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Parteitag der US-Republikaner: Trump spricht, der Saal applaudiert

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Parteitags-Rede Trumps beste Botschaft: _____________!

Es war Trumps wichtigster Auftritt: Mit einer ungewohnt blumigen Rede hat er die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner angenommen. Dabei musste er drei Ziele erreichen. Alle drei verfehlte er.

Etwas Unerhörtes geschieht, als Donald Trump in Cleveland offiziell zum Präsidentschaftskandidaten wird: Er liest seine Antrittsrede vom Teleprompter ab. Stockend, brüllend, Wort für Wort.

Es ist ein anderer Donald Trump, der vor die fast 2500 Delegierten des Republikaner-Parteitags tritt. Kein dumpfer Demagoge wie auf seinen Vorwahlaufmärschen. Kein abstoßender Macho, kein schamloser Narzisst.

Trump gibt sich - endlich, seufzen seine Berater wohl - präsidial.

Doch was er sagt, bleibt unverändert. Die Lügen, die paranoiden Visionen, die abstrusen Versprechen, die kaum verklausulierten Appelle ans weiße Amerika. Die USA vor der Vernichtung, bedroht von innen (Kriminalität) und außen (Terrorismus). Die Mauer zu Mexiko. Der Einreisestopp für Muslime. Recht und Ordnung. "America First!" Alles noch da, nur anders verpackt.

Im Video: Donalds Märchenstunde

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Es ist Trumps wichtigste Rede. Nach einem brutalen Vorwahlkampf, der Partei und Nation entzweite, und nach einem chaotischen Parteitag tritt er vor sein größtes - und kritischstes - Millionenpublikum. Da muss alles passen.

Doch Trump ist nicht gut, wenn er nicht Trump sein darf. Seinem Vortrag fehlen Seele, Schwung, Inspiration. Man merkt: Ein anderer hat seine Slogans ("Making America Great Again") in Sätze gekleidet, die ihm selbst fremd sind.

Drei Ziele muss er erreichen: vereinen, umarmen, beruhigen. Alle drei verfehlt er.

  • Vereinen: Trump muss die gespaltene Partei einen und sich als Kandidat aller Republikaner profilieren, nicht nur als der seiner 16 Millionen Vorwahlfans. Am Vortag ließ Ted Cruz den Parteitag implodieren, als er Trump die Gefolgschaft versagte. Doch Trump erwähnt diesen größten Eklat seiner Krönungsmesse nicht. Kein Friedensangebot, keine Geste der Größe, nicht mal ein Zeichen der eigenen Loyalität zur Partei, die ihm misstraut: Trump ist nur für einen - Trump.
  • Umarmen: Trump muss darüber hinaus noch viel mehr Amerikaner ansprechen, um den hasserfüllten Ton dieser Wahl zurechtzurücken - Frauen, Minderheiten, Einwanderer, Muslime, Homosexuelle. Doch Frauen kommen in seiner Rede nicht vor, Schwarze nur als Arme in den "inner cities" (Codewort für "Ghettos"), Latinos nur als illegale Einwanderer, die "zu Zehntausenden auf unsere Gemeinden losgelassen werden" - und der einzige Feind, der, wie er vorsichtig buchstabiert, der "LGBTQ-Gemeinde" droht, ist Trump zufolge die Terrormiliz IS.
    Die einzige Gruppe, die er immer wieder lobt: Polizisten.
  • Beruhigen: Trump muss die Alliierten besänftigen, die er mit immer neuen Schreckschüssen schockiert, zuletzt mit seinen Zweifeln an der Nato, ein historischer Tabubruch. Doch diesen Fauxpas stellt Trump nicht klar. Auch der restliche außenpolitische Teil seiner Rede reduziert sich auf "eine Erniedrigung nach der anderen", die die USA in der Welt erlitten - dank Hillary Clinton. "2009, vor Hillary, gab es den IS noch nicht mal", fabuliert er zum Beispiel. "Dies ist das Erbe Hillary Clintons: Tod, Zerstörung, Terrorismus und Schwäche."

Vor allem aber innenpolitisch beschreibt Trump die USA als Nation am Rande des Abgrunds: "Die Angriffe auf unsere Polizei und der Terrorismus in unseren Städten bedrohen unsere Lebensart." Er beschwört die "Gewalt in unseren Straßen" und das "Chaos in unseren Gemeinden" - ein apokalyptisches Trugbild, das in der Halle zieht, die Mehrheit der Amerikaner aber kaum teilt.

Sein Rezept dagegen: Plattheiten. "Sicherheit, Wohlstand und Frieden" verspricht er den Wählern, "Großzügigkeit und Wärme", "Recht und Ordnung"- und "Millionen neue Jobs und neuen Wohlstand".

Die Delegierten jubeln artig, doch Stimmung kommt nur auf, als sie eine Demonstrantin aus dem Saal buhen, in nostalgischer Vorwahlerinnerung: "USA! USA! USA!" Am Ende fallen die obligatorischen Ballons von der Decke, die Trump-Familie steht auf der Bühne herum wie eine Sammlung Barbiepuppen, und aus den Boxen schallt: "You Can't Always Get What You Want."

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