Warnung an Seoul Nordkorea will historischen Waffenstillstand aufkündigen

Das Regime in Pjöngjang verschärft seine Drohungen gegen die USA und den Nachbarn im Süden. Sollten beide Staaten ihre Manöver in der Region fortsetzen, werde man den Waffenstillstand von 1953 aufkündigen.

Nordkoreanisches Raketensystem (Archivbild): Immer schärfere Drohungen
AFP/KCNA via KNS

Nordkoreanisches Raketensystem (Archivbild): Immer schärfere Drohungen


Seoul - Der Ton im Konflikt zwischen Nordkorea und dem Süden wird immer schärfer. Nun hat das Regime in Pjöngjang nachgelegt - und droht mit einem historischen Schritt. Man werde den Waffenstillstand von 1953 aufkündigen, teilte die Regierung mit. Verhindern könne dies nur ein sofortiger Stopp der Manöver von Südkoreanern und US-Streitkräften.

Rechtlich befinden die beiden Nachbarländer immer noch im Kriegszustand. Die Regelung vom Juli 1953 stellt lediglich sicher, dass die Waffen vorübergehend schweigen. Eine Aufkündigung hätte zwar vermutlich nicht automatisch kriegerische Handlungen zur Folge. Für die ohnehin höchst angespannte politische Stimmung auf der Halbinsel wäre es jedoch eine weitere Eskalation.

Die USA und Südkorea hatten Anfang März mit ihrer gewaltigen Übung begonnen, die zwei Monate dauern soll. Südkorea mobilisiert für das Großmanöver 200.000 Soldaten. Die USA schicken rund 10.000 Soldaten, sagte eine Sprecherin der US-Streitkräfte in Südkorea. Mehr als 8000 von ihnen würden aus den Vereinigten Staaten und anderen Ländern eingeflogen.

Am Abend (17 Uhr MEZ) beschäftigt sich der Uno-Sicherheitsrat mit dem Fall Nordkorea. Dabei muss sich das Regime von Machthaber Kim Jong Un auf neue Sanktionen durch die Weltgemeinschaft gefasst machen. Wie Diplomaten in New York berichten, haben sich die USA und China auf einen gemeinsamen Strafentwurf geeinigt. Über den konkreten Inhalt des Papiers ist noch nichts bekannt.

Ergebnis wochenlanger Verhandlungen

Der Sicherheitsrat tagt in nichtöffentlicher Runde. Dann soll das Papier verteilt werden. Laut "New York Times" müssen die 15 Mitglieder dann erst einmal mit ihren Regierungen über die Inhalte beraten. Die Sanktionen könnten noch im März in Kraft treten. Wie das Blatt meldet, ist der Entwurf das Ergebnis wochenlanger intensiver Verhandlungen der Amerikaner.

Bisher wird spekuliert, dass bestehende Sanktionen zu Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm verschärft werden. Zudem werden wohl die Handel- und Finanzrestriktionen gegen das Land ausgeweitet.

Pjöngjang hatte Mitte Februar trotz massiver internationaler Warnungen erneut einen Atomtest durchgeführt. Der Uno-Sicherheitsrat erklärte damals nach einer Dringlichkeitssitzung, der Test stelle eine "eindeutige Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit dar".

Dass auch China hinter möglichen Strafmaßnahmen steht, ist bemerkenswert. Eigentlich gilt Peking als einer der wenigen Verbündeten des weltweit isolierten Regimes. Auch Russland will die Maßnahmen mittragen. Südkorea, das seit langem mit den Drohungen des Nachbarlandes leben muss, sprach von "bedeutenden Fortschritten".

jok/Reuters



insgesamt 58 Beiträge
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juergenwolfgang 05.03.2013
1. wsd
Zitat von sysopAFP/KCNA via KNSDas Regime in Pjöngjang verschärft seine Drohungen gegen die USA und den Nachbarn im Süden. Sollten beide Staaten ihre Manöver in der Region fortsetzen, werde man den Waffenstillstand von 1953 aufkündigen. Am Abend entscheidet der Uno-Sicherheitsrat über neue Sanktionen gegen Nordkorea. http://www.spiegel.de/politik/ausland/drohung-nordkorea-will-historischen-waffenstillstand-aufkuendigen-a-886994.html
Nordkorea ist eigentlich schon Geschichte nur wissen das die Machthaber noch nicht. Isoliert vom Rest der Welt geht dies Regime bald dem Ende zu. Das Volk wird nicht ewig hungern und darben und dem Regime zuschauen. Entweder fegt der junge Machthaber bald die alten Kameraden und Berater (die ihn schlecht beraten) zum Teufel oder er wird von anderen mitsamt seinem Stab zum Teufel gejagt. Alles nur eine Frage der zeit. Leider leidet das Volk darunter! Aber eben dieses Volk muss aufbegehren.
los-don-os 05.03.2013
2.
Zitat von sysopAFP/KCNA via KNSDas Regime in Pjöngjang verschärft seine Drohungen gegen die USA und den Nachbarn im Süden. Sollten beide Staaten ihre Manöver in der Region fortsetzen, werde man den Waffenstillstand von 1953 aufkündigen. Am Abend entscheidet der Uno-Sicherheitsrat über neue Sanktionen gegen Nordkorea. http://www.spiegel.de/politik/ausland/drohung-nordkorea-will-historischen-waffenstillstand-aufkuendigen-a-886994.html
Warum hält denn China und Nordkorea zusammen vor Amerikas Haustür nicht eine 200.000 Man starkes Manöver ab. Ach, die USA würden das als kriegerischen Akt sehen.
besserewelt 05.03.2013
3. Ungeheuerlich
Mir verschlägt es die Sprache, was in Nordkorea geschieht. Sie verstecken sich vor der gesamten übrigen Welt, provozieren durch Raketentests und jetzt die indirekte Kriegserklärung an Südkorea bei Fortsetzung der Manöver und somit auch an die weltweiten Verbündeten - wie beispielsweise die USA und damit auch die gesamte NATO. Was hat dieser Staat nur vor!?
quark@mailinator.com 05.03.2013
4. Hmmm ...
Sich über die "eindeutige Bedrohung des internationalen Friedens" aufzuregen, während man selbst internationale Großmanöver in einer so kritischen "Location" durchführt, erscheint mir etwas widersprüchlich zu sein. Und sich über Nordkoreas Atomwaffen aufzuregen, während man selbst tausende Sprengköpfe von hundertfacher Zerstörungskraft (und diverse Trägermittel) vorhält, ist auch so ein Ding. Ich frage mich, wie sich Nordkorea verhielte, wenn man mal aufhörte, denen ständig sagen zu wollen, was sie zu tun und zu lassen haben.
Gerdtrader50 05.03.2013
5. Keine schöne Sache
Atomare Kernzertrümmerung scheinen sie ja nun mittlerweile hingekriegt zu haben. Noch schlimmer ist, dass die nicht nur eine oder mehrere große Bomben zu haben scheinen, sondern bei der letzten Explosion offensichtlich eine kleinere, für Kanonenmunition hingekriegt haben, könnten also wahrscheinlich Atomgranaten verschießen im Ernstfall. Das ist übel. Mal abgesehen von der ständigen Verbalorgie der Nordkoreaner machen die eigentlich nichts anderes als alle anderen auch, nur war das früher, da hast Du auch von einem Sicherheitsrat nichts gehört, kein Gejöhle. Nur jetzt hier, da jöhlen sie, bei Nordkorea und bei Iran. Bei Israel jöhlen sie wieder nicht, die geben aber auch die 200 - 300 Atomraketen nicht zu. Außer den Granaten der Nordkoreaner sind rund 1,2 Millionen Soldaten unter Waffen, eine ganz üble Sache. Also ein Spaziergang wird das für den Westen nicht, auch Südkorea müsste erhebliche Verluste einstecken. Im Endeffekt siegt der Westen, weil, wenn der Diktator es wirklich wagen sollte, Atomgranaten oder auch eine Bombe abzuwerfen, macht ihn der Ami atomar platt. Muss die Bevölkerung wieder leiden, siehe Nagasaki und Hiroshima. Und Weltkriegsgefahr für einen 3. Weltkrieg besteht auch.
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