US-Strategie für Afghanistan Trump will verschärft gegen Terroristen vorgehen

Seit fast 16 Jahren kämpft das US-Militär in Afghanistan, nun hat Trump die künftige Strategie für den Einsatz erläutert: Einen raschen Rückzug werde es nicht geben. Stattdessen soll der Anti-Terror-Kampf verschärft werden - auch mit Hilfe Pakistans.
Donald Trump

Donald Trump

Foto: Carolyn Kaster/ AP

Donald Trump hat in einer Rede die neue Afghanistan-Strategie Amerikas vorgestellt. Einen raschen Abzug der Truppen werde es nicht geben, sagte der US-Präsident im Stützpunkt Fort Myer im Bundesstaat Virginia. Die Konsequenzen eines schnellen Rückzugs seien vorhersehbar - und nicht akzeptabel. Es würde ein Machtvakuum entstehen, das Terrorgruppen für sich nutzen würden. "Wir dürfen in Afghanistan nicht den Fehler wiederholen, den unsere Anführer im Irak gemacht haben."

Im Wahlkampf hatte Trump wiederholt gesagt, er sei für einen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan. Auch jetzt sagte Trump, sein erster Instinkt sei gewesen, die Truppen abzuziehen. Seine Einstellung habe sich aber geändert, als er Präsident wurde und im Oval Office saß.

Künftig würden die USA keine Informationen mehr über Zeitpunkte von Angriffen oder Truppenstärken bekanntgeben, sagte Trump. "Wir werden nicht sagen, wann wir angreifen werden. Aber wir werden angreifen." Die "Mörder" müssten wissen, dass es keinen sicheren Platz für sie gebe; dass Amerika sie überall erreichen werde. "Wir kämpfen, um zu gewinnen." Den USA gehe es nicht darum, Nationen aufzubauen, "wir töten Terroristen".

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Die US-Truppen sollen laut Trump größere Freiheiten erhalten, um Terroristen und international agierende kriminelle Netzwerke ins Visier zu nehmen. Dabei soll auch das Nachbarland Pakistan stärker in die Pflicht genommen werden. Amerika könne nicht mehr darüber schweigen, dass Pakistan ein sicherer Ort für Terroristen sei, sagte Trump. Pakistan könne durch eine Partnerschaft mit den USA viel gewinnen - und mit der Unterstützung von Terroristen viel verlieren.

"Irgendwann, nach einem erfolgreichen Militäreinsatz, wird vielleicht ein politisches Klima möglich sein, das auch Elemente der Taliban in Afghanistan einschließt." Niemand könne jedoch sagen, "wann oder ob das geschehen wird".

Mattis: USA und Verbündete zu Truppenaufstockung bereit

Trump vermied es, im Detail über eine Aufstockung der Truppen am Hindukusch zu sprechen - es war eigentlich erwartet worden, dass er weitere Soldaten entsendet. Derzeit sind die USA nach eigenen Angaben mit 8400 Soldaten in Afghanistan, ihre Nato-Verbündeten mit etwa 5000 Soldaten.

Der US-Oberkommandierende in Afghanistan, General John Nicholson, hatte für den Kampf gegen die Taliban eine Aufstockung der US-Truppen um mehrere Tausend Soldaten gefordert. US-Verteidigungsminister James Mattis sagte nach Trumps Rede, die USA und mehrere Verbündete seien zu einer Truppenaufstockung bereit. Eine Zahl nannte Mattis nicht.

Der US-Militäreinsatz in Afghanistan setzte unmittelbar nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington ein. Die Nato beendete ihren Kampfeinsatz im Dezember 2014 und setzte danach auf die Mission "Resolute Support". Deren Schwerpunkt besteht in der Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte.

Trumps Rede war mit Spannung erwartet worden. Vor allem, weil der Präsident für seine Auftritte vor Journalisten zuletzt heftig kritisiert worden war. So hatte er beispielsweise vor wenigen Tagen die Gewalt Rechtsradikaler in Charlottesville verharmlost.

Im Vergleich dazu wirkte Trump nun deutlich beherrschter. Zu Beginn seiner Rede erinnerte er an die zehn amerikanischen Seeleute, die seit der Kollision des Zerstörers USS "John S. McCain" mit einem Öltanker östlich von Singapur vermisst werden. Außerdem lobte er im Allgemeinen die Soldaten, die für Amerika ihr Leben riskierten. "Die jungen Männer und Frauen, die wir ins Ausland schicken, um dort unsere Kriege zu führen, haben es verdient, in ein Land zurückzukommen, dass nicht mit sich selbst Krieg führt."

aar/AP/Reuters/dpa/AFP
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