Ecuador-Wahl Linksnationalist Gutiérrez gewinnt

Ersten offiziellen Angaben zufolge hat der linksnationalistische frühere Putschoberst Lucio Gutiérrez die Präsidentenwahl gewonnen. Gutiérrez feierte seinen Sieg mit Tausenden Anhängern in einer Discothek.


Quito - Die zentrale Wahlkommission teilte in der Hauptstadt Quito mit, für den 45-Jährigen hätten 56,31 Prozent der Wähler gestimmt, obwohl erst 61 Prozent der Stimmen ausgezählt waren. Nichtsdestotrotz feierte Gutiérrez seinen Sieg mit Tausenden Anhängern in einer Discothek in der Hafenstadt Guayaquil, der größten Stadt des Landes.

Gutiérrez' Rivale, der Bananen-Unternehmer und reichste Mann des Andenstaates, Alvaro Noboa, kam nach diesen Angaben auf 43,69 Prozent. Von ihm gab es zunächst keine Erklärungen und eine kleine Schar seiner Wahlkampfhelfer wartete vergebens ebenfalls in Guayaquil auf den Wahlzweiten.

Damit zeichnete sich bereits im krisengeschüttelten Südamerika bereits im vierten Land eine linksgerichtete Regierung ab. Der Erfolg der Linken erklärt sich dadurch, dass die Wähler der neoliberalen Wirtschaftsreformen der vergangenen Jahre eine erhebliche Mitschuld an der zunehmenden Verarmung der Bevölkerung geben.

Ebenso wie der konservative Noboa stammt der frühere Militär Gutiérrez nicht aus dem traditionellen und als abgewirtschaftet geltenden Parteienapparat. Er ging im Januar 2000 in die Politik, als er zusammen mit der Indio-Bewegung den damaligen gewählten Präsidenten Jamil Mahuad stürzte. Die Militärführung sorgte jedoch dafür, dass der Politiker Gustavo Noboa zum Interimspräsidenten ernannt wurde. Gustavo Noboa ist mit dem Kandidaten Noboa nicht verwandt.



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