Doppelanschlag Bomben vor irakischen Moscheen

Bei einer Bombenexplosion neben einer schiitischen Moschee in der irakischen Stadt Bakuba hat es mehrere Tote und Verletzte gegeben. Vor einer weiteren Moschee wurde außerdem eine Autobombe entschärft. Nach Angaben eines Polizisten liegt der Verdacht auf einen koordinierten Doppelanschlag nahe.


Bakuba: Bombenexplosion bei einer schiitischen Moschee
AP

Bakuba: Bombenexplosion bei einer schiitischen Moschee

Bakuba - Zur Zahl der Opfer gab es unterschiedliche Angaben: Ein Krankenhausarzt meldete fünf Tote und 37 Verletzte, eine US-Militärsprecherin je zwei Tote und Verletzte.

Nach Angaben eines Augenzeugen explodierte vor der Moschee ein Gaszylinder, der zunächst an der Tür des Gotteshauses lehnte. Seinem Bruder, so der Mann, sei dies verdächtig erschienen. Bei dem Versuch, den Zylinder von der Moschee zu entfernen, sei dieser mitten auf der Straße explodiert. Ein irakischer Polizist erklärte dagegen, der Zylinder sei an einem Fahrrad befestigt gewesen und in die Luft gegangen, als das Fahrrad von der Moschee weggeschoben wurde. "Am Ende der Gebete ist sie explodiert." Aufnahmen einer Fernsehnachrichtenagentur zeigten weinende Frauen, die neben einem brennenden Auto Körperteile bargen.

Die Autobombe, die rechtzeitig vor der zweiten schiitischen Moschee in Bakuba entdeckt worden war, bestand nach Auskunft eines Polizisten aus Granaten und 150 Kilogramm TNT mit einer Fernzündung. Diese habe allerdings nicht funktioniert.

Bakuba liegt rund 65 Kilometer nördlich von Bagdad im so genannten sunnitischen Dreieck. Die sunnitische Bevölkerungsminderheit dominierte unter der Herrschaft von Saddam Hussein den Irak. Hussein selbst ist ebenfalls Sunnite. Die schiitische Bevölkerungsmehrheit wurde während seiner Regierungszeit unterdrückt. Noch immer ist der Widerstand gegen die Besatzungstruppen in diesem Gebiet besonders stark.

In der Hauptstadt Bagdad feuerten Freischärler heute Morgen Raketen auf ein Hotel ab. Das Hotel wird unter anderem von ausländischen Geschäftsleuten und Vertretern der Demokratischen Partei Kurdistans (PDK) bewohnt. Die PDK ist im provisorischen Regierungsrat vertreten. Augenzeugen berichteten, das Gebäude sei im fünften Geschoss getroffen worden. Opfer habe es aber nicht gegeben, sagten die Wachmänner des Hotels.



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