Umgang mit Russland Egon Bahr für Respektierung der Krim-Annexion

Er gilt als Architekt von Willy Brandts Ostpolitik, nun überrascht Egon Bahr mit einem Vorschlag zur Ukraine-Krise. Die russische Annexion der Krim solle zwar nicht völkerrechtlich anerkannt, dafür aber respektiert werden.
Egon Bahr (Archiv): "Die DDR nicht völkerrechtlich anerkannt, aber respektiert"

Egon Bahr (Archiv): "Die DDR nicht völkerrechtlich anerkannt, aber respektiert"

Foto: imago

Kiew/Moskau - Hilft die alte diplomatische Sprache des Kalten Krieges, um die Konfrontation mit Russland zu beenden? SPD-Senior Egon Bahr macht einen besonderen Vorschlag, um das Problem der Krim-Annexion zu lösen. Bahr, früher enger Berater Willy Brandts, erinnert an seine diplomatischen Erfahrungen mit der DDR: "Wir haben die DDR nie völkerrechtlich anerkannt, aber respektiert", sagte er dem Fernsehsender n-tv.

Eben dies habe in Moskau damals Gesprächsbereitschaft geweckt, so Bahr weiter. Ein Entgegenkommen der russischen Führung erhofft er sich bei einer ähnlichen Strategie auch in der aktuellen Krise. "Die Krim kann man natürlich genauso behandeln", sagte der 92-Jährige n-tv . Bahr gilt als Vordenker der deutschen Ostpolitik in den Siebzigerjahren.

Eine "Respektierung" sei jedoch keineswegs mit einer völkerrechtlichen Anerkennung der Krim gleichzusetzen, wie sie etwa der frühere SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck angeregt hatte. "Aber respektieren geht genauso. Das wäre, wenn man will, ein kleiner Punkt, der schnell erledigt werden kann", sagte der ehemalige Beauftragter für die Ostpolitik im "Duell bei n-tv".

daf/dpa
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