Trump nach Giftgasangriff "Meine Einstellung zu Syrien und Assad hat sich sehr verändert"

US-Präsident Trump hat den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien scharf verurteilt. Für ihn seien "damit eine ganze Reihe von Linien überschritten worden". Ob er Konsequenzen ziehen will, ließ er allerdings offen.
Trump nach Giftgasangriff: "Meine Einstellung zu Syrien und Assad hat sich sehr verändert"

Trump nach Giftgasangriff: "Meine Einstellung zu Syrien und Assad hat sich sehr verändert"

Foto: NICHOLAS KAMM/ AFP

Für US-Präsident Donald Trump ist eindeutig, wer für den mutmaßlichen Giftgasangriff mit mehr als 70 Toten in der syrischen Provinz Idlib verantwortlich ist: Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Das machte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem jordanischen König Abdullah II. in Washington noch einmal deutlich. Es sei eine furchtbare Tat gegen unschuldige Menschen, die nicht toleriert werden könne.

Trump warf der syrischen Regierung vor, mit dem Angriff eine Grenze überschritten zu haben. "Für mich sind damit eine ganze Reihe von Linien überschritten worden", sagte der US-Präsident. Seine Einstellung zu Assad habe sich verändert. Der Giftgasangriff habe ihn stark beeinflusst, sagte Trump.

Ob und welche Konsequenzen er nun ziehen werde, ließ der US-Präsident jedoch offen. Er sagte lediglich, es sei Teil seiner Politik, militärische Schritte im Vorfeld nicht zu verraten.

US-Außenminister Rex Tillerson sagte, es sei an der Zeit, dass Russland seine Unterstützung für Assad gründlich überdenke. Vizepräsident Mike Pence sagte, "alle Optionen liegen auf dem Tisch."

Uno-Botschafterin droht mit Alleingang der USA

Zuvor hatte bereits die US-Botschafterin bei der Uno, Nikki Haley, einen möglichen Alleingang der USA als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien angedeutet. "Wenn die Vereinten Nationen durchgehend bei ihrer Aufgabe scheitern, gemeinsam zu handeln, gibt es Zeiten im Bestehen von Staaten, bei denen wir zu eigenen Maßnahmen gezwungen sind", sagte sie bei einer Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats.

Konkreter wurde Haley nicht. Es blieb deshalb unklar, ob sie ein militärisches Eingreifen in Syrien, etwa gegen Präsident Baschar al-Assad, eigene Sanktionen oder andere Maßnahmen meinte. Das Treffen des Uno-Sicherheitsrats war ohne Ergebnis beendet worden.

Bei dem mutmaßlichen Angriff mit Giftgas in der Stadt Chan Schaichun in der Provinz Idlib waren am Dienstag mindestens 72 Menschen getötet worden, darunter 20 Kinder. Bei seiner Pressekonferenz kündigte Trump auch eine vollständige Zerschlagung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) an. "Wir werden den IS zerstören und wir werden die Zivilisation beschützen. Wir haben keine Wahl", sagte er.

brk/dpa