E-Mails der US-Demokraten Kreml weist amerikanische Hacking-Vorwürfe zurück

Wer hat die E-Mails der US-Demokraten gehackt? Barack Obama schließt eine Beteiligung Russlands nicht aus. Ein Kreml-Sprecher verwahrt sich gegen die Vorwürfe: Washington erfinde Horrorstorys.

Kreml-Sprecher Peskow
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Kreml-Sprecher Peskow


Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat am Wochenende 20.000 E-Mails aus der Parteizentrale der Demokraten veröffentlicht. Doch wer steckt hinter diesem Leak? US-Präsident Barack Obama schließt nicht aus, dass die russische Regierung mit dem Hackerangriff zu tun haben könnte. Der Kreml weist diese Vorwürfe nun als "Horrorstorys" zurück, die amerikanische Politiker sich ausgedacht hätten.

"Moskau achtet sehr genau darauf, alle Wörter zu vermeiden, die als Eingriff in den Wahlvorgang in den USA interpretiert werden könnten", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Im Wahlkampf werde häufig die "russische Karte" ausgespielt, so der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Obama hatte zuvor dem Fernsehsender NBC News in einem Interview gesagt, alles sei möglich. Russische Hacker seien schon häufiger in staatliche und private Computernetzwerke in den USA eingedrungen.

"Das erinnert mich an ein Unternehmen, in dem sich die Mitarbeiter gegenseitig Horrorgeschichten erzählen - und sich anschließend selbst davor fürchten", so Peskow. Die Angst vor Russland für den Wahlkampf zu nutzen, bezeichnete er als zynisch.

Die Veröffentlichung der E-Mails durch WikiLeaks hatte großen Wirbel ausgelöst. Aus den Nachrichten geht hervor, dass der Parteivorstand stark voreingenommen war - zugunsten von Hillary Clinton. Das hatte die ohnehin enttäuschten Anhänger ihres unterlegenen Rivalen Bernie Sanders neu erzürnt. Die Chefin der Demokraten trat zurück, die Parteiführung entschuldigte sich offiziell bei Sanders und seinen Anhängern.

Mehr Hintergründe zu der E-Mail-Affäre lesen Sie hier.

vek/Reuters

insgesamt 24 Beiträge
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Ulrich Berger 27.07.2016
1. Wenn Washington
eine "Beteiligung Russlands" nicht ausschliesst, bei wem hat sich Russland dann/denn beteiligt? Wobei ich selbstverstaendlich davon ueberzeugt bin, dass Herr Putin hoechstpersoenlich am einbrechenden Computer sass.
managerbraut 27.07.2016
2. Für die Amis trägt an jedem Cyberangriff
Staatsfeind Nr.1 Russland die Verantwortung. Man macht sich garnicht erst die Mühe nach den Urhebern - Verantwortilchen zu ermitteln, zu suchen. Man weiß es einfach schon vorher, das einzig Russland zu solchen Cyberattacken fähig, damit verantwortlich ist. Und nun, muß man sich fragen, na und, wenn schon? Was wollen die USA schon großes gegen Russland tun, unternehmen um künftige Cyberangriffe zu unterbinden? Wollen sie Russland mit Atombomben platt machen oder mit der ganzen US-Army angreifen? Die Amys jaulen rum, finden wir jeden und alles einen Schuldigen, meisten Russland oder China und können außer rumjammern doch nichts dagegen tun außer ihre eigenen Gehimdienste NSA - CIA befehlen Russland - China mit gleichen Mitteln der Cyberattacken anzugreifen und Vergeltung zu üben. Man sollte den Präsidenten - Verteidigungsministerien - Generalsstäbe beider Großmächte an eine Spielekonsole setzen und Kriegsspiele spielen lassen. Das ist nämlich, das Gleiche was die USA - Russland derzeit tun. Nur gäbe es dabei keine realen Opfer!
leidkultur 27.07.2016
3. DNCLeaks
Berichtet ihr auch mal über die emails und deren Inhalte oder bleibt ih weiterhin so unkritisch?
citroenfahrer 27.07.2016
4. Wetter
laut gut informierten Kreisen ist für die schweren Gewitter, die heute Teile von Chemnitz unter Wasser setzten eine direkte Verantwortung Russlands möglich. Ob Putin das Unwetter direkt befohlen hat, ist bisher nicht zuverlässig nachzuweisen.
wurzelbär 27.07.2016
5. Erinnert sehr stark an die Fotos,
Satalitenaufnahmen und sonnstige "Beweise" welche der Welt vorgelegt wurden, um den Irak-Krieg zu legalisieren!
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