Drakonische Strafe in Iran Dieb wird vor Publikum Hand amputiert

Iran setzt auf Abschreckung: Mithäftlinge mussten zuschauen, wie einem verurteiltem Räuber die Hand amputiert wurde. Damit häufen sich die Hinweise, dass das iranische Regime die grausame Strafe jetzt öfters verhängen will. Das Schicksal eines weiteren verurteilten Diebs ist unklar.

Teheran - Im Iran ist einem verurteilten Dieb die Hand amputiert worden. Der 32-jährige Mann sei bereits mehrfach verurteilt worden, berichtete die Agentur Mehr am Sonntag. Die Amputation wurde demnach vor den Augen von Mithäftlingen in einem Gefängnis in der Stadt Jasd vollzogen. Vor einer Woche war bereits ein Dieb, der aus einem Süßwarenladen gestohlen hatte, zu der drakonischen Strafe verurteilt worden. Ob sie vollzogen wurde, ist indes nicht bekannt.

Handamputationen als Strafe für Diebstahl sind in Iran seit der islamischen Revolution von 1979 möglich. Sie leiten sich aus einer strengen Auslegung der Scharia ab. In den vergangenen Jahren war es allerdings nur selten zu den Verstümmelungen gekommen. Dass die Strafe in Jasd öffentlich vollzogen wurde, gilt als Hinweis darauf, dass es in Zukunft wieder häufiger zu Amputationen kommen könnte.

Wie die Prozedur im aktuellen Fall durchgeführt wurde, ist unklar. Medienberichten zufolge erhalten die Verurteilten heutzutage Betäubungen, in der Vergangenheit sollen Amputationen jedoch auch ohne ärztliche Versorgung durchgeführt worden sein.

hpi/dpa