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Rede in Washington Trump will die USA vereinen

"Ich liebe Euch": Der künftige US-Präsident Donald Trump hat sich am Vorabend seiner Vereidigung bei seinen Anhängern bedankt. Zeitgleich demonstrierten in New York Tausende Menschen gegen den Milliardär.

Am Vorabend seiner Vereidigung als US-Präsident hat Donald Trump angekündigt, das gespaltene Land zusammenzubringen. "Wir werden unser Land vereinen", sagte Trump zum Abschluss eines Konzerts vor dem Lincoln-Memorial in Washington, das zu seinen Ehren gegeben wurde. "Wir werden Amerika für alle Amerikaner groß machen, für jedermann."

"Diese Reise hat vor 18 Monaten begonnen", sagte Trump vor Tausenden begeisterten Anhängern: "Ich bin nur der Botschafter. Ich liebe Euch." Es habe eine Bewegung begonnen, wie es sie auf der Welt noch nicht gegeben habe, sagte Trump. Man wolle nun echten Wandel im Land. Erneut machte Trump in Auftreten und Aussagen starke Anleihen an seinen Wahlkampf. Er wiederholte seine Slogans zu Jobs, der Mauer an der Grenze zu Mexiko, zu den Themen Handel und Militär. "Ich verspreche, dass ich hart arbeiten werde", sagte Trump.

Der künftige Präsident wurde beim Besuch des Konzerts von seiner Familie begleitet. Das Konzert, bei dem unter anderem die Country-Sänger Lee Greenwood und Toby Keith sowie die Rockband 3 Doors Down aufgetreten waren, gehörte zum Auftakt der Feierlichkeiten rund um die Vereidigung.

Am Nachmittag hatte Trump einen Kranz auf dem Soldatenfriedhof in Arlington niedergelegt, Vizepräsident Mike Pence war an seiner Seite. Für den Abend waren ein Essen und ein Empfang geplant. Im Anschluss sollte es für Trump ins Blair House gehen, das Gästehaus des US-Präsidenten gegenüber dem Weißen Haus. Am Freitagmittag wird Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt.

Tausende protestieren in New York

Zeitgleich haben in New York mehrere tausend Menschen gegen den Republikaner demonstriert. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, versammelte sich die Menge am Columbus Circle und auf der Straße Central Park West am Central Park. Dort befindet sich auch der Trump Tower.

Unter den Teilnehmern an der Demonstration waren unter anderem auch New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio, die Schauspieler Robert de Niro, Alec Baldwin und Julianne Moore und Regisseur Michael Moore. Auf Transparenten war zu lesen "Trump täglich bekämpfen", "Gerechtigkeit und Bürgerrechte für alle" oder "Liebe triumphiert über Hass".

"Morgen ist nicht das Ende. Es ist der Anfang", sagte de Blasio, ein erklärter Trump-Gegner insbesondere in Einwanderungsfragen. "Wir haben keine Angst vor der Zukunft."

max/dpa/AFP
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