"Sehr gewalttätig, sehr schrecklich" Trump will sich Tonband vom Khashoggi-Mord nicht anhören

Die US-Geheimdienste haben Donald Trump zum Khashoggi-Mord informiert. Der Präsident sagt, er wisse nun genau, was passiert sei - und betont: Für den saudischen Kronprinzen müsse die Unschuldsvermutung gelten.

Donald Trump
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In einem am Wochenende veröffentlichten Interview hat US-Präsident Donald Trump erneut erklärt, im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi müsse für den saudischen Kronprinzen die Unschuldsvermutung gelten.

Sein eigener Geheimdienst kommt laut Medienberichten zu einer anderen Einschätzung. Demnach geht die CIA davon aus, dass Kronprinz Mohammed bin Salman den Mord wohl persönlich in Auftrag gegeben habe.

Trump sagte in einem am Freitag aufgezeichneten und am Sonntag ausgestrahlten Interview mit Fox News, dass er von seinen Diensten ausführlich über eine Tonaufnahme zu der Tötung informiert worden sei. Er wisse genau, was passiert sei.

Damit bestätigte er, dass es eine Tonbandaufnahme zur Tötung Khashoggis gebe. Den Inhalt der Aufnahme beschrieb Trump als schrecklich. "Es war sehr gewalttätig, sehr bösartig und schrecklich."

Er selbst wolle sich den Mitschnitt aber nicht anhören, weil es eine "Aufzeichnung des Leidens" sei.

Am Freitag hatten die "Washington Post" und die "New York Times" berichtet, die Spur im Fall Khashoggi führe nach Erkenntnissen der CIA direkt in den Saudi-arabischen Königspalast. Die USA kündigten an, einen umfassenden Bericht zum Fall Khashoggi zu veröffentlichen.

Trump hingegen betonte, der saudische Kronprinz habe ihm gesagt, dass er nichts mit der Tat zu tun habe. Es gebe zudem "viele Menschen", die sagten, Mohammed bin Salman habe kein Wissen davon gehabt.

Vizepräsident Mike Pence kündigte unterdessen an, die USA würden die Verantwortlichen für Khashoggis Tod zur Rechenschaft ziehen. Die Tötung des Journalisten sei eine "Gräueltat" und ein "Angriff auf eine freie und unabhängige Presse".

mal/AFP/dpa



insgesamt 41 Beiträge
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Trollflüsterer 18.11.2018
1.
Was für ein erbärmliches Rumgeiere. Jeder weiß, dass die Trump Regierung weiterhin voll zu SA stehen wird, egal was die noch anstellen. Der Rest sind nur Lippenbekenntnisse.
haarer.15 18.11.2018
2. Dem Mann ist nicht mehr zu helfen ...
Trumps Umgang mit dem Fall Kashoggi ist oberpeinlich bis zum geht-nicht-mehr. Solche Verblendung von Tatsachen ist nicht mehr zu toppen. Wie deutlich muss man denn noch werden ?
KingTut 18.11.2018
3. Trumps wahre Freunde
Trumps Verehrung für Saudi-Arabien, Nord-Korea und Russland sind allseits bekannt, da öffentlich von selbigem wiederholt kundgetan. Seine dubiosen Praktiken als "Geschäftsmann", derer er sich stets als "smart" gepriesen hat, haben so Einzug in die Politik gefunden. Die nationalen und wirtschaftlichen Interessen der USA werden zu Gunsten von Allianzen mit korrupten Regimes ausverkauft. Man fragt sich unwillkürlich, was die Saudis wohl in der Hand haben, dass Trump jeden Ärger von ihnen fern hält. Und die Republikaner: sie schweigen.
sven2016 18.11.2018
4. Sensibelchen Trump
Deshalb hat er wohl auch bisher keine US-Truppen besucht, die in Kampfeinsätzen im Ausland stehen. Die Bone Spurs sind doch nach eigener Bekundung längst abgeheilt. Der Typ ist einfach ein kleiner Feigling, der sich seine Realität lieber selber baut: Reality TV ist ungefährlich. Was für ein Weichei. Und den hat Putin zum Präsidenten gemacht? Beim nächsten Mal pusht er Stallone.
Nandiux 18.11.2018
5. Deals.
Darum geht es natürlich. Und das muss man so klar benennen. Moral bzw. Menschenrechte sind zweitrangig. Eine Schande ist das. Ich hätte nicht gedacht, dass man Bush Junior noch negativ toppen kann.
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