Dschalalabad Mehrere Tote nach Anschlag in Ostafghanistan

Selbstmordattentäter haben bei einem Angriff in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad mehrere Menschen getötet. Drei Attentäter wurden von Sicherheitskräften erschossen.

Checkpoint am Flughafen in Dschalalabad
AP

Checkpoint am Flughafen in Dschalalabad


Bei einem Angriff auf eine Baufirma in Ostafghanistan sind mehr als 20 Menschen getötet worden. Mindestens 16 Mitarbeiter der Baufirma kamen ums Leben, weitere neun seien verletzt worden, sagte der Sprecher der Provinzregierung von Nangarhar, Attaullah Chogiani. Sie alle seien Mitarbeiter der Firma.

Laut Chogiani stürmten mehrere Angreifer am frühen Mittwochmorgen die Firma. Zwei Selbstmordattentäter hätten sich in die Luft gesprengt, drei weitere seien von Sicherheitskräften getötet worden. Der Angriff dauerte demnach mehr als sechs Stunden. Bei der Durchsuchung des Firmengeländes durch Sicherheitskräfte seien noch eine Autobombe, zwei Sprengstoffwesten und mehrere Bomben gefunden und entschärft worden.

Laut lokalen Medienberichten befindet sich das Unternehmen in der Nähe des Flughafens von Dschalalabad, der Provinzhauptstadt von Nangarhar, und führt unter anderem Arbeiten am Flughafen durch. Am Flughafen sind auch US-Truppen stationiert.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Die radikalislamische Taliban-Miliz verhandelt derzeit mit Vertretern der US-Regierung in Katar über ein Ende der Kämpfe in Afghanistan. Bisher haben sich Vertreter der USA und hochrangige Taliban sechs Mal getroffen.

Die jüngste Gesprächsrunde im Golfemirat Katar begann am Montag vergangener Woche und dauert noch an. Die beiden Seiten sprechen über einen Abzug der US-Truppen, einen Waffenstillstand und die Frage, wie verhindert werden kann, dass das Land ein sicherer Hafen für Terroristen wird.

Die Gespräche sollen zudem direkte Gespräche der Taliban mit der afghanischen Regierung in die Wege leiten. Diese hatten die Taliban bisher abgelehnt, da sie die Regierung in Kabul für eine Marionette des Westens halten.

In Nangarhar sind die Taliban und Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) aktiv. Laut einem Uno-Bericht zu zivilen Opfern in Afghanistan verzeichnete die Provinz Nangarhar nach Kabul 2018 die zweithöchste Anzahl ziviler Opfer. Insgesamt kamen in dem Konflikt im Vorjahr mehr als 3800 Zivilisten ums Leben, das sind elf Prozent mehr als 2017.

cte/dpa



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