Trumps Grundsatzrede zum Islam "Werft die Terroristen raus"

US-Präsident Trump hat bei seinem Besuch in Saudi-Arabien seine mit Spannung erwartete Grundsatzrede zum Islam gehalten - und angekündigt, mit den islamischen Staaten eine Allianz gegen Extremismus zu schmieden.


Er wolle eine Botschaft der Freundschaft, Hoffnung und Liebe übermitteln, sagte US-Präsident Donald Trump zum Auftakt seiner lang erwarteten Rede vor Vertretern von mehr als 50 islamischen Staaten in der saudischen Hauptstadt Riad.

Er hoffe, sein Besuch werde Frieden im Nahen Osten und "vielleicht in der ganzen Welt" einleiten - und wies mehrmals auf den gigantischen Rüstungsdeal hin, den er am Vortag geschlossen hatte. Dieser werde Tausende Jobs in den USA und in Saudi-Arabien schaffen. "Das Potenzial dieser Region ist riesig."

Die USA wollten niemandem ihre Art des Lebens aufdrängen: "Wir sind nicht hier, um gute Ratschläge zu erteilen. Wir sind nicht hier, um den Menschen zu erzählen, wie sie zu leben, was sie zu tun, wer sie zu sein oder wie sie ihren Glauben auszuüben haben."

Eine Forderung hatte er dann aber doch: Direkt an die Vertreter der arabischen Staaten gewandt sagte Trump, sie müssten sicherstellen, "dass Terroristen keinen sicheren Ort auf Ihrem Staatsgebiet finden". "Eine bessere Zukunft ist nur möglich, wenn Ihre Nationen die Terroristen vertreiben. Werft die Terroristen raus!"

Ein Kampf zwischen "Gut und Böse"

Der Terrorismus habe sich über die ganze Welt verbreitet. "Aber der Weg zum Frieden beginnt hier, auf diesem uralten Boden, diesem heiligen Land. Die Staaten des Nahen Ostens können nicht darauf warten, dass die Macht Amerikas diesen Feind für sie zermalmt."

Zugleich kündigte Trump ein Abkommen mit den Golfstaaten an, um die Finanzquellen des Terrorismus trockenzulegen. "Dies ist kein Kampf zwischen verschiedenen Religionen, sondern ein Kampf zwischen Gut und Böse."

Kritiker haben Trump immer wieder vorgeworfen, im US-Wahlkampf antimuslimische Ressentiments geschürt zu haben und den Islam pauschal mit Extremismus und Terrorismus gleichzusetzen. Auf seine im Wahlkampf oft gebrauchte Formulierung vom "radikalen islamischen Terrorismus" verzichtete er in Riad und sprach stattdessen von "islamischem Extremismus" und "islamischem Terror".

Für Instabilität im Nahen Osten machte Trump Iran verantwortlich. Die iranische Regierung spreche offen über Massenmord, die Vernichtung Israels und den Tod für Amerika, so Trump. Zu den "tragischsten Interventionen Irans" gehöre der Bürgerkrieg in Syrien.

Solange das "iranische Regime" nicht bereit sei, ein Partner für Frieden zu sein, müssten alle Nationen zusammenarbeiten, um es zu isolieren.

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jul/vet/dpa



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