Bericht über Cyberattacken gegen Russland Trump wirft "New York Times" Hochverrat vor

Ein Bericht der "New York Times" beschreibt, wie die US-Geheimdienste eine neue aggressive Linie im Cyberkrieg fahren und in russische Datennetze eindringen. Ein Akt des Hochverrats, schimpft US-Präsident Trump auf Twitter.

US-Präsident Trump
CHRIS KLEPONIS/POOL/EPA-EFE/REX

US-Präsident Trump


US-Präsident Donald Trump hat die "New York Times" wegen eines Artikels über amerikanische Cyber-Übergriffe gegen Russland scharf attackiert. Er warf dem Blatt in einem Tweet in der Nacht zum Sonntag einen "virtuellen Akt des Hochverrats" vor.

Die Zeitung hatte zuvor berichtet, die USA hätten "digitale Eingriffe in das russische Stromnetz als Warnung an Präsident Wladimir Putin" vorgenommen. Unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsbeamte hieß es, damit demonstriere die US-Regierung einen aggressiveren Einsatz von Cyberwaffen. Unter anderem werde damit auf Berichte über russische Desinformationskampagnen und auch Hackerangriffe reagiert.

Wie die "NYT" weiter schreibt, hätten sich die USA schon seit 2012 Zugänge zum russischen Energienetz verschafft, zur Erkundung. Nun aber sei man dazu übergegangen, selbst Malware in die russischen Systeme einzuschleusen. Den zitierten Regierungsbeamten zufolge handele es sich um eine Warnung an Moskau: Man sei für den Fall eines größeren Konflikts bereit zu einem Cyberangriff.

"Sie werden es nicht glauben, aber die scheiternde 'New York Times' hat gerade eine Story gebracht, dass die Vereinigten Staaten ihre Cyberattacken gegen Russland erheblich verstärken", schrieb Trump auf Twitter. "Das ist ein virtueller Akt des Hochverrats einer einst großen Zeitung, die wohl verzweifelt auf eine große Geschichte aus ist, irgendeine Geschichte, auch wenn sie schlecht für unser Land ist..."

Trump nahm dies zum Anlass, in einem zweiten Tweet gegen "unsere korrupten Medien" zu wettern. "Sie tun oder schreiben was auch immer, ohne den geringsten Gedanken an Konsequenzen!", schrieb der US-Präsident. Er nannte die Medien Feiglinge und Feinde des Volks.

Die "New York Times" zitierte nicht nur Informanten, die nicht genannt werden wollten, sondern auch US-Sicherheitsberater John Bolton. Dieser hatte am Dienstag öffentlich gesagt, man werde sich digitale Ziele künftig genauer anschauen. Es gehe darum Russland - oder wer auch immer Cyberattacken auf die US-Infrastruktur betreibe - zu sagen: "Ihr werdet einen Preis dafür bezahlen."

oka/dpa



insgesamt 133 Beiträge
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nachtmahr79 16.06.2019
1.
Das Trump von Hochverrat spricht, anstatt die Geschichte einfach zu leugnen impliziert ja bereits, das die NYT sauber recherchiert hat.
K:F 16.06.2019
2. USA das ewige Opfer
was USA betreiben Cyberkrieg? USA sind doch Unschuldslämmer die von den Wölfen, außerhalb des Paradieses USA, immer nur angegriffen werden. Warum reden die Präsidenten nicht miteinander? Lieber greift der Potus die Medien an.
juba39 16.06.2019
3. Warum nur?
Warum kann der Mann nicht einfach nur die Klappe halten? Muß er mit dem Vorwurf des Hochverrats (juristisch ist das sogar korrekt!) auch noch den Wahrheitsgehalt der Meldung bestätigen? Wir alle sollten aber die brisanteste Angabe nicht so einfach überlesen. Seit wann gibt es dieses Eindringen in die russischen Syteme (siehe Text)? Und wann soll Russland durch Hacking versucht haben, die Wahlen zu beeinflussen?
taglöhner 16.06.2019
4. Krokodilstränen?
Was nicht in dem Artikel erwähnt wird, ist, dass die Quellen der NYT auch steckten, dass die beteiligten Beamten ais Sorge um Indiskretionen bewusst vermieden haben, Trump Einblick in Details bzw. Code der Software zu verschaffen. Nebenbemerkung: Ich habe den Verdacht, dass Bolton Trump inzwischen auf die Finger guckt. Der könnte sich noch als Derjenige erweisen, der ihn letztlich zur Strecke bringt. Reines Gefühl.
christian_11 16.06.2019
5. Hochverrat!
Potzblitz! Aber warum ist es Hochverrat, wenn es doch "...ALSO, NOT TRUE!" ist? So ein Kretin. Jetzt glaubt man`s ihm erst recht. :D
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