Drohnenangriff in Pakistan Raketen treffen ehemalige Religionsschule

Bei einem Luftangriff der US-Streitkräfte im Nordwesten Pakistans sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die von einer Drohne abgeschossenen Raketen trafen eine ehemalige Religionsschule. Der Beschuss galt unbestätigten Angaben zufolge Taliban-Chef Mehsud.


Islamabad - Bei einem mutmaßlichen US-Luftangriff auf eine ehemalige Religionsschule in Nordwestpakistan sind am Donnerstag mindestens zwölf Menschen getötet worden. Die beiden Geschosse trafen ein Gebäude in der Gegend von Pasalkot in der Stammesregion von Nord-Waziristan, wie aus pakistanischen Geheimdienstkreisen verlautete. Bei den Toten soll es sich um Extremisten handeln, zwei von ihnen sind angeblich Ausländer.

Der Angriff war bereits der achte binnen zwei Wochen. Das Gebiet gilt als Rückzugsraum für Taliban und Qaida-Kämpfer. Der Angriff war gegen Taliban-Chef Hakimullah Mehsud gerichtet, verlautete aus pakistanischen Behörden. Geheimdienstmitarbeiter sagten allerdings, Mehsud habe die Attacke überlebt.

Die USA haben ihre Raketenangriffe seit Jahresbeginn deutlich ausgeweitet. Zuvor hatte ein Selbstmordattentäter einen Anschlag auf einen CIA-Stützpunkt in Afghanistan verübt, bei dem am 30. Dezember sieben Mitarbeiter des Geheimdienstes getötet wurden.

Uno-Ermittler Philip Alston rief die US-Regierung auf darzulegen, wem die Angriffe gelten, und die Zahl der Todesopfer zu nennen. "Das gesamte Programm ist so geheim, dass wir nur sehr wenige Informationen haben um zu prüfen, ob die Vereinigten Staaten ihre Verpflichtungen entsprechend der Genfer Konvention achten", sagte Alston. Washington setze inzwischen systematisch Drohnen ein, und Klarstellungen seitens der Regierung würden immer wichtiger.

Im vergangenen Jahr gab es nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP mindestens 45 Raketenangriffe, denen rund 700 Menschen zum Opfer fielen. Im Jahr zuvor wurden 27 Angriffe gezählt. Bei den meisten Getöteten handele es sich um Zivilpersonen, erklärten Einwohner von Mir Ali in Nord-Waziristan.

ffr/apn/dpa/Reuters



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
PeaceNow 14.01.2010
1. Gewalt erzeugt Gegengewalt
In diesen Schulen sind meist Minderjährige und was war das Vergehen der getöteten?. shareman, Ihre Aussage ist wiederlich und beschämend, denn aussergerichtliche Tötungen sind illegal, noch dazu ohne jegliche Beweise für irgendwelche Schuld oder illegale Taten. Dies bezweckt nur eins, in einer Region in der Blutrache Ehrensache ist, nämlich Hass und Gegengewalt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.