E-Mails der US-Demokraten Kreml weist amerikanische Hacking-Vorwürfe zurück

Wer hat die E-Mails der US-Demokraten gehackt? Barack Obama schließt eine Beteiligung Russlands nicht aus. Ein Kreml-Sprecher verwahrt sich gegen die Vorwürfe: Washington erfinde Horrorstorys.
Kreml-Sprecher Peskow

Kreml-Sprecher Peskow

Foto: Maxim Shemetov / picture alliance / dpa

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat am Wochenende 20.000 E-Mails aus der Parteizentrale der Demokraten veröffentlicht. Doch wer steckt hinter diesem Leak? US-Präsident Barack Obama schließt nicht aus, dass die russische Regierung mit dem Hackerangriff zu tun haben könnte. Der Kreml weist diese Vorwürfe nun als "Horrorstorys" zurück, die amerikanische Politiker sich ausgedacht hätten.

"Moskau achtet sehr genau darauf, alle Wörter zu vermeiden, die als Eingriff in den Wahlvorgang in den USA interpretiert werden könnten", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Im Wahlkampf werde häufig die "russische Karte" ausgespielt, so der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Obama hatte zuvor dem Fernsehsender NBC News in einem Interview gesagt, alles sei möglich. Russische Hacker seien schon häufiger in staatliche und private Computernetzwerke in den USA eingedrungen.

"Das erinnert mich an ein Unternehmen, in dem sich die Mitarbeiter gegenseitig Horrorgeschichten erzählen - und sich anschließend selbst davor fürchten", so Peskow. Die Angst vor Russland für den Wahlkampf zu nutzen, bezeichnete er als zynisch.

Die Veröffentlichung der E-Mails durch WikiLeaks hatte großen Wirbel ausgelöst. Aus den Nachrichten geht hervor, dass der Parteivorstand stark voreingenommen war - zugunsten von Hillary Clinton. Das hatte die ohnehin enttäuschten Anhänger ihres unterlegenen Rivalen Bernie Sanders neu erzürnt. Die Chefin der Demokraten trat zurück, die Parteiführung entschuldigte sich offiziell bei Sanders und seinen Anhängern.

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vek/Reuters
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