Einwanderung US-Regierung will unbefristete Festnahme von Migrantenkindern erlauben

Bislang durften Migrantenkinder in den USA nur für 20 Tage von den Behörden festgehalten werden. Jetzt kündigt das Weiße Haus eine drastische Änderung dieser Regelung an, die schon bald in Kraft treten soll.

Ein Junge im US-amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet
Elliot Spagat/ AP

Ein Junge im US-amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet


Innerhalb von 60 Tagen soll die neue Regelung in Kraft treten: Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will künftig die unbefristete Festnahme von illegal ins Land gelangten Kindern erlauben. Eine seit 1997 geltende Regelung, wonach Minderjährige nicht länger als 20 Tage in Unterbringungszentren für Migranten festgehalten werden dürfen, soll abgeschafft werden. Das kündigten das Weiße Haus und das US-Heimatschutzministerium an.

Die Regelung von 1997 sei "überholt", erklärte das Weiße Haus. Sie trage nicht der Tatsache Rechnung, dass die Zahl der aus Zentralamerika illegal ins Land kommenden Familien und Minderjährigen "massiv" zugenommen habe.

Wegen ihres Umgangs mit minderjährigen Einwanderern sieht sich die Trump-Regierung bereits seit Längerem heftiger Kritik durch die oppositionellen Demokraten sowie von Bürgerrechtlern ausgesetzt. Die Zustände in den Unterbringungszentren werden vielfach als menschenunwürdig kritisiert.

Im vergangenen Jahr hatte die Regierung zudem damit begonnen, minderjährige Migranten an der Grenze von ihren Eltern zu trennen und separat unterzubringen. Nach empörter Kritik in Teilen der US-Öffentlichkeit ließ Trump die Praxis nach sechs Wochen offiziell wieder beenden.

Die Bürgerrechtsorganisation ACLU prangerte jedoch erst kürzlich an, dass die Praxis weiter fortgesetzt werde. An der Grenze zu Mexiko hätten die US-Behörden binnen eines Jahres fast tausend Einwandererkinder von ihren Eltern getrennt.

als/AFP



insgesamt 12 Beiträge
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michaelXXLF 21.08.2019
1. Auf Wiedersehen!
Damit verabschiedet sich die US-Regierung wohl endgültig aus dem Kreis der zivilisierten Gesellschaften.
Magnifier007 21.08.2019
2.
Nicht strafmündig, ohne Anklage, ohne Gerichtsbeschluss. Kinder dennoch unbegrenzt einsperren. Ich ringe mit Worten, wie man einen solchen ideologischen Unterbau beschreiben soll.
nairolf 21.08.2019
3. Schurkenstaat
Die Maske bröckelt schon seit dem letzten Irak Krieg und die Vereinigten Staaten zeigen immer mehr ihrer hässlichsten Fratze. Und Trump arbeitet weiterhin mit Hochdruck daran, jeden Rest des positiven Images, das die USA einmal hatten, endgültig zu vernichten. Menschen, die solche psychische und emotionale Misshandlung und Folter für Jugendliche, Kinder und sogar Kleinkinder fordern, gutheißen, tolerieren oder durchführen, sind einfach nur Monster. Und für Staaten, die das alles auch noch gesetzlich absegnen gibt es auch ein Wort: Schurkenstaat.
bert1966 21.08.2019
4.
Was für eine Gesellschaft, in der mindestens 50% diesen Kurs unterstützen und die anderen 50% nicht täglich und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen protestieren.
Nubari 21.08.2019
5. Menschenverachtend
Es sind Kinder! Von ihren Eltern getrennt! Darunter Kleinkinder! Das ist böse, das ist grausam. Hinzu kommt: die Zustände in diesen überfüllten Lagern sind bereits jetzt unhaltbar und verstoßen gegen US-Gesetze. Nun soll der Aufenthalt dieser Kinder unbefristet möglich sein, wie sehr sollen diese Lager über-überfüllt werden? Hier liegt vielleicht vie Antwort: die Mehrzahl dieser Lager werden privatwirtschaftlich betrieben und werfen dank Unterbringungskosten wie im 5-Sterne-Hotel märchenhafte Gewinne ab. Ex-Trump-Stabschef General Kelly sitzt seit 6 Monaten im Vorstand des größten Betreibers und plant, viele weitere Einrichtungen zu schaffen. Es ist ein korrupter Sumpf, der auf Kosten der unschuldigen kleinen Kinder Geld scheffelt.
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