Rede in Washington Trump will die USA vereinen

"Ich liebe Euch": Der künftige US-Präsident Donald Trump hat sich am Vorabend seiner Vereidigung bei seinen Anhängern bedankt. Zeitgleich demonstrierten in New York Tausende Menschen gegen den Milliardär.


Am Vorabend seiner Vereidigung als US-Präsident hat Donald Trump angekündigt, das gespaltene Land zusammenzubringen. "Wir werden unser Land vereinen", sagte Trump zum Abschluss eines Konzerts vor dem Lincoln-Memorial in Washington, das zu seinen Ehren gegeben wurde. "Wir werden Amerika für alle Amerikaner groß machen, für jedermann."

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Heft 4/2017
Die neue Weltordnung

"Diese Reise hat vor 18 Monaten begonnen", sagte Trump vor Tausenden begeisterten Anhängern: "Ich bin nur der Botschafter. Ich liebe Euch." Es habe eine Bewegung begonnen, wie es sie auf der Welt noch nicht gegeben habe, sagte Trump. Man wolle nun echten Wandel im Land. Erneut machte Trump in Auftreten und Aussagen starke Anleihen an seinen Wahlkampf. Er wiederholte seine Slogans zu Jobs, der Mauer an der Grenze zu Mexiko, zu den Themen Handel und Militär. "Ich verspreche, dass ich hart arbeiten werde", sagte Trump.

Der künftige Präsident wurde beim Besuch des Konzerts von seiner Familie begleitet. Das Konzert, bei dem unter anderem die Country-Sänger Lee Greenwood und Toby Keith sowie die Rockband 3 Doors Down aufgetreten waren, gehörte zum Auftakt der Feierlichkeiten rund um die Vereidigung.

Am Nachmittag hatte Trump einen Kranz auf dem Soldatenfriedhof in Arlington niedergelegt, Vizepräsident Mike Pence war an seiner Seite. Für den Abend waren ein Essen und ein Empfang geplant. Im Anschluss sollte es für Trump ins Blair House gehen, das Gästehaus des US-Präsidenten gegenüber dem Weißen Haus. Am Freitagmittag wird Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt.

Tausende protestieren in New York

Zeitgleich haben in New York mehrere tausend Menschen gegen den Republikaner demonstriert. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, versammelte sich die Menge am Columbus Circle und auf der Straße Central Park West am Central Park. Dort befindet sich auch der Trump Tower.

Unter den Teilnehmern an der Demonstration waren unter anderem auch New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio, die Schauspieler Robert de Niro, Alec Baldwin und Julianne Moore und Regisseur Michael Moore. Auf Transparenten war zu lesen "Trump täglich bekämpfen", "Gerechtigkeit und Bürgerrechte für alle" oder "Liebe triumphiert über Hass".

"Morgen ist nicht das Ende. Es ist der Anfang", sagte de Blasio, ein erklärter Trump-Gegner insbesondere in Einwanderungsfragen. "Wir haben keine Angst vor der Zukunft."

max/dpa/AFP



insgesamt 88 Beiträge
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micromiller 20.01.2017
1. Die USA haben eine vorbildliche Demokratie
und garantieren auch unsere Feiheit. Trump ist gewählter Präsident mit einer revolutionären Agenda, die wenn es klappt, gut für für die Mehrheit der Amerikaner und die friedliebenden Menschen unserer Welt ist. Opposition auf allen Ebenen ist lebende Demokratie und gehört zur Freiheit! Donald Trump wird sich am Erfolg seiner vielen Vorhaben messen lassen und das wird schon innwenigen 100 Tagen der Fall sein.
j.hafner 20.01.2017
2. Trump hat die beste Startposition aller US-Präsidenten
Oh, was ist im Vorfeld über Trump hergezogen worden! Jedes Fettnäpfchen, in das er trat (nachdem er es selbst hingestellt hatte) wurde medial zu einem Trog erweitert. Das Resultat: Man erwartet Schlimmstes und Abgründigstes von und in seiner Amtszeit. Nun: ich nicht! Naiv wie ich bin, denke ich, dass die Ehre des Amtes ihn heimlich erobern wird, und er sich, so abgefeimt er auch tun mag, von ihr becircen und verändern lässt. Gut, er ist Geschäftsmann, wird das Land eher wie ein Wirtschaftsunternehmen führen wollen. Aber: Ist es nicht möglich, dass abseits seines plakativen Narzismus' auch millardärtypische Bauernschläue und Unternehmer-Instinkt dafür sorgen werden, dass die Dinge sich gar nicht so schlecht entwickeln werden? Immerhin: Alle scheinen nun aufzuwachen aus ihrer Komfortzonen-Starre, besonders die Führungsspitzen anderer Staaten. Mögen spannende Zeiten beginnen! Ab heute geht's los!
vor.morgen 20.01.2017
3. Das Konzert war stimmungsvoll.
Der riesige Teich vor dem Lincoln-Memorial - bekannt für die, die noch nicht dort waren, durch den Film "Forest Gump", als dort gegen den Vietnam-Krieg demionstriert wurde - war von vielen Tausenden Zuhörern umlagert. Alle feierten und jubelten, als Trump ein paar Worte sprach. In Washington waren da keine Pfiffe zu hören, im Gegenteil. Es war der Tag der Trump-Anhänger, die in die Hauptstadt gekommen waren. Sollte jemand protestieren wollen, hate er heute keine Chance. Zu groß war die Anhängerschaft von Trump. Schauen wir, was morgen kommt. Scheinbar sind mehr Anhänger in dem, eigentlich Trump-kritischen Washington, als erwartet wurden. Wenn in N.Y. der Bürgermeister gegen Trump protestiert haben soll, finde ich das wenig sinnvoll. Denn dann versuchen die Demokraten von Anfang an gegen den eigenen Präsidenten vorzugehen. Etwas unüblich, für die USA. Aber die Demokraten sind nicht nur hier aktiv gegen die neue Administration. Schon könnten einige Minister von Trump im Senat bestätigt werden, wo die Republikaner die Mehrheit haben. Die Demokraten verzögern aber die Anhörung der zukünftigen Minister. Sie können deren Bestätigung nicht verhindern, aber ihren Arbeitsstart verzögern. Das mag ihnen Genugtuung bereiten, was aber bringt das dem Land? Wenn die Demokraten nicht aufpassen und nur destruktiv unterwegs sind, geben sie den Republikanern nur Munition für den nächsten Wahlkampf. Und der beginnt bald. Denn in weniger als 2 Jahren werden Teile des Senates und das gesamte Repräsentantenhaus neu gewählt.
eriatlov 20.01.2017
4. Alle gegen Trump, Trump gegen alle
Ab heute werden wir sehen, ob seine Gegner Recht behalten oder ob Trump mit seinen angekündigten Massnahmen die Oberhand gewinnt. Interessant wird es allemal!
herr_grabowski 20.01.2017
5. Wie Demokratie funktioniert
Die Demokratie in Amerika funktioniert. Nach 8 Jahren Obama kommt jetzt Trump. Wenn er es gut macht, ist er nach 8 Jahren weg, wenn er es schlecht macht nach 4. Hat was!
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