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Heather Nauert Trumps Kandidatin zieht Bewerbung als Uno-Botschafterin zurück

"Die vergangenen Monate waren grausam für die Familie": Heather Nauert will doch nicht US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen werden. Die Demokraten hatten ihre Nominierung hart kritisiert.

Die von US-Präsident Donald Trump als US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen vorgesehene Außenamtssprecherin Heather Nauert hat ihre Kandidatur überraschend zurückgezogen. Sie bewerbe sich nicht länger für den Posten, erklärte Nauert am Samstag. Die vergangenen zwei Monate seit ihrer Nominierung seien für ihre Familie eine Strapaze gewesen, schrieb Nauert zur Begründung. Die Opposition hatte der 49-Jährigen mangelnde außenpolitische Erfahrung vorgeworfen.

Ihr Rückzug erfolge "im Interesse meiner Familie" erklärte Nauert. Vorausgegangen war wochenlange Kritik und Spott an Trumps Personalentscheidung. Nauert war früher Moderatorin des Trump-freundlichen konservativen Fernsehsenders Fox News. Gemeinsam mit unter anderem Ainsley Earhardt moderierte sie das populäre, aber wegen seiner einseitigen politischen Färbung kontroverse Frühstücksformat "Fox & Friends". Bis zu ihrer Ernennung als Außenamtssprecherin vor zwei Jahren hatte sie keinerlei außenpolitische Erfahrung gesammelt.

Heather Nauert mit US-Außenminister Mike Pompeo (Archivfoto)

Heather Nauert mit US-Außenminister Mike Pompeo (Archivfoto)

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Nauerts abrupter Rückzug kam dennoch überraschend, da die Bestätigung ihrer Kandidatur angesichts der Mehrheit der Republikaner im Senat als Formsache erschien. Die Nachrichtenagentur Bloomberg News berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, ein Hintergrundcheck durch das Weiße Haus habe ergeben, dass Nauert ein ausländisches Kindermädchen beschäftigte, das sich zwar legal in den USA aufhielt, aber keine Arbeitsgenehmigung hatte. Seine harte Haltung in Fragen der Einwanderung ist ein Markenzeichen von Präsident Trump.

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Der Posten des US-Botschafters bei der Uno ist seit dem Jahreswechsel vakant. Die bisherige Botschafterin Nikki Haley war freiwillig aus dem Amt geschieden. Einen persönlichen Grund für die Personalie gebe es nicht, hatte Haley gesagt: Es sei "wichtig zu wissen, wann die Zeit zu gehen gekommen" sei. Haley selbst hatte Trump in dessen Wahlkampf im Jahr 2016 zunächst offen kritisiert, sich dann aber auf seine Seite geschlagen.

Der stellvertretende Außenamtssprecher Robert Palladino erklärte, Trump werde nach der Absage Nauerts schon bald seinen neuen Kandidaten bekannt geben. Außenminister Mike Pompeo erklärte, er habe "großen Respekt" für Nauerts "persönliche Entscheidung" zum Rückzug.

oka/AFP