Russland-Affäre Trump will Mueller-Report noch nicht gelesen haben

Der Bericht von US-Sonderermittler Robert Mueller zur Russland-Untersuchung soll für Donald Trump problematischer sein, als sein Justizminister nahelegt. Trotzdem will der Präsident ihn noch nicht gelesen haben.

Donald Trump steigt aus der Air Force One
AP

Donald Trump steigt aus der Air Force One


Seinen eigenen Worten zufolge hat US-Präsident Donald Trump den Bericht von Sonderermittler Robert Mueller zur Russland-Untersuchung noch nicht gelesen. Er kenne nur die Schlussfolgerungen daraus, twitterte Trump.

Er habe das Recht, den Bericht zu lesen, aber er habe es noch nicht getan, schrieb er weiter. Er erklärte überdies, dass Mueller zu dem Schluss gekommen sei, dass es keine geheimen Absprachen zwischen seinem Wahlkampflager und Russland gegeben habe.

Der Sonderermittler hatte seine Untersuchung vor zwei Wochen beendet und einen vertraulichen Bericht dazu an Justizminister William Barr übergeben. Bislang ist davon nur eine von Barr verfasste vierseitige Zusammenfassung bekannt. Demnach kam Mueller zu dem Ergebnis, dass es keine Beweise für geheime Absprachen des Wahlkampflagers von Trump mit Vertretern Russlands gegeben hat.

Demokraten fordern Veröffentlichung

In der Frage, ob Trump die Justiz mit der Entlassung von FBI-Chef James Comey behindert habe, legte Mueller sich nicht fest, sondern legte Indizien dafür und dagegen vor. Barr kam auf Grundlage dieser Erkenntnisse zu dem Schluss, dass dem Präsidenten auch in diesem Punkt keine strafrechtlichen Vorwürfe zu machen seien. Trump sah sich nach der Veröffentlichung der Zusammenfassung vollständig entlastet.

In den vergangenen Tagen hatte es Berichte gegeben, wonach einige Ermittler aus Muellers Team der Meinung seien, dass Barr die Ergebnisse der Untersuchung nicht adäquat wiedergegeben habe und dass diese für Trump problematischer seien, als Barr es nahegelegt habe.

Auch deswegen fordern die Demokraten vom Justizministerium die Veröffentlichung des kompletten 400-seitigen Berichts. Barr will dagegen nur eine in Teilen geschwärzte Version veröffentlichen.

brt/dpa

insgesamt 86 Beiträge
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Seite 1
mullertomas989 06.04.2019
1. Das ist plausibel....
Trump erwartet doch auch seinen Mitarbeitern, dass sie ihm nur sehr kurze Zusammenfassungen geben. Einen Bericht über zig Hundert Seiten? Wird er nie lesen wollen...................
bigroyaleddi 06.04.2019
2. Dazu gibts nur einen Satz:
Trump lügt doch schon, wenn er nur den Mund aufmacht.
DerÜblicheVerdächtige 06.04.2019
3.
Glaubhaft. Das Ding hat 400 Seiten. Als ob Trump was lesen würde, was über den inhalt von donald_trump_is_best_1pager.ppt hinausgeht.
sven2016 06.04.2019
4. Liest man das Buch von Rick Reilly,
dann weiß man in etwa, wie dieser Mann tickt. Auch außerhalb von politischen Ämtern. Einfach krank.
Zaunsfeld 06.04.2019
5.
Der vollständige Bericht hat immerhin 400 Seiten. Wenn Trump den lesen würde, hätte er ja dann wahrscheinlich genau so viel gelesen wie in seinem ganzen bisherigen Leben zuvor. Er wird es also bis ans Ende seines Lebens zeitlich gar nicht mehr schaffen, den Bericht einmal vollständig zu lesen.
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