Donald Trump trifft Theresa May "Der Brexit wird fantastisch"

Er lobte den Brexit und bekannte sich zur Nato: Beim Antrittsbesuch der britischen Premierministerin Theresa May in Washington hat sich US-Präsident Donald Trump ungewohnt zahm präsentiert - mit einer wichtigen Ausnahme.
Theresa May, Donald Trump im Oval Office

Theresa May, Donald Trump im Oval Office

Foto: Pablo Martinez Monsivais/ AP

US-Präsident Donald Trump hat sich im Vieraugengespräch "zu 100 Prozent" zum nordatlantischen Verteidigungsbündnis Nato bekannt. Das sagte die britische Premierministerin Theresa May am Freitag in einer gemeinsamen Pressekonferenz im Weißen Haus. Trump, der neben ihr stand, widersprach nicht. In der Vergangenheit hatte der US-Präsident die Nato als "obsolet" bezeichnet, was die Partner beunruhigt hatte.

Nach einem einstündigen Gespräch im Oval Office betonten beide die "special relationship" zwischen den USA und Großbritannien. Der US-Präsident beglückwünschte May zum Brexit, dem geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union. "Der Brexit wird fantastisch für das Vereinigte Königreich", sagte Trump.

Insgesamt wirkte der US-Präsident ungewohnt zurückhaltend. Auf Nachfrage wiederholte er zwar seine Ansicht, dass Folter wirksam sei, versicherte aber zugleich, dass er auf seinen Verteidigungsminister James Mattis hören werde. Dieser hatte die Anwendung von Folter ausgeschlossen. (Warum Trumps Gerede gefährlich ist, lesen Sie hier.)

In der Russland-Politik beharrte May auf den bestehenden Sanktionen, solange das Minsker Abkommen zur Ukraine nicht vollends umgesetzt sei. Trump, der eine weichere Linie zu Russland vertritt und am Samstag mit Kreml-Chef Wladimir Putin telefonieren wollte, erklärte, er sei offen. "Wir werden sehen, was passiert. Ich kenne den Gentleman nicht", sagte er über Putin, dessen Führungsstärke er in der Vergangenheit wiederholt gepriesen hatte.

Trump empfing May als erste ausländische Regierungschefin seit seinem Amtsantritt vor einer Woche. Die Britin trug sich als Erste in das Gästebuch der neuen US-Administration ein.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Gute Beziehungen zu den USA sind für Großbritannien in den kommenden Jahren besonders wichtig, sollte das Land tatsächlich wie geplant aus der EU ausscheiden. Die britische Regierung will möglichst schnell ein bilaterales Freihandelsabkommen mit den USA unterzeichnen.

May startete ihre diplomatische Offensive mit einer Einladung nach London: Im Namen von Queen Elizabeth II. lud sie Trump zu einem Staatsbesuch ein. Auch der US-Präsident bemühte sich um symbolische Gesten. Er erwähnte, dass seine Mutter schottisch sei. Und als die beiden Regierungschefs zur Pressekonferenz gingen, nahm er seinen Gast an die Hand.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Das Foto landete umgehend auf den Titelseiten der britischen Zeitungen. Der konservative "Daily Telegraph" titelte: "Hand in Hand, ein glückliches Paar".

cht/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.