Drogenabhängige Jugendliche in Argentinien Paco und die Liebe

Unter den Jugendlichen der Armenviertel von Buenos Aires grassiert die Sucht nach Paco, einem Nebenprodukt der Kokainproduktion. Fotograf Karl Mancini hat ihren Alltag dokumentiert.

Karl Mancini

Für 20 Pesos kann man das Leid für zwei Minuten betäuben. Umgerechnet 40 Cent kostet eine Dosis Paco in Buenos Aires.

Die billige Paste, die aggressiv und schnell süchtig macht, ist ein Nebenprodukt der Kokainproduktion. Sie ist in Buenos Aires weit verbreitet, besonders in den armen Barrios der Stadt.

Isla Maciel ist so ein armes Viertel am Rand von Buenos Aires, direkt am Fluss Riachuelo. Der italienische Fotograf Karl Mancini hat dreieinhalb Monate in Isla Maciel gelebt und dort täglich Zeit mit Paco-abhängigen Jugendlichen verbracht. Er hat dokumentiert, wie sie unter der Droge leiden, die auch "pasta base" genannt wird. "Paco ist eine Tragödie", sagt Mancini, die Regierung tue nichts gegen die furchtbaren Zustände.

"Null Armut" hatte der argentinische Präsident Mauricio Macri vor seiner Wahl 2015 noch versprochen. Doch er konnte den Abschwung nicht stoppen, immer noch steckt das Land in einer tiefen Wirtschaftskrise. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Aber Mancini will nicht nur voyeuristisch das Leid zeigen, sondern auch das, was den Jugendlichen in ihrer Not Trost spendet: die Liebe. Ihre Beziehungen seien das Einzige, was ihnen Halt gebe an einem Ort voller Leid, ohne Struktur oder Hilfe von der Regierung, so der Fotograf.

Die Fotostrecke ist Teil eines Langzeitprojekts, bei dem Mancini das Leben in lateinamerikanischen Vororten durch die Geschichten junger Menschen vermitteln will.

Fotostrecke

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Drogenabhängige in Argentinien: Amores Perros
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