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09. Juni 2017, 22:09 Uhr

Nach Comey-Vorwürfen

Trump in Russland-Affäre zu Aussage unter Eid bereit

Laut Ex-FBI-Chef Comey hat Donald Trump ihn gedrängt, die Ermittlungen in der Russland-Affäre einzustellen. Der US-Präsident bestreitet die Vorwürfe - und will dies unter Eid wiederholen.

US-Präsident Donald Trump hat die Vorwürfe von Ex-FBI-Chef James Comey zurückgewiesen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem rumänischen Staatspräsidenten Klaus Iohannis erklärte er, Comey habe bei seiner Anhörung vor dem US-Senat falsche Angaben gemacht.

Trump sagte, er habe Comey kein Loyalitätsversprechen abgenommen - anders als dieser behaupte. Auch habe er Comey nicht gebeten, die FBI-Ermittlungen gegen den früheren nationalen Sicherheitsberater Mike Flynn einzustellen.

Auf Nachfrage erklärte der US-Präsident, er werde diese Aussagen auch unter Eid wiederholen. "Zu 100 Prozent." Er beantworte diese Fragen gerne dem FBI-Sonderermittler Robert Mueller.

Am Donnerstag hatte Comey der US-Regierung bei seiner Anhörung vorgeworfen, "Lügen" verbreitet zu haben. Die Haltung Trumps in der Russland-Affäre nannte er "sehr beunruhigend". Zugleich bestätigte er, gegen Trump selbst sei nie ermittelt worden.

Trump sagte, er sehe die Russland-Affäre mit der Aussage Comeys für sich als abgeschlossen an. Er sei komplett entlastet. Man wolle zur Tagespolitik zurückkehren.

Damit steht das Wort des Präsidenten gegen das Wort des früheren FBI-Chefs. Beide bezichtigen sich der Lüge. Nach Comeys Auftritt vor dem Geheimdienstausschuss des Senats hatte Trump ihn auf Twitter als "Leaker" bezeichnet, also als Geheimnisverräter. Diese Aussage wiederholte er nun auch bei der Pressekonferenz.

Auf die Frage, ob es von den Unterredungen mit Comey Aufzeichnungen gebe, sagte Trump, dazu wolle er sich "in naher Zukunft" äußern. Diese Antwort gibt Trump öfter, wenn er Zeit gewinnen will.

Die Vorsitzenden des US-Geheimdienstausschusses äußerten sich konkreter. Sie teilten mit, sie hätten im Weißen Haus angefragt, ob es Aufzeichnungen gebe - mit der Aufforderung das Material dem Ausschuss bis zum 23. Juni vorzulegen.

kry/Reuters/dpa/AFP

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