Politischer Gefährte Gorbatschows Eduard Schewardnadse ist tot

Eduard Schewardnadse ist gestorben. Der frühere sowjetische Außenminister und Präsident von Georgien starb nach langer Krankheit.

Schewardnadse 1992 vor der Uno: Wichtigster Weggefährte Gorbatschows
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Schewardnadse 1992 vor der Uno: Wichtigster Weggefährte Gorbatschows


Hamburg - Eduard Schewardnadse starb im Alter von 86 Jahren. Das gab seine persönliche Assistentin am Montag bekannt. Schewardnadse war von 1992 bis 2003 Präsident von Georgien. Zuvor agierte er in der zweiten Hälfte der Achtzigerjahren als sowjetischer Außenminister unter Präsident Michail Gorbatschow. Er prägte die Politik von Perestroika und Glasnost entscheidend mit und war von entscheidender Bedeutung für die deutsche Wiedervereinigung.

Schewardnadse war 1928 im georgischen Mamati nahe des Schwarzen Meeres geboren worden. Sein Vater war Lehrer für russische Sprache und Literatur in Dsimiti und zudem Mitglied des Obersten Sowjet Georgiens.

Bereits am Tag nach seiner Ernennung zum KPdSU-Parteisekretär berief Gorbatschow am 2. Juli 1985 Schewardnadse als Außenminister. Dieser war damals in diplomatischen Fragen völlig unerfahren. Er gewann jedoch rasch an Statur und prägte in den folgenden fünfeinhalb Jahren die neue Außenpolitik der Sowjetunion.

Mit seinem Namen verbunden sind die wichtigsten außenpolitischen Entwicklungen dieser Zeit: der sowjetische Rückzug aus Afghanistan, der Erfolg der Abrüstungspolitik, die Duldung und Förderung der politischen Umwälzungen in Osteuropa, die Vereinigung Deutschlands und die Zusammenarbeit mit den USA und den anderen Ländern des Westens gegen den Irak in der Golfkrise.

Rückkehr nach Georgien

Schewardnadses Rolle in Moskau endete, als Präsident Boris Jelzin im Dezember 1991 das sowjetische Außenministerium vom russischen Außenamt übernehmen ließ. Im Frühjahr des folgenden Jahres kehrte Schewardnadse in sein dann unabhängiges Heimatland Georgien zurück und wurde wenig später zum Staatsoberhaupt gewählt. Er überlebte zwei Mordanschläge. Nach wochenlangen Protesten trat er 2003 vom Amt zurück. Danach führte er ein zurückgezogenes Leben.

Schewardnadse pflegte eine enge politische Freundschaft zum früheren deutschen Außenminister Hans Dietrich Genscher.

ler/Reuters



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Ursprung 07.07.2014
1. Falsch verortet
Zitat von sysopAPEduard Schewardnadse ist gestorben. Der frühere sowjetische Außenminister und Präsident von Georgien starb nach langer Krankheit. http://www.spiegel.de/politik/ausland/eduard-schewardnadse-gestorben-a-979605.html
Haette es damals besser gefunden, wenn er gemeinsam und zusammen mit Gorbatschow den Friedensnobelpreis bekommen haette. Es gibt kaum etwas noch mehr friedensnobelpreiswuerdigeres als damals die Beendigung des weltweiten Politwahns Ost- und Westblocks. Gorbatschow mag dessen Architekt gewesen sein aber ohne den Macher Schewarsnadse waere es sicherlich anders gekommen. Ich glaube beide, Gorbatschow und Schewardnadse sind historisch noch lange nicht auf dem Olymp verortet, wo sie hingehoeren.
spmc-13533480352885 14.07.2014
2.
Ein sehr wichtiger Begleiter der deutschen Einheit .Ohne ihn keine Wiedervereinigung !
hermannheester 15.07.2014
3. Der Friedensnobelpreis inzwischen eine Beleidigung?
Zitat von UrsprungHaette es damals besser gefunden, wenn er gemeinsam und zusammen mit Gorbatschow den Friedensnobelpreis bekommen haette. Es gibt kaum etwas noch mehr friedensnobelpreiswuerdigeres als damals die Beendigung des weltweiten Politwahns Ost- und Westblocks. Gorbatschow mag dessen Architekt gewesen sein aber ohne den Macher Schewarsnadse waere es sicherlich anders gekommen. Ich glaube beide, Gorbatschow und Schewardnadse sind historisch noch lange nicht auf dem Olymp verortet, wo sie hingehoeren.
Schewardnadse war einer der Väter der deutschen Einheit. Gemeinsam mit Michail Gorbatschow war er es, der dem "Feind Russland" den Weg in eine DEUTSCHE Einheit überhaupt geebnet hat. Der Friedensnobelpreis aber hat seinem Namen in letzter Zeit wenig Ehre gemacht. Da werden diejenigen "geehrt", die dem Frieden nicht einmal den geringsten Dienst erweisen!
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