Drama auf dem Meer 45 Afrikaner sterben bei Flucht in die EU

Wieder einmal endete eine versuchte Überfahrt von Afrikanern nach Europa in einer Tragödie. Sie kamen ums Leben, als sie versuchten, von Senegal aus zu den Kanarischen Inseln zu segeln.


Madrid - Fast täglich versuchen Afrikaner, über das Meer in die EU zu gelangen. Sie zahlen Tausende von Dollar, um in die Länder des Nordens zu kommen. Doch viele von ihnen werden von Patrouillenbooten gestellt und aufgegriffen, viele sterben auf dem Weg an Europas Küsten. In den Gewässern vor Mauretanien wurde jetzt ein Boot mit 45 toten Afrikanern gefunden. Offenbar hatten die Insassen versucht, damit vom Senegal aus an die Kanarischen Inseln zu segeln.

Mai 2007 vor Malta: Afrikanische Flüchtlinge, deren Boot gesunken war, halten sich an einem Fischernetz fest
AP

Mai 2007 vor Malta: Afrikanische Flüchtlinge, deren Boot gesunken war, halten sich an einem Fischernetz fest

Das Boot, das wahrscheinlich schon vor zwei Wochen vom Kurs abgekommen war, sei von einem mauretanischen Küstenschiff gefunden worden, erklärte am Dienstag ein Vertreter der spanischen Guardia Civil.

Wie die Sicherheitskräfte in Mauretanien weiter am Dienstag mitteilten, wurden die Flüchtlinge, die an Unterversorgung und Kälte gestorben waren, bei Laguerra an der mauretanischen Küste gefunden. Der Motor ihres Schiffes war vor mehr als einer Woche ausgefallen, der Kapitän beim Versuch einer Reparatur über Bord gegangen. 92 Flüchtlinge überlebten. Die meisten der Toten waren Senegalesen. Das Schiff war am 16. Oktober in See gestochen.

Nachdem die Vorräte aufgebraucht waren, starben die ersten Flüchtlinge, ihre Leichen wurden den Angaben zufolge über Bord geworfen. Kaum zuvor in diesem Jahr kamen so viele Menschen auf einmal bei dem Versuch ums Leben, die vor der marokkanischen Küste liegende spanische Inselgruppe zu erreichen. Bis einschließlich August griff die spanische Küstenwache nach Angaben des Innenministeriums bereits 8.000 Menschen auf.

Nach offiziellen Angaben starben dieses Jahr bereits mehr als 100 Menschen bei der gefährlichen Überfahrt auf die Kanaren. Die Dunkelziffer ist aber weitaus höher. Im vergangenen Jahr erreichten rund 31.000 Afrikaner an Bord von kleinen Booten die zu Spanien gehörende Inselgruppe.

sev/dpa/rtr



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.