Trump gegen Republikaner "Sie werde ich mir schnappen"

Mehr als 20 Republikaner wollen gegen Donald Trumps Gesundheitsreform stimmen. Der Präsident droht ihnen indirekt mit Mandatsverlust. Vor allem für einen Abgeordneten wurde es ungemütlich.


Vor einer für ihn wichtigen Abstimmung im Parlament hat US-Präsident Donald Trump mehreren republikanischen Kongressabgeordneten indirekt mit dem Verlust ihrer Mandate gedroht.

An den republikanischen Abgeordneten Mark Meadows aus North Carolina gewandt soll Trump laut mehreren Gesprächsteilnehmern, welche "Washington Post" und "New York Times" zitieren, gesagt haben: "Sie werde ich mir schnappen." Laut "Post" fügte Trump an: "Aber ich weiß, dass ich das nicht tun muss. Weil Sie mit Ja stimmen werden." Er habe außerdem gesagt, eine Niederlage bei der Abstimmung über seine Gesundheitsreform sei nicht akzeptabel.

Republikaner Mark Meadows, Abgeordneter aus North Carolina
AFP

Republikaner Mark Meadows, Abgeordneter aus North Carolina

Als die kaum verhohlene Drohung von den Teilnehmern öffentlich gemacht wurde, bemühte sich das Weiße Haus, die Wogen zu glätten. Alles nur "ein Scherz auf Meadows' Kosten", nicht böse gemeint, sagte Trump-Sprecher Sean Spicer. Doch Drohpotenzial hat Trump durchaus: 2018 wird der US-Kongress neu gewählt. Vor den Wahlen entscheidet die Partei, wer in welchem Bundesstaat antreten soll - eine Möglichkeit, aufmüpfige Abgeordnete abzustrafen.

US-Regierungssprecher Sean Spicer
DPA

US-Regierungssprecher Sean Spicer

Bei besagtem Treffen am Dienstag im US-Kapitol in Washington hatten Trump, sein Vize Mike Pence sowie der Republikaner und Sprecher des Repräsentantenhauses Paul Ryan sich bemüht, die mehr als zwei Dutzend republikanischen Abweichlern umzustimmen. Das berichten die US-Zeitungen "Washington Post" und "New York Times". Laut "Times" soll es sogar drei Dutzend Abgeordnete der Republikaner geben, die ein Reformgesetz für die Gesundheitspolitik für zu lax halten und dagegen stimmen wollen.

Für Trump und die republikanische Partei wäre eine Niederlage bei der für Donnerstag geplanten Abstimmung eine ernste Schlappe. Trump hatte versprochen, die Gesundheitspolitik seines Amtsvorgängers Barack Obama zügig zurückzudrehen, die Reform des "Affordable Care Act" ist dafür ein wichtiger Schritt.

cht

insgesamt 161 Beiträge
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Seite 1
pterodactylus 22.03.2017
1.
Netter Tippfehler, denn jeder würde sich wohl gern ein Auto leisten können. Aber es geht wohl eher um "affordable care".
cookie12 22.03.2017
2. sehr lustig ...
"affordable car act" -- endlich ein auto, das sich jeder leisten kann ... aber sollte es nicht "care" heißen ...?
b.toennies 22.03.2017
3. Die müssen sich keine Sorgen machen
in drei Monaten ist der Spuk vorbei und dieser Herr mit seiner "gut geölten Maschinistentruppe" ist Geschichte... Die Tage von Putins bestem Mann in USA sind gezählt...
bstendig 22.03.2017
4. Eighentlich muss sich Trump
ja prächtig mit Erdogan verstehen. Wo zwischen den beiden der Unterschied ist, wird mir immer unklarer.
thomas.kistler 22.03.2017
5. Zu lax?
Was bedeutet denn das? Was die Abweichler alternativ fordern bzw. bemängeln, hätte ich schon noch gerne als Information gehabt.
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