Drohnenangriff auf Taliban-Chef Pakistan fürchtet Rache der Mehsud-Krieger

Er hatte Hunderte Menschen auf dem Gewissen: Baitullah Mehsud sei bei einem CIA-Angriff getötet worden, bestätigt nun auch ein Vertrauter des pakistanischen Taliban-Chefs. Doch eine neue Generation von Kommandeuren steht schon bereit - Geheimdienste befürchten nun eine Terrorwelle.

Von , Islamabad


Es war die Nachricht des Tages in Pakistan. Fernsehsender brachten am Freitag sogar kurzzeitig als Eilmeldung, was schon am Donnerstagnachmittag aus amerikanischen Quellen durchgesickert war: Baitullah Mehsud, Chef von Tehrik-i-Taliban, sei bei einem US-Drohnenangriff auf das Haus seines Schwiegervaters vor zwei Tagen ums Leben gekommen. Als erstes hatte der amerikanische Sender ABC darüber berichtet. Zuvor war gemeldet worden, dass die zweite Ehefrau Mehsuds gestorben sei.

Taliban-Kämpfer in Buner, Pakistan (im April): ""Junge, ehrgeizige Leute, die beweisen wollen, was sie können"
REUTERS

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Am Donnerstagabend erklärte auch Pakistans Innenminister Rehman Malik, es sei "sehr wahrscheinlich", dass der Anführer der pakistanischen Taliban bei einem Raketenangriff getötet worden sei. "Wir haben einige Informationen, aber keine Beweise", sagte er. Auch ein Taliban-Sprecher bestätigte angeblich den Tod Mehsuds, wie mehrere Fernsehsender meldeten. Das Weiße Haus erklärte dagegen am Freitag, es könne den Tod Mehsuds nicht bestätigen.

Baitullah Mehsud wurde sowohl von den Amerikanern als auch von der pakistanischen Regierung gesucht. Er wird für die Planung etlicher Selbstmordattentate in Pakistan verantwortlich gemacht, ebenso für die Ermordung von Benazir Bhutto, der Oppositionspolitikerin und ehemaligen Premierministerin, die nach Jahren im Exil im Oktober 2007 nach Pakistan zurückgekehrt war und nur zwei Monate später, am 27. Dezember, nach einer Wahlkundgebung in Rawalpindi einem Attentat zum Opfer fiel.

Taliban-Kommandeur bestätigt Tod Mehsuds

Seither war Mehsud, einst ein kleiner Taliban-Kommandeur in Kandahar, selbst in den hintersten Winkeln Pakistans ein bekannter Mann - und der meistgesuchte Terrorist des Landes. Sogar pakistanische Amerika-Kritiker, die behauptet hatten, Washington habe Mehsud mit der Ernennung zum "Feind Nummer eins" erst zu dem gemacht, was er war, verstummten. Die CIA hatte Anfang des Jahres ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt, da die Behörde in ihm einen wichtigen Verbindungsmann der pakistanischen Taliban nach Afghanistan und zu al-Qaida in Afghanistan sah. Der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, erklärte vor zwei Wochen noch, Baitullah Mehsud sei "einer der gefährlichsten und abscheulichsten Personen in der Region". Die USA hätten ihm bis vor kurzem zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet.

Am Mittwoch feuerten US-Sicherheitskräfte, angeblich gesteuert von der CIA, zwei Hellfire-Raketen auf den Mann. Am Freitag bestätigte auch ein Kommandeur der Taliban-Gruppe Mehsuds Tod: Kafayat Ullah erklärte der Nachrichtenagentur AP, Mehsud und dessen Zweitfrau seien bei dem Raketenangriff in Südwaziristan getötet worden. Nähere Einzelheiten nannte Ullah nicht.

Doch ist Baitullah Mehsud wirklich tot? Hatte die pakistanische Regierung ihn nicht schon in der Vergangenheit zweimal für erledigt erklärt - nur um zu erfahren, dass er quicklebendig weiter seinen Terror von Südwaziristan aus orchestriert?

"Wie kann Baitullah Mehsud tot sein, wenn er am Mittwoch um ein Uhr morgens gar nicht im Haus seines Schwiegervaters war?", zitiert die Zeitung "The News" einen Mehsud nahestehenden Kommandeur. Er habe nach dem Drohnenangriff auf das Gebäude persönlich mit Mehsud gesprochen, er sei wohlauf. "Warum sollte ein Mann, der sowohl von den USA als auch von Pakistan gesucht wird, sich an einem Ort aufhalten, über dem permanent US-Spionageflugzeuge kreisen und der ständig von pakistanischen Sicherheitskräften unter Beschuss genommen wird?"

Andere Quellen erklärten, Mehsud habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs sehr wohl im Haus von Malik Ikramuddin Mehsud, dem Vater seiner Zweitfrau, aufgehalten, sei dabei aber lediglich verletzt worden. Seine Frau und seine Leibwächter - auch hier gibt es unterschiedliche Angaben über die Zahl - seien dagegen ums Leben gekommen.

Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass Mehsud nicht mehr lebt. Als er in früheren Fällen zu Unrecht für tot erklärt worden war, hatte er sich nur wenige Stunden später zu Wort gemeldet und sich als unbesiegbar gefeiert. Dieses Mal ist eine Nachricht von ihm ausgeblieben. "Man kann davon ausgehen, dass er den Angriff nicht überlebt hat", sagt Arshi Saleem Hashmi, Terrorismus- und Sicherheitsexpertin am Institute of Regional Studies Islamabad. "Hundertprozentige Sicherheit wird man aber erst haben, wenn ein Nachfolger an der Spitze von Tehrik-e-Taliban benannt wird." Aus Regierungskreisen hieß es, man werde Experten an den Ort des Angriffs entsenden, um sich Klarheit zu verschaffen.

Nach Ansicht von Hashmi wie von Taliban-Kenner Rahimullah Yusufzai wäre der Tod von Mehsud ein großer Erfolg im Kampf gegen den Terrorismus. "Er mag nur einer von vielen Radikalen in unserem Land sein, aber er verantwortet den Tod Hunderter Zivilisten, die bei Selbstmordanschlägen in Städten wie Karatschi, Lahore und Islamabad ihr Leben lassen mussten", sagt Hashmi. "Aber auch wenn die Taliban geschwächt wären - zerstört wären sie noch lange nicht."

"Es wachsen ständig neue Krieger nach"

Nach Angaben von Sicherheitsexperten und Geheimdienst steht eine neue Generation von Taliban-Kommandeuren bereit. "Das sind junge, ehrgeizige Leute, die beweisen wollen, was sie können", schildert einer das Dilemma. "Mehsud mag tot und der Anführer der Taliban im Swat-Tal im Norden Pakistans, Maulana Fazlullah, nach den Angriffen der Armee auf die Region schwer verletzt sein - es wachsen ständig neue Krieger nach", sagt der Mann, der namentlich nicht genannt werden will. Allerdings sei jemand wie Baitullah Mehsud, der extrem gut verdrahtet war, für die Taliban schwer zu ersetzen.

Auch die Zahl der Selbstmordattentäter nehme zu: Erst vergangene Woche befreiten Sicherheitskräfte 20 Kinder aus der Hand von Extremisten, die die Jungen, alle im Alter von zehn bis 15 Jahren, zu Selbstmordattentätern trainieren wollten. "Diese Kinder werden teils von verzweifelt armen Eltern abgegeben, teils werden sie von den Taliban entführt. Wie viele Kinder darauf warten, in den Tod geschickt zu werden, ist kaum zu beziffern."

In Südwaziristan agieren die Taliban weitgehend offen und pflegen Kontakte nach Afghanistan, insbesondere zum dortigen Taliban-Chef Mullah Omar. "Sollte Mehsud tot sein, wird es einen neuen Anführer nicht allzu schnell geben", sagt Sicherheitsanalystin Hashmi. "Denn die Taliban-Spitze in Afghanistan wird in dieser Entscheidung ein Wörtchen mitreden, und das kann entsprechend dauern."

Für die Regierung in Islamabad wäre der Tod Mehsuds ein Triumph, auch wenn die Attacke von einer US-Drohne ausging. Pakistan ist bemüht, gegenüber den USA seine Loyalität im Kampf gegen Terroristen zu beweisen. Washington übt großen Druck auf das Land aus, eine aktivere Rolle einzunehmen. Erst auf Drängen der USA griffen Armee und Luftwaffe die Taliban im Swat-Tal an, denen die Regierung in Islamabad zuvor die Einführung der Scharia erlaubt hatte.

Pakistan bewies seine Bündnistreue, indem es Anfang Mai Tausende Soldaten in das kleine Tal schickte und die Taliban innerhalb weniger Wochen vertrieb. Nach nicht überprüfbaren Angaben des Militärs wurden dabei mehr als 1700 Extremisten getötet. Von den mehr als zwei Millionen geflohenen Menschen ist ein Großteil wieder in die Heimat zurückgekehrt.

Mehsuds Tod wäre auch für die Amerikaner ein großer Erfolg: Bislang lehnt die Mehrheit der pakistanischen Bevölkerung und offiziell auch die pakistanische Regierung US-Angriffe auf ihrem Territorium ab. Nach pakistanischen Angaben sind bislang nur wenige Extremisten, aber Hunderte Zivilisten durch US-Drohnenangriffe getötet worden. Washington rechtfertigt diese Angriffe mit dem Hinweis, dass die in Afghanistan kämpfenden Taliban das Gebirge entlang der Grenze als Rückzugsgebiet nutzen und dort neue Angriffe in Afghanistan vorbereiten.

Der Tod Mehsuds wäre das Ergebnis eines US-Drohnenangriffs, das erstmals beide Seiten als Erfolg feiern könnten.

Fakten über Pakistan
Staatsgründung
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Pakistan entstand 1947 aus den überwiegend muslimischen Teilen von Britisch-Indien. Zunächst bestand es aus den beiden Landesteilen West- und Ostpakistan, zwischen denen mehr als 1500 Kilometer Entfernung lagen. Beiden Teilen mangelte es jedoch an einer gemeinsamen nationalen Identität. Nach einem Krieg, bei dem Indien dem Osten half, entstand 1971 als neuer Staat Bangladesch .
Kaschmir-Konflikt
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Seit der Staatsgründung führte Pakistan zwei große Kriege mit dem Nachbarn Indien um die Grenzregion Kaschmir , 1947/48 und 1965. Der Fürstenstaat Kaschmir hatte sich zunächst zu Indien zugehörig erklärt. Der islamische Staat Pakistan beanspruchte das überwiegend von Muslimen bewohnte Kaschmir jedoch für sich und gewann die Herrschaft über den westlichen und nördlichen Teil der Region. Doch auch Indien betrachtete Kaschmir als sein Territorium. Die von der Uno 1948 vorgeschlagene und vom indischen Premierminister versprochene Volksabstimmung, in der die kaschmirische Bevölkerung selbst über ihre Zukunft entscheiden sollte, wurde nie durchgeführt.

Seit den achtziger Jahren kämpfen im indischen Teil Kaschmirs muslimische Rebellen für die Unabhängigkeit der Region oder einen Anschluss an Pakistan. 1999 kam es wieder zu größeren militärischen Auseinandersetzungen mit mehreren hundert Toten, und 2001 standen die Atommächte Indien und Pakistan erneut am Rande eines Krieges. 2004 wurde ein Friedensprozess zwischen Neu-Delhi und Islamabad eingeleitet.

Der pakistanische Geheimdienst ISI steht im Verdacht, Kontakte zu islamistischen Terroristen zu pflegen. Indien wirft Pakistan die Unterstützung muslimischer Terroristen vor. Auch hinter der Anschlagserie in Mumbai 2008 vermutet Neu-Delhi islamistische Terroristen aus Pakistan.

Islam
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Mit der Verfassung von 1956 wurde Pakistan die erste islamische Republik der Welt. Der Islam ist Staatsreligion, gleichzeitig garantiert die Verfassung jedoch Religionsfreiheit. 96 Prozent der Pakistaner sind Muslime, der Präsident muss ebenfalls Muslim sein. Seit der Staatsgründung haben Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen über die Rolle des Islam im Staatsverständnis die Innenpolitik beherrscht.

Immer wieder gab es auch islamistische Tendenzen. So führte Diktator Zia ul-Haq die Scharia , die islamische Rechtsprechung, ein. 1997 erkannte Pakistan als erster Staat das extremistische Taliban -Regime in Afghanistan an und unterstützte es bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 . Während die Zentralregierung in Islamabad zu einem der wichtigsten Verbündeten der USA im Anti-Terror-Krieg avancierte, erstarkte die islamistische Opposition im Land.

Macht der Taliban
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In den Stammesgebieten in der nordwestlichen Provinz an der Grenze zu Afghanistan hat die pakistanische Zentralregierung nur begrenzten Einfluss. Dort herrschen islamistische Extremisten und pakistanische Taliban , die sich teilweise auf die Hilfe der regionalen Stammesführer stützen. Die Enttäuschung über die korrupte staatliche Justiz und Verwaltung erhöhte die Attraktivität des Islamismus in der Bevölkerung.

Verstärkung erhielten die radikalen Islamisten von afghanischen Taliban aus den Reihen von Mullah Omar sowie Qaida -Kämpfern, die aus Afghanistan geflohen sind. Militante betreiben hier in Waziristan auch Ausbildungslager für international operierende Dschihadisten.

Kampf gegen die Extremisten
dpa
Die pakistanische Armee führte ab 2003 wiederholt Militäraktionen im Nordwesten gegen die Taliban - und Quaida -Terroristen durch. Als Reaktion verübten Terroristen verheerende Anschläge in pakistanischen Städten.

Die Amerikaner versuchen, die islamistischen Extremisten in ihren pakistanischen Verstecken mit ferngesteuerten Präzisionsraketen zu treffen. Doch diese Drohnen -Angriffe sind bei der Bevölkerung äußerst unpopulär und treiben die Menschen in die Arme der militanten Islamisten.

Das pakistanische Militär scheute zunächst die ernsthafte Konfrontation mit den Extremisten. Die Armee und der pakistanische Geheimdienst ISI haben diese Gruppierungen zum Teil Anfang der achtziger Jahre selbst aufgebaut, um im Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan mitzumischen, und haben sie später im Kaschmir-Konflikt eingesetzt. Und noch immer betrachten viele Offiziere die Taliban nicht als ihren eigentlichen Gegner – der wahre Feind sei Indien .

Um die Aufständischen in den Stammesgebieten ruhigzustellen, versuchte schon Präsident Pervez Musharraf , Abkommen mit ihnen zu schließen, und versagte. Im April 2009 scheiterte ein Friedensabkommen, das sein Nachfolger, Staatschef Asif Ali Zardari , ausgehandelt hatte: Die Taliban sollten die Waffen niederlegen und im Gegenzug in der Region Malakand, zu der das Swat-Tal und fünf weitere Distrikte gehören, die Scharia anwenden dürfen. Mit Hilfe des islamischen Rechts können sich die Taliban die Bevölkerung legal gefügig machen - wer sich gegen ihre Herrschaft auflehnt, wird geköpft. Statt einer Feuerpause brachten sie vom Swat-Tal aus mehrere Distrikte unter ihre Kontrolle und rückten bedrohlich nahe an die Hauptstadt Islamabad heran, bis die Armee im Frühjahr 2009 eingriff und die Gebiete zurückeroberte. Im Oktober 2009 begann das Militär außerdem einen Krieg gegen die Taliban in der Region Südwaziristan.

Atomwaffen
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1985 wurde in Pakistan erstmals Uran angereichert, seit 1998 besitzt das Land nachweislich Atomwaffen : Nur Tage nach indischen Atomtests zündete Pakistan im Mai 1998 in der Nähe der unbewohnten Chagai-Berge erfolgreich Kernwaffen. Die genaue Zahl der atomaren Sprengköpfe ist nicht bekannt, aber es sollen 60 bis 100 sein, die an verschiedenen Stellen im Land gelagert und von rund 10.000 Soldaten bewacht werden.

Damit gehört Pakistan neben den fünf offiziellen Atommächten USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China sowie Indien, Israel und Nordkorea zum Kreis der neun Nuklearmächte, was die Bedeutung des verarmten Landes stark erhöht.

Militärbeobachter befürchten, Nuklearwaffen aus dem pakistanischen Waffenarsenal könnten aufgrund der Instabilität des Landes in die Hände von Extremisten fallen. Diese hätten damit ein Mittel in der Hand, dem Westen ihre Bedingungen zu diktieren. Geschürt wird die Angst vor diesem Horrorszenario dadurch, dass die Taliban in den vergangenen Monaten ihre Basis in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan ausgebaut haben. Im April 2010 rückten sie bis auf 100 Kilometer Entfernung auf die Hauptstadt Islamabad vor, bevor sie vom pakistanischen Militär zurückgedrängt wurden.

mit AP



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Seite 1
eigentlicher_Schwan 04.05.2009
1.
Zitat von sysopImmer näher rücken die Taliban an die Pakistanische Hauptstadt heran und werden zu einer ernsteren Bedrohung für die Regierung. Wie soll sich der Westen verhalten? Was ist generell die richtige Strategie?
Wenn sie das immer tun, muss man damit leben, nicht? Vielleicht sollte die pakistanische Regierung ihre Hauptstadt verlegen?
mauskeu 04.05.2009
2.
Zitat von sysopImmer näher rücken die Taliban an die Pakistanische Hauptstadt heran und werden zu einer ernsteren Bedrohung für die Regierung. Wie soll sich der Westen verhalten? Was ist generell die richtige Strategie?
Ich könnte mir vorstellen, dass die pakistanische Führung das SWAT "freiwillig" aufgegeben hat um jetzt eine bessere Front vor sich zu haben. Jetzt haben die Islamisten eine Heimat in Pakistan anstatt überall verstreut als Guerrillas zu fungieren. Jetzt weiss man besser wo die Feinde sind und die Herrschaft der Taliban wird den Rest besorgen. Wäre vielleicht keine schlechte Strategie.
Justus F. 04.05.2009
3.
Zitat von eigentlicher_SchwanWenn sie das immer tun, muss man damit leben, nicht? Vielleicht sollte die pakistanische Regierung ihre Hauptstadt verlegen?
Genau, nach Berlin. Dann ist unser Kampf sogar gerechtfertigt!
X-Man 04.05.2009
4.
Zitat von mauskeuIch könnte mir vorstellen, dass die pakistanische Führung das SWAT "freiwillig" aufgegeben hat um jetzt eine bessere Front vor sich zu haben. Jetzt haben die Islamisten eine Heimat in Pakistan anstatt überall verstreut als Guerrillas zu fungieren. Jetzt weiss man besser wo die Feinde sind und die Herrschaft der Taliban wird den Rest besorgen. Wäre vielleicht keine schlechte Strategie.
Nettes Gedankenspiel, aber leider Unsinn. Seit dem Rückzug der afghanischen Taliban über die Grenze stand fest dass die FATA die neue Basis der Gotteskrieger sind. Von 2002-2005 entstanden weit über 190 Ausbildungslager in den Stammesgebieten, lokale Milizen verschmolzen durch Allianzen mit Taliban-Elementen, ausländische Gruppen allen voran Al Qaida nisteten sich ein, es entstand eine nicht homogene aber ideologisch eng verstrickte Bewegung deren mächtigster Flügel heute die Tehrik e-Taliban ist. Für die pakistanische Führung war also längst klar welche Gebiete die neue Heimat der Taliban sind, man musste ihnen keinen Spielplatz zur Verfügung stellen. Der Einzug in Swat hat vielmehr damit zutun dass es Kreise des ISI und des Militärs gibt die sich nicht von amerikanischer Seite in die Terror-Bekämpfung hineinquatschen lassen wollen. Sie hegen zum Teil große Sympathie für die Taliban, bieten ihnen mit dem Swat ein Gebiet was sich weit weg von den üblichen Terrornestern Waziristans befindet und somit den Radius der Drohnenangriffe erweitert. Zudem erhofft man sich natürlich dort eine kashmir-nahe islamistische Bastion gegen den allgegenwärtigen Erzfeind Indien.
lupenrein 04.05.2009
5.
Man darf sich über die Ziele der Taliban in Pakistan (und im Dominoeffekt anschliessend Afghanistan) keine Illusionen machen. Die Regierung Pakistans - und indirekt auch Afghanistans - ist in ernster Gefahr. Und auch über einen 'Sieg' über die Taliban , dies besonders als Ausländer (USA usw) darf man sich keine Illusionen machen. Der asymmetrische Kriegsführung der Taliban ist mit normalen militärischen Mitteln (Terrorismus) nur sehr schwer wirksam zu begegnen. Am Beispiel der somalischen Piraten sieht man , wie schwierig es ist, mit militärischen Mitteln in diesem Versteckspiel mitzuhalten. Auch die Taliban führen einen (allerdings ideologischen) 'Versteck-spiel-Krieg' a la David gegen Goliath. Und noch eine Übereinstimmung: beide lassen mit sich nicht über eine Einstellung ihrer terroristischen Kampf nicht verhandeln. Alles in allem eine fatale Situation.
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