Trumps Außenpolitik "Amerika kommt zuerst"

Als Präsidentschaftskandidat der Republikaner ist Donald Trump kaum noch zu stoppen. Jetzt hat der Milliardär schon mal seine außenpolitische Strategie vorgestellt - und Obamas Politik als Desaster bezeichnet.

Donald Trump
AP

Donald Trump


Fünf Staaten, fünf Siege: Bei den Vorwahlen am Dienstag zur Präsidentschaftskandidatur hat Donald Trump triumphiert. Der Immobilienmilliardär aus New York ist damit bei den Republikanern im Kampf um die Nachfolge von Barack Obama wohl nicht mehr zu verhindern. Bereits am nächsten Dienstag in Indiana kann eine Vorentscheidung fallen. "Ich bin der mutmaßliche Kandidat", sagt Trump natürlich selbst.

Im Mayflower-Hotel in Washington legte er am Mittwoch seine Strategien für die Außenpolitik der USA dar. Seine wichtigste Botschaft überraschte kaum: "Dass Amerika zuerst kommt, wird das große und maßgebliche Leitmotiv meiner Amtszeit sein", sagte Trump. "Meine Außenpolitik wird die Interessen des amerikanischen Volkes und die Sicherheit der USA über alles stellen."

Die Strategien seines Vorgängers Obama bezeichnete er als totales Desaster. "Wir haben unsere Rivalen und Herausforderer glauben lassen, dass sie mit allem durchkommen", erklärte er. Trump kritisierte insbesondere das Atomabkommen mit Iran und Obamas Politik im Nahen Osten.

Die Nato-Verbündeten will Trump dazu bringen, einen höheren Eigenbeitrag zu ihrer Verteidigung zu leisten. Sie müssten entweder mehr zahlen "oder sich selbst verteidigen". Trump verwies darauf, dass in der Nato außer den USA nur die wenigsten Partner bislang die zugesagten mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für den Verteidigungsetat aufbrächten. Auch Deutschland gehört zu den Staaten, die diese Zielvorgabe bislang nicht erfüllen.

"Die Länder, die wir verteidigen, müssen für die Kosten dieser Verteidigung bezahlen", sagte der Immobilienmilliardär. Täten sie dies nicht, "dann müssen wir diese Länder sich selbst verteidigen lassen". Der Geschäftsmann hatte bereits im März angekündigt, dass er den Nato-Partnern mehr Lasten aufbürden wolle und dabei konkret auch Deutschland kritisiert.

Für die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte er auch eine Botschaft parat: "Ihre Tage sind gezählt." Detaillierter äußerte sich Trump dazu nicht.

als/dpa/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.