Drohungen gegen Israel Erdogan will Kriegsschiffe für Gaza-Flotte schicken

Der Streit über die Gaza-Hilfsflotte verschärft sich. Künftig sollen Kriegsschiffe der Türkei die Lieferungen eskortieren, kündigt Ministerpräsident Erdogan an, und riskiert damit eine weitere Eskalation. Israel droht er mit einer  "angemessenen" Antwort, sollte das Land wieder einen Angriff starten.
Erdogan will türkische Kriegsschiffe für Gaza-Hilfsflotte einsetzen.

Erdogan will türkische Kriegsschiffe für Gaza-Hilfsflotte einsetzen.

Foto: ADEM ALTAN/ AFP

Ankara - Türkische Hilfslieferungen in das Palästinensergebiet werden ab sofort unter den Schutz von Kriegsschiffen gestellt. "Wir haben humanitäre Hilfe, die dorthin geschickt werden soll. Und unsere humanitäre Hilfe wird nicht mehr angegriffen, wie es bei der 'Mavi Marmara' geschehen ist", sagte Regierungschef Recep Tayyip Erdogan dem arabischen Nachrichtensender al-Dschasira. Bei einem erneuten Angriff auf die Gaza-Flotte müsse Israel mit einer "angemessenen Antwort" rechnen.

Im vergangenen Jahr waren bei einem israelischen Militäreinsatz gegen das türkische Gaza-Hilfsschiff "Mavi Marmara" neun türkische Aktivisten getötet worden. Niemand habe das Recht, Schiffe in internationalen Gewässern zu attackieren. "Wir werden es nicht zulassen, dass solche Schiffe nochmals Ziel von Angriffen Israels werden." Damit verschärft sich der Streit zwischen der Türkei und Israel über den Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte im Mai 2010 weiter.

Die Türkei werde die internationalen Gewässer genau beobachten. Sein Land habe außerdem Schritte unternommen, um eine einseitige Ausbeutung der natürlichen Ressourcen im östlichen Mittelmeer durch Israel zu unterbinden, sagte der türkische Regierungschef weiter. Einzelheiten nannte er jedoch nicht.

Ein Uno-Bericht zur Erstürmung der "Mavi Marmara" durch israelische Soldaten hatte den Streit zwischen der Türkei und Israel neu entfacht. Darin wird der Einsatz als "exzessiv" und "unverhältnismäßig" kritisiert.  Zugleich bewertet der Uno-Bericht die Seeblockade des Gazastreifens durch Israel aber als legal.

Vor einer Woche hatte Ankara den israelischen Botschafter ausgewiesen und alle Militärabkommen mit Israel auf Eis gelegt. Israel lehnt eine von der Türkei geforderte Entschuldigung für den Angriff aber weiterhin ab. Als Begründung führt die Regierung an, dass die israelischen Elitesoldaten beim Entern des Schiffes zur Selbstverteidigung Gewalt hätten anwenden müssen.

Anfang der Woche hatte Erdogan bereits eine verstärkte Militärpräsenz seines Landes im östlichen Mittelmeer angekündigt. Die türkische Marine werde sich dort ab sofort "sehr häufig" zeigen, sagte der Regierungschef. Er warf Israel zudem vor, sich wie ein "verzogenes Kind" aufgeführt und "Staatsterror" betrieben zu haben.

heb/dpa/AFP
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