zu verbreiten. Zuvor hatte die US-Regierung schon den Abzug aller nicht dringend benötigten Diplomaten aus dem Irak angeordnet - auch das eine Reaktion auf den Konflikt mit Iran.

Der Forderungskatalog der Amerikaner ist lang: Iran soll nicht nur sofort die massive Einmischung in regionale Konflikte wie im Jemen oder in Syrien beenden, sondern auch der Entwicklung von ballistischen Raketensystemen abschwören. Ziel sei es, dass sich Iran endlich wie eine "normale Nation" verhalte, sagte US-Außenminister Mike Pompeo.

lmd/dpa

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yoda56 27.05.2019
1. Es wäre nebenbei auch ganz nett, wenn sich die USA...
...auch mal wie eine "normale Nation" verhalten würden und nicht ständig regionale Konflikte im nahen Osten, in Osteuropa und in Mittel-und Südamerika anheizen würden.
gunar1979 27.05.2019
2. Normale Nation
Also wenn man die USA als Referenz für eine "normale Nation" betrachtet, dann verhält sich der Iran mehr als normal. Man kann schon sagen, er verhält sich mustergültig.
Darl 27.05.2019
3. Déjà-vu
Irgendwie habe ich gerade ein Déjà-vu. Ich weiß es klingt ein bisschen weit hergeholt aber ist das nicht ziemlich ähnlich zu dem was Trump mit Nordkorea versucht hat? Die Sache erst fast komplett eskalieren lassen und dann auf Schlichter machen? Wird warscheinlich wieder das selbe Ergebniss haben ( nämlich gar keins).
smokiebrandy 27.05.2019
4. Wir streben keinen Regimewechsel im Iran an.
...in welchen Ländern streben die USA denn zur Zeit einen und in welchen Ländern keinen Regimewechsel an? Ist das eigentlich klar, dass das Anstreben von Regimewechseln nichts anderes als die Einmischung in die inneren Angelegenheiten von souveränen Ländern ist? Welche Sicht hat die UNO eigentlich auf Regimewechsel? Und welches Vertrauen könnte der Iran in diese Zusicherung haben? D.T. will den größten Gegenspielern des Irans im Nahen Osten am Kongress vorbei weitere Waffenlieferungen im mehrere Millionen Dollar Bereich ermöglichen. Die Möglichkeit eine iranische Bombe zu verhindern gab es mit dem gekündigten Abkommen. Die Möglichkeit der Kontrolle über die Nuklearindustrie des Irans gab es mit dem gekündigten Abkommen. Was gibt es jetzt ? Die Drohung den Iran endgültig zu vernichten , sollte er einen Angriff auf US Soldaten in der Region wagen... na das hört sich doch nach richtig ernst gemeinter Verhandlungsbereitschaft an. Ich hoffe nur, dass sich keine "moderate Rebellengruppe" findet , die genau das Argument liefert um endlich militärische Schläge gegen den Iran zu führen...
Daniel B. aus KL 27.05.2019
5. Reden?
Irgendwie habe ich inzwischen das Gefühl, dass - zumindest so lange wie dieser erratisch agierende, orangene Clown im Weißen Haus sitzt - keiner mit dem höchsten Vertreter der USA reden WILL. Die meisten, die noch mit ihm reden, können es wohl nicht vermeiden. Aber wer will schon mit jemandem seine wertvolle Lebenszeit verschwenden, bei dem man 1 Minute später nicht mehr weiß, ob er sich je daran erinnert, was gerade besprochen wurde?
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