Drastische Worte Berlusconi poltert gegen Anti-Mafia-Autoren

"Erwürgen" will Italiens Regierungschefs Silvio Berlusconi jene Autoren, die Bücher, Filme oder Fernsehsendungen über die Mafia schreiben. Seiner Meinung nach sind das alles Nestbeschmutzer. Zugleich bestreitet er vehement Vorwürfe, er selbst habe Mafiosi-Kontakte gepflegt.
Silvio Berlusconi: Anti-Mafia-Autoren "erwürgen"

Silvio Berlusconi: Anti-Mafia-Autoren "erwürgen"

Foto: A1809 epa ansa Di Meo/ dpa

Rom - Um deutliche Worte ist Italiens Regierungschef selten verlegen. Jetzt hat Silvio Berlusconi seiner Wut auf Autoren Luft gemacht, die Anti-Mafia-Filme oder Bücher zum selben Thema schreiben. Während einer Parteiveranstaltung auf Sardinien sagte Berlusconi, er wolle solche Autoren "erwürgen".

Der Ministerpräsident zeigte sich erzürnt über Verdächtigungen, er sei selbst in Aktivitäten der Mafia verstrickt gewesen. Zugleich warf er den Autoren von Anti-Mafia-Werken wie der erfolgreichen Fernsehserie "Die Krake" vor, sie beschädigten das Ansehen Italiens in der Welt.

"Wenn ich herausfinde, wer der Autor der 'Krake' ist, werde ich ihn erwürgen, das schwöre ich", sagte Berlusconi bei der Versammlung der Jugendorganisation seiner Partei in Olbia. In einem Bericht der rechtskonservativen Zeitung "Libero", der von der Staatsanwaltschaft in Florenz umgehend dementiert wurde, hieß es, gegen Berlusconi und seinen Getreuen, Senator Marcello Dell'Utri, liefen Ermittlungen wegen einer mutmaßlichen Verstrickung in tödliche Anschläge, die die Mafia 1992 und 1993 verübte.

Der ehemalige Mafioso Gaspare Spatuzza hatte ausgesagt, Berlusconi und Dell'Utri hätten direkte Kontakte zu seinem Mafia-Boss Giuseppe Graviano gehabt. Dell'Utri wurde wegen des Vorwurfs der Zusammenarbeit mit der Mafia zu neun Jahren Gefängnis verurteilt, legte jedoch gegen das Urteil Berufung ein.

otr/AFP/Reuters
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