EU-Ratschef Tusk wünscht Brexiteers ohne Plan einen "besonderen Platz in der Hölle"

Scharfe Worte von EU-Ratspräsident Tusk: In Brüssel sinniert er über einen "Platz in der Hölle" für Brexit-Befürworter "ohne auch nur die Skizze eines Plans". Von London fordert er Lösungsvorschläge.

Donald Tusk
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Donald Tusk


Für radikale Brexit-Befürworter in der britischen Politik hat EU-Ratschef offenbar nicht viel übrig. "Ich denke manchmal darüber nach, wie der besondere Platz in der Hölle für jene aussieht, die den Brexit vorangetrieben haben, ohne auch nur die Skizze eines Plans zu haben, ihn sicher über die Bühne zu bringen", sagte Tusk in Brüssel.

Viele würden sich wünschen, dass die Brexit-Entscheidung zurückgenommen würde. Er sei "mit vollem Herzen bei ihnen", sagte Tusk laut der Nachrichtenagentur Reuters. Das Wichtigste sei nun, einen EU-Austritt ohne Abkommen zu verhindern - gleichzeitig müsse man sich auch darauf vorbereiten.

Er glaube immer noch, dass eine gemeinsame Lösung für einen geregelten EU-Austritt Großbritanniens möglich sei. "Und ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, sie zu finden." Doch hoffe er auf neue Ideen aus Großbritannien, insbesondere zur Lösung der irischen Grenzfrage. "Gebt uns eine glaubhafte Garantie für Frieden in Nordirland und Großbritannien wird die EU als vertrauenswürdiger Freund verlassen", sagte Tusk.

Zeitgleich gibt es nach einem entsprechenden Zeitungsbericht Diskussionen über den Termin für den geplanten EU-Austritt Großbritanniens. Bis zum 24. Mai soll Großbritannien demnach weiterhin EU-Mitglied bleiben wie bisher, heißt es in dem Bericht. Für seine Angaben nannte der "Telegraph" keine genauen Quellen. Er gilt gewöhnlich jedoch als gut informiert.

Regierungschefin Theresa May hatte in der Vergangenheit wiederholt gesagt, Großbritannien werde die EU wie geplant am 29. März verlassen. Diskussionen über eine Verzögerung des Austrittsdatums seien kontraproduktiv.

vks/dpa



insgesamt 161 Beiträge
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Kamillo 06.02.2019
1.
Nein, nicht verhindern. Die müssen ohne Vertrag raus, ganze Härte! Nur so lernen die Querköpfe das. Aschauungsunterricht. In 15 Jahren können wir dann über einen Wiedereintritt reden, ohne Rosinen.
Schartin Mulz 06.02.2019
2. Ich glaube nicht,
dass es zielführend ist, wenn man versucht, den politischen Anstand gegen Populisten durch Aufgabe des politischen Anstands zu verteidigen.
fatherted98 06.02.2019
3. tja...
...übliches Bild. Wer anderer Meinung ist, gehört in die Hölle. Nun gut...stark vereinfacht...denn Tusk redet ja über die die keinen Plan haben...nur warum? Der Plan der Brexit Befürworter ist eben ein harter Brexit.....das was May macht ist ja nur der Irland-Geschichte geschuldet....evtl. werden die Nord-Iren mal erwachsen und kommen auch mit einer Grenze zu Irland hin ohne sich gegenseitig wegzubomben.
isi-dor 06.02.2019
4.
Ich schließe mich mit allem Nachdruck Herrn Tusk an.
daishi666 06.02.2019
5. Sie haben einen Plan
Kein guter Plan, aber haben tun sie ihn. Das Chaos des Brexits ist willkommen, denn die führenden Brextremisten werden ihn für eine "Schocktherapie" verwenden. Gesundheitssystem durchprivatisieren, Schutz für Arbeitnehmer abbauen, Steuerschlupflöcher ausbauen, Umweltstandards abbauen. Die Abschlußpointe ist,dass die Brextremisten all dies durchziehen werden und gleichzeitig arrogant grinsend erklären, dass all dies die Schuld der EU ist, da sie ja keinen guten Deal geben wollten.
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