Trump zu Kim Jong Un "Unser Militär ist bereit"

Nach der Gipfel-Absage: Donald Trump warnt Nordkoreas Diktator Kim Jong Un vor der militärischen Schlagkraft der US-Armee. Gleichzeitig signalisiert der US-Präsident Gesprächsbereitschaft.
Donald Trump

Donald Trump

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Alles war vorbereitet für den historischen Gipfel zwischen Donald Trump und Kim Jong Un am 12. Juni im Stadtstaat Singapur - selbst Gedenkmünzen waren schon geprägt. Doch nun hat der US-Präsident das Treffen mit Nordkoreas jungem Machthaber abgesagt.

Trump machte in einer Fernsehansprache deutlich, dass die US-Streitkräfte bereitstünden, sollte es militärische Aggressionen seitens Nordkorea geben. "Unser Militär ist bereit", sagte er. Zuvor hatte er nach eigenen Angaben mit Verteidigungsminister James Mattis gesprochen.

Gleichzeitig erklärte er jedoch auch, dass er ein Treffen mit Kim Jong Un weiterhin für möglich halte. Es gebe auch nach der Absage noch immer die Chance, dass der Gipfel wie geplant stattfinde, sagte er.

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Außerdem warnte Trump, die USA und ihre Verbündeten Japan und Südkorea seien bereit, auf "dumme oder unbesonnene" Handlungen Nordkoreas zu reagieren.

"Hoffentlich geht alles gut aus mit Nordkorea. Es kann viel passieren", sagte Trump. "Das schließt auch ein, dass es, vielleicht, möglich ist, dass der existierende Gipfel stattfindet oder ein Gipfel zu einem späteren Zeitpunkt."

"Nerven aus Stahl"

Fest steht gegenwärtig allein: Nun ist die Welt zurück an dem Punkt, an dem sich zwei als unberechenbar eingestufte Politiker gegenseitig mit Atomwaffen bedrohen. Die Chance auf den seit dem Koreakrieg 1953 noch immer ersehnten Frieden auf der koreanischen Halbinsel scheint erst einmal vertan.

Uno-Generalsekretär Antonio Guterres reagierte besorgt auf die Absage des USA-Nordkorea-Gipfels durch Trump. "Ich bin zutiefst besorgt", sagte er in Genf. Er forderte die Beteiligten auf, "ihren Dialog fortzusetzen, um einen Weg zu einer friedlichen und überprüfbaren Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu finden".

Alle Konfliktparteien bräuchten nun "Nerven aus Stahlen", so Guterres weiter. Südkoreas Staatspräsident Moon Jae In nannte Trumps Entscheidung "bedauerlich". Er forderte Trump und Kim Jong Un auf, direkt miteinander zu sprechen. Die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel dulde keinen Aufschub.

dop/dpa/AFP/Reuters
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